Nachrichten

 
23. September 2015

Aktive Mittagspause am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig


Anlässlich der geplanten Krankenhausreform haben heute auch zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Elisabeth-Krankenhauses Leipzig ihre Arbeit niedergelegt. Gemeinsam versammelten sie sich vor dem Krankenhaus, um mit einer Luftballonaktion auf die Nöte der deutschen Krankenhäuser aufmerksam zu machen und an die Politik zu appellieren.

„Krankenhaus-Reform? So nicht!“ Unter diesem Motto protestierten heute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des St. Elisabeth-Krankenhauses Leipzig gegen die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe geplante Krankenhausreform. Gemeinsam ließen sie 100 grüne Luftballons in den Himmel steigen und mit ihnen ihre Forderungen u. a. nach einer auskömmlichen Finanzierung, einer vollen Personalkostendeckung für Tariflöhne, mehr Personal und mehr Zeit für Patientinnen und Patienten.

Insbesondere Letzteres sehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland in Gefahr, sollte das Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung (KHSG) wie geplant im Januar 2016 in Kraft treten.

Ab diesem Zeitpunkt soll sich die Krankenhausvergütung stärker an der Qualität orientieren. Eindeutige Qualitätskriterien gibt es bislang nicht. Zukünftig müssen Krankenhäuser, die immer wieder Mängel in der Qualität aufweisen, mit Abschlägen und im Extremfall sogar nicht einer Umwidmung oder Schließung rechnen. Eine hohe medizinische Qualität und gute Erreichbarkeit waren das erklärte Ziel der Reform. Darüber hinaus will man mit der Reform Überkapazitäten bei den Krankenhäusern abzubauen.

Die Krankenhäuser unterstützen die Qualitätsoffensive des Bundesgesundheitsministers. Sie kritisieren aber, dass die Reform nicht dazu beiträgt, die Krankenhäuser finanziell abzusichern.

Mit ihrer Luftballonaktion solidarisierten sich die Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte und Verwaltungsangestellte des St. Elisabeth-Krankenhauses Leipzig mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der anderen Krankenhäuser in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus, die ebenfalls aus Protest gegen die geplante Reform ihre Arbeit niederlegten. Vielerorts opferten sie hierfür ihre Mittagspause, um das Wohl der sich in ihrer Obhut befindenden Patientinnen und Patienten nicht zu gefährden.

Höhepunkt der von der Deutschen Krankenhausgesellschaft ausgerufen Aktion war eine Demonstration tausender Krankenhausangestellter aus ganz Deutschland vor dem Brandenburger Tor.

Quelle: Pressemitteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses Leipzig vom 23.09.2015