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20. Dezember 2013

100 Jahre Rabensteiner Krankenhaus


Vor 100 Jahren, am 22. Dezember 1913, wurde das Haus feierlich seiner Bestimmung übergeben. 100 Jahre - ein stattlicher Zeitraum und Sinnbild der Bedeutung des Krankenhauses für die Region.

Das heutige DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein ist ein wichtiger Bestandteil der sächsischen Krankenhauslandschaft und einer der großen Arbeitgeber der Region Chemnitz. Knapp 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten am Standort Rabenstein, darunter viele Mitglieder der Schwesternschaft vom DRK Sachsen e.V.

In den letzten Jahren hat sich das DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein zu einem leistungsfähigen Gesundheitszentrum entwickelt, dass eine enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung in vielen Fachgebieten aufweisen kann.

Neben den acht Kliniken und Fachbereichen des Hauses und einem eigenen Medizinischen Versorgungszentrum mit 10 Fachbereichen haben sich nahezu 40 Vertragsärzte in den angrenzenden Ärztehäusern angesiedelt.

Zudem sind die verschiedensten fachlichen Kompetenzen in Organzentren vereint, so bieten zum Beispiel das Zertifizierte Hautkrebszentrum, das Zertifizierte Mammazentrum Chemnitzer Land / Oberes Erzgebirge oder auch das Zertifizierte Sächsische Beckenbodenzentrum Chemnitz höchsten medizinischen Standard für unsere Patienten.

Das Haus verfügte in 2013 über 210 stationäre und 17 tagesklinische Planbetten und gehört zu den wenigen sächsischen Krankenhäusern, die im Krankenhausplan 2014/2015 eine Erhöhung ihrer Kapazitäten erfahren haben. So stehen uns zukünftig 215 stationäre und 22 tagesklinische Planbetten zu Verfügung, die Palliativmedizin umfasst ab 2014 12 Betreuungsplätze. Damit erfolgt eine nachhaltige Anerkennung und Würdigung der engagierten Arbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK Krankenhauses Chemnitz-Rabenstein.

Pro Jahr werden über 14.000 Patienten voll- und teilstationär versorgt und über 40.000 Patienten ambulant behandelt.

„Dem Anlass entsprechend werden wir eine Sonderveröffentlichung herausgeben, die diese 100 Jahre ausführlich widerspiegelt, und planen für das kommende Frühjahr weitere Aktivitäten, um diese 100 Jahre zu würdigen“, so Geschäftsführer Dr.-Ing. Herbert Günther.

100 Jahre – ein Historischer Abriss

Auf historischem Boden entstand ab Oktober 1912 in einjähriger Bauzeit mit einem Kostenaufwand von 500.000 Mark das das erste Krankenhaus eines Bezirksverbandes im Königreich Sachsen. Der Bezirksverband der Amtshauptmannschaft Chemnitz entschloss sich zur Errichtung einer eigenen Krankenanstalt, da die Krankenanstalten der Stadt Chemnitz bereits ab 1910 kaum mehr in der Lage waren, Patienten von außerhalb zu behandeln. Zum Bezirksverband gehörten damals etwa 45 Gemeinden von Niederfrohna im Norden bis Gornsdorf im Süden und von Pleißa im Westen bis Euba im Osten.

Der Krankenhausbau sollte der Armenversorgung und der öffentlichen Krankenpflege dienen - beides ist in dem Relief „In treuer Pflege" (Bildhauer Felix Pfeiffer, Leipzig) bis heute über dem einstigen Eingangsportal festgehalten.

Die feierliche Weihe des Krankenhauses am 22. Dezember 1913 durch König Friedrich August III. von Sachsen war ein Höhepunkt für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die schwierige wirtschaftliche Lage während dieser Zeit war die Entwicklung des Krankenhauses zunächst für einige Jahre unterbrochen. Ab 1924 aber wurde das Krankenhaus unter der Leitung eines hauptamtlichen Chefarztes ständig erweitert und ausgebaut und damit die medizinische und soziale Versorgung der Bevölkerung stark verbessert. So wurden beispielsweise eine Isolierstation für Infektionskrankheiten und Tuberkulose sowie ein Kinderheim (später als Altersheim genutzt) errichtet. Heute befinden sich in diesen Gebäuden die Kinderklinik und die Frauenklinik.

1937/38 begann eine Umgestaltung in der Krankenpflege: Die Schwestern des Deutschen Vereines für Gesundheitspflege wurden von der Sächsischen Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes übernommen. Die Ausbildung der Schwestern an der Krankenpflegeschule am Krankenhaus Rabenstein war seit 1927 staatlich anerkannt.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg betreute das Krankenhaus Rabenstein nicht nur die Zivilbevölkerung, sondern diente der Stadt Chemnitz auch als Lazarett.

Anschließend wurde es als Zentralkrankenhaus der Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut genutzt. Mit der Übernahme des Hauses durch die Sozialversicherung Wismut stand es ab 1957 der Bevölkerung der umliegenden Städte und Gemeinden wieder zunehmend zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch die Einrichtung der Frauenklinik sowie der Kinderklinik.

Auf Beschluss des Betriebsgesundheitswesens Wismut verlor das Krankenhaus Rabenstein 1969 seine Selbständigkeit. Leider ging dies mit dem Verlust der Klinik für Innere Medizin 1985 einher, nachdem es bereits ab 1969 keine Chirurgie mehr am Haus gab.

Die Zeit nach 1989 war, wie überall, auch für das damalige Bergarbeiterkrankenhaus Rabenstein eine Zeit des Umbruchs. Ende 1990 wurde es über Nacht für juristisch selbständig erklärt. Durch den Einsatz von Dr. Funke (Chefarzt der Kinderklinik bis 1996) und Dr. Viertel (Chefarzt der Frauenklinik bis 1994) gelang es, Kontakte zum Roten Kreuz, speziell dem „Verband der Schwesternschaften des DRK e. V." zu knüpfen.

Nach intensiven Vorbereitungen kam es im Juli 1991 zur Gründung der DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen.

Das DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein war eine der ersten Gesundheitseinrichtungen unter einer freigemeinnützigen Trägerschaft in den neuen Bundesländern und damit Ausdruck der Veränderung in der Krankenhauslandschaft.

Zeitgleich gründete sich die Schwesternschaft vom DRK Sachsen e. V., die bis heute den größten Teil des Pflegepersonals stellt.

Die Umsetzung der Ideen und Pläne zur weiteren Entwicklung des Krankenhauses aus dem Jahr 1991 wurden kurz darauf in Angriff genommen. Besonders der Freistaat Sachsen, aber auch die Krankenkassen und die DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen haben für die Beseitigung vorhandener baulicher Mängel und Schäden sowie die Errichtung von Neubauten erhebliche Mittel aufgebracht.

1994 wurde die Wärmeversorgung von Kohle auf Erdgas umgestellt. Bis dahin waren die häufig kräftig rauchenden Schornsteine ein markantes Symbol des Krankenhauses und eine erhebliche Belastung der Umwelt. Von 1994 bis 1996 wurde das alte Hauptgebäude nahezu vollständig saniert und umgestaltet. Mit einem Aufwand von rund 17 Mio. DM wurde die Hautklinik als Schwerpunktversorgung für den Großraum Chemnitz ausgestattet. Gleichzeitig entstanden Funktionsbereiche, wie Röntgendiagnostik, Endoskopie oder Physiotherapie, die bereits auf zukünftige Anforderungen ausgelegt wurden. Die wichtigste geplante Neuerung war jedoch die Errichtung einer Klinik für Innere Medizin.

Im September 1997 erfolgte im Beisein vieler Gäste die Grundsteinlegung für diesen Neubau. Die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen stellten dafür nahezu 26 Mio. DM bereit. Bereits im Februar 1999 konnte das Bettenhaus für die Klinik in Betrieb genommen werden. Nach mehrjähriger Unterbrechung hatte damit das Fachgebiet der Inneren Medizin wieder Einzug gehalten. Seit dem verfügte das Krankenhaus über eine Intensivtherapiestation zur Behandlung schwer erkrankter Patienten und eine Notaufnahme zur Behandlung von vital bedrohten Patienten. In diesem Zuge entstand der - bis heute das Gesicht des Hauses prägende - runde Haupteingang.

In den Jahren 1998 bis 2000 wurde die Altbausubstanz der Frauenklinik von Grund auf renoviert und saniert. Besonders wichtig war die Errichtung des Anbaus, um die Aufenthaltsbedingungen für Patientinnen und jungen Mütter mit ihren Kindern zu verbessern.

2000/2001 folgte die Umgestaltung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. So wurde u.a. der Bereich zur Behandlung von Frühgeborenen bzw. kranken Neugeborenen modernisiert, aber auch das Dach und die Fassade renoviert.

2001 wurde zudem das erste Ärztehaus auf dem Gelände des Krankenhauses eröffnet.

Zur Weiterentwicklung des operativen Profils entstand 2002 eine allen modernen Standards entsprechende OP-Abteilung mit Sterilgutaufbereitung sowie der Pflegebereich für die Belegabteilung Chirurgie.

Um diese enge Verzahnung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor zu fördern, wurde am DRK Krankenhaus ein zweites Ärztehaus mit Praxisräumen für niedergelassene Ärzte errichtet, das seit Ende 2003 genutzt wird.

Seit 2004 gehört das DRK Krankenhaus Lichtenstein zum Gesamtunternehmen.

Ein Ambulantes OP-Zentrum (AOZ) mit 4 Eingriffsräumen ist seit Ende 2006 in Betrieb. Hier werden seit dem ambulante Operationen der Fachgebiete Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Urologie, Dermatologie, Augenheilkunde von niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Im Untergeschoss des Gebäudes ist eine interdisziplinäre Tagesklinik entstanden, die mit Sprechstundenzimmern und Behandlungsräumen eine qualifizierte tagesklinische, vor- und nachstationäre Betreuung bietet.

Das dritte Ärztehaus ist Mitte 2007 in Betrieb genommen worden und mit diesem das Zentrum für Schmerz- und Palliativmedizin (eine Kooperation von Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin und der MVZ Spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin GbR).

Zudem beherbergt es auch die meisten Praxen des Medizinischen Versorgungszentrums des DRK Krankenhauses mit den Fachbereichen HNO, Kinder- und Jugendmedizin, Augenheilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Anfang 2011 ist das vierte Ärztehaus fertig gestellt worden. Mit der darin angesiedelten vertragsärztlichen Niederlassung „Zentrum für Histopathologie“ werden der stationäre und der ambulante Sektor noch enger vernetzt.

In den 4 Ärztehäusern haben sich inzwischen rund 40 niedergelassene Ärzte nahezu aller Fachgebiete am DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein angesiedelt.

Ende 2008 wurde für einen Magnetresonanztomographen (MRT) ein würfelartiger Anbau an die Abteilung für Radiologie zwischen zwei Seitenflügeln des Haupthauses A errichtet.

Die spektakuläre Anlieferung und Einbringung des direkt aus den USA eingeflogenen MRT-Magneten erfolgte am 20.11.2008. Das hochempfindliche, mit modernster Elektronik ausgerüstete Gerät mit seinen 2,5 x 2,5 x 2,5 m und 6 Tonnen Gewicht musste von einem Kran auf eine Plattform gehoben werden, von der es in Präzisionsarbeit mit Spezialrollen an seinen neuen Standort geschoben wurde. Seit Januar 2009 erweitert der MRT das Leistungs-Spektrum der Abteilung für Diagnostische Radiologie. Im April 2011 kam ein neuer 64-Zeilen-Computer-Tomograph und eine neue Mammographieeinheit hinzu.

Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr wurde im November 2009 der neue Verbindungsbau zwischen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Frauenklinik in Betrieb genommen. Mit dem Neubau wurde die Frauenklinik mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin räumlich - "Wand-an-Wand" - verbunden, sodass im Bereich der Geburtshilfe und Neonatologie sowohl fachlichen als auch räumliche verbunden sind. Der Bereich der Neonatologie erhielt unter anderem vier hochmoderne Intensivbehandlungsplätze für die Behandlung von Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen sowie Intensivpflegeinkubatoren, Beatmungsgeräte und Überwachungsmonitore für die wichtigsten Lebensfunktionen. Seit dem erfüllen die Frauenklinik und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam alle Bedingungen, die an ein Perinatalzentrum - Level 2, d.h. für die Betreuung von Frühgeborenen oberhalb von 1250 Gramm und/oder der 29. SSW, gestellt werden.

Bis Ende Februar 2012 folgten viele Erneuerungen am großen Bettenhaus hinter dem Hauteingangsportal, z. B. die neue Station für Kurzlieger (BC/H2/F4). Dies gipfelte in einer weiteren großen Baumaßnahme. Das Haus C wurde in einem Zeitraum von einem Jahr um eine neue Etage aufgestockt. Es entstand eine moderne Station für die Klinik für Innere Medizin mit den besonderen Brustschmerz- und Schlaganfalleinheiten. Diese Station ist zudem die erste, die mit dem neuen Multimediasystem für Patienten ausgestattet ist. Dieses Multimediasystem, das TV/Radio/Internet und Telefon vereint, wird bis 2015 auf allen weiteren Stationen im Hause installiert.

Seit 1. Juli 2013 sind die neue Aufnahme- und Kurzliegerstation und die zentralisierte Funktionsabteilung im DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein in Betrieb genommen worden. Ein stetiger Zuwachs an Patientenzahlen erforderte diese maßgeblichen Veränderungen. Die neue Aufnahme- und Kurzliegerstation bietet vor allem für Patienten Vorteile. So verkürzen sich Wege und Wartezeiten. Nötige Voruntersuchungen für die stationäre Aufnahme wie Blutabnahme, EKG etc. und die Erfassung der Patientendaten erfolgen auf dieser Station.

Zeitgleich und in direkter Nachbarschaft zur Aufnahmestation ist die Funktionsabteilung in neuen Räumen angesiedelt worden. Die bislang im Hause verteilten Untersuchungsräume wurden in dem aufwendig saniert und modernisierten Gebäudetrakt zentralisiert. So sind nun die Bedingungen für einen zeitgemäßen logistischen Ablauf der Untersuchungen geschaffen worden.

Ebenfalls im Juli 2013 sind die ersten Bäume neben der Medizinischen Berufsfachschule gefallen. Die Frauenklinik, von allen Seiten von Bäumen umgeben, wird erneut erweitert. Der dauerhaft gestiegene Zuspruch in den vergangenen Jahren machte diesen Schritt unumgänglich. Die neuen Räume – u.a. ein 100 m² großer Seminarraum mit etwa 50 Sitzplätzen im UG, ein zusätzliche Kreißsäle im EG und ein neuer Eingriffsraum für operative Entbindungen- sollen planmäßig im 2. Quartal 2014 in Betrieb genommen werden.

Ebenfalls mitten im Baugeschehen befindet sich die neue Zentralsterilisation. Hier sollen ab dem 2. Quartal 2014 Operationsgeräte aus den beiden DRK Krankenhäusern Chemnitz-Rabenstein und Lichtenstein gereinigt und für die nächsten OPs vorbereitet werden. Anfang 2014 soll die neue Einrichtung – Waschmaschinen sowie Reinigungs- und Sterilisationsgeräte (RDG) in Betrieb gehen.

Quelle: Pressemitteilung der DRK Gemeinnützige Krankenhaus GmbH Sachsen vom 20.12.2013