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22. Mai 2014

Arnsdorfer Neurologen implantieren als erste neurologische Klinik in Sachsen den kleinsten Herzmonitor - Hilfe für Patienten nach Schlaganfall


Die Neurologische Klinik am Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf hat am 21.05.2014 erfolgreich als erste neurologische Klinik in Sachsen und als eine der ersten in Deutschland bei einem Patienten das kleinste EKG-System der Welt implantiert. Der Mini-Herzmonitor, ein sogenannter Event Recorder, wird Patienten nach einem kryptogenen Schlaganfall zur Langzeitüberwachung eingesetzt.

Schlaganfälle treffen jährlich 200.000 Menschen in Deutschland. Bei ca. einem Drittel ist die Ursache nicht zu finden, man spricht von einem kryptogenen Schlaganfall. Ursache dafür kann ein unerkanntes Vorhofflimmern sein – eine Form der Herzrhythmusstörung, bei der die Herzvorhöfe unregelmäßig kontrahieren, das Herz aus dem Takt gerät, schnell und ungleichmäßig „flimmert“. An Vorhofflimmern leiden in Deutschland eine Million, in Europa  4,5 Millionen Menschen. Viele Betroffene sind beschwerdefrei. Jedoch sind Herzrasen, Müdigkeit, Luftnot und Schwindel bis hin zur Ohnmacht nicht selten die Folge. Menschen mit
Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. 40.000 Schlaganfälle pro Jahr lassen sich auf diese unerkannte Herzrhythmusstörung zurückführen. Eine weitere Folgeerscheinung kann Herzschwäche sein.

Vorhofflimmern erkennen – Folgeerkrankungen vermeiden

Zur Diagnose von Vorhofflimmern können externe Langzeit-EKGs nur bedingt helfen, denn die Symptome treten oft unregelmäßig in größeren zeitlichen Abständen und häufig vom Patienten unbemerkt auf. „Das von uns implantierte Mini-EKG-System Reveal LINQ der Firma Medtronic ermöglicht es, über Jahre hinweg unseren Patienten kontinuierlich und drahtlos zu überwachen. Tritt Vorhofflimmern auf, so können wir Ärzte viel  schneller  als  bisher  reagieren,  um  einem  weiteren  Schlaganfall  vorzubeugen.“  so  Chefarzt  Prof.  Dr. Tobias Back.

Kleiner, drahtloser Herzmonitor optimiert Zusammenspiel von Arzt und Patient

Der Mini-Herzmonitor ist nur ein Drittel so groß wie eine AAA-Batterie und mehr als 80 % kleiner als andere implantierbare  EKG-Geräte.  Drei  Jahre  lang  können  Ärzte  das  Herz  ihrer  Patienten  überwachen.  Neben seiner  Möglichkeit  des  drahtlosen  Langzeit-Monitorings ermöglicht das System  auch  das Fernmonitoring über das Carelink®-Netzwerk,  das  den  Arzt  automatisch  benachrichtigt,  wenn  beim  Patienten  zwischen zwei regulären Arztterminen bedeutsame kardiale Ereignisse auftreten. Praktisch von jedem Ort der Welt aus können die diagnostischen Daten des Implantats an den Arzt übermittelt werden.

Der Monitor wird durch einen kleinen Schnitt von weniger als 1cm in den oberen linken Brustbereich direkt unter die Haut eingebracht und ist dann mit bloßem Auge praktisch nicht zu sehen. „Der Herzmonitor wird in einem  minimalinvasiven  Verfahren  eingesetzt  und  macht  die  ganze  Maßnahme  für  Arzt  und  Patienten schneller und einfacher.“,  so Prof. Dr. Back.  Patienten mit  implantiertem  Reveal  LINQ  können  in  einem MRT oder Kernspin untersucht werden, ohne dass das EKG-Gerät dafür entfernt werden muss.

Quelle: Pressemitteilung des Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf vom 22.05.2014