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18. Februar 2011

Abwanderung tausender Ärzte aus Tschechien abgewendet


Pressemitteilung der Sächsischen Landesärztekammer: Angedrohte Abwanderung tausender Ärzte aus Tschechien wegen niedriger Löhne konnte abgewendet werden.

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, begrüßte den politischen Sieg der tschechischen Kollegen. „Die Entscheidung der tschechischen Regierung, die unzureichenden Gehälter der Krankenhausärzte endlich um ca. 15% anheben zu wollen, kommt gerade noch zur rechten Zeit. Dadurch dürfte der Versorgungsnotstand im Nachbarland abgewendet worden sein.”

Die Sächsische Landesärztekammer hatte noch im Januar in einem Schreiben an die Tschechische Ärztekammer in Prag ihre politische Unterstützung angeboten und trotz des hiesigen Ärztemangels eine gezielte Abwerbung von Ärzten im Nachbarland durch die Sächsische Landesärztekammer ausgeschlossen.

3800 von 20.000 Krankenhausärzten hatten Ende 2010 ihre Auswanderung bis März 2011 in Aussicht gestellt, sollten ihre Löhne nicht angehoben werden. Die Löhne sollen nun ab März um 8000 Kronen (330 Euro) im Monat erhöht werden. Krankenhausärzte verdienten bisher in Tschechien im Durchschnitt zwischen 30.000 und 40.000 Kronen (rund 1230 bis 1640 Euro). Die tschechische Ärztegewerkschaft Lok sicherte beim nun erlangten Kompromiss zu, die Ärzte dazu aufzufordern, ihre Ende 2010 eingereichten Kündigungen zurückzuziehen.

Wären die Ärzte tatsächlich abgewandert, wären nicht akute Operationen um Monate verschoben und Patienten zu früh entlassen worden. Der Sicherheitsrat des Landes hatte sogar angekündigt, Militärärzte einsetzen zu wollen.

Quelle: Presseinformation der Sächsischen Landesärztekammer vom 18.02.2011