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22. November 2013

3. Kongresstag des 36. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf


Eine große Chance für das europäische Gesundheitswesen

Schwerpunkt des dritten Kongresstages ist die europäische Gesundheits- und Krankenhauspolitik. Ein wesentliches Thema hierbei war die "Umsetzung der EU-Patientenrechte-Richtlinie". Ihr Ziel ist es, Patienten einen grenzüberschreitenden Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen samt freier Arzt- und Krankenhauswahl in allen EU-Ländern zu ermöglichen. Georg Baum, Präsident von HOPE und DKG-Hauptgeschäftsführer, bewertete die Umsetzung als positive Entwicklung in Europa und als ein großes Freiheitsrecht. Andrzej Rys, Direktor für öffentliche Gesundheitssysteme in der Europäischen Kommission, der die Implementierung seit 2006 aktiv begleitete, zum aktuellen Stand der Umsetzung: "Wir haben sie noch nicht ganz durch." Neben den unterschiedlichen Systemen und Sprachbarrieren sind schwierige Punkte beispielsweise auch die Preisgestaltung sowie Fragen der Kostenerstattung, die Identifizierung der Patienten anhand unterschiedlicher Kartensysteme, ihre Gleichbehandlung in den jeweiligen Sektoren oder die Gültigkeit von grenzüberschreitenden Rezepten. "Ich sehe eine große Chance für eine zukünftige Entwicklung im europäischen Gesundheitswesen", so Rys und ergänzte: "Man muss sich auf die Netzwerke verlassen und nicht isoliert arbeiten."

Am Nachmittag wird es in der Europa-Konferenz um den "Innovationszugang in den Krankenhäusern Europas" gehen. Organisatoren der internationalen Veranstaltung sind die European Hospital and Healthcare Federation (HOPE), die European Association of Hospital Managers (EAHM) sowie die European Association of Senior Hospital Physicians (AEMH).

Neueste Trends rund um das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Krankenhaus standen in der Vortragsveranstaltung des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren - Gesundheitszentren - Integrierte Versorgung e.V. im Mittelpunkt. Dr. Bernd Köppl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands MVZ, kritisierte die willkürlichen Trägereinschränkungen bei der Gründung von Medizinischen Versorgungszentren. "In der zurückliegenden Legislaturperiode hatten wir Gegenwind und mussten zahlreiche rechtliche und wirtschaftliche Rückschläge verkraften." Köppl hob die grundsätzliche Verletzung des Prinzips "Gleiches Honorar für gleiche Leistung" hervor. Er forderte vor allem den Abbau von wirtschaftlichen Benachteiligungen bei der Honorierung erbrachter Leistungen im EBM und bei den Plausibilitätsprüfungen. Auch sei eine Modernisierung und Anpassung von Zulassungsverordnung und Berufsrecht an die neue Versorgungsrealität mit angestellten Ärzten zwingend erforderlich. Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Braunschweig, machte deutlich, dass Kliniken eine klare Strategie im Bereich MVZ haben müssten. "Wir wollen den Charakter unseres Klinikums als ein Maximalversorger weiter ausbauen, den medizinischen Fortschritt voranbringen und die Präsenz in der Notfallversorgung sowie unseren onkologischen Schwerpunkt weiter stärken." Sowohl von der Patientennachfrage als auch vom wirtschaftlichen Ergebnis bewertete er das MVZ insgesamt als Erfolg. Gleichwohl sei weiterhin die Abstimmung im gesamten Gesundheitsnetzwerk insbesondere zu den niedergelassenen Fach- und Hausärzten notwendig.

Der 36. Deutsche Krankenhaustag bietet noch bis zum 23. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren.

Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 22.11.2013