Nachrichten

 

Weiterempfehlen














19. November 2012

Ausklang des 35. Deutschen Krankenhaustages im Rahmen der MEDICA


Zielvereinbarungen in Chefarztverträgen - Weiterentwicklung begrüßt

"Sie können Zielvereinbarungen unterschreiben. Nur keine anstößigen", bilanzierte zusammenfassend der Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Dr. Bernhard Rochell, die Diskussion um die Weiterentwicklung der Zielvereinbarungen in Chefarztverträgen auf dem 35. Deutschen Krankenhaustag. Am Abschlusstag des mit rund 2.100 Teilnehmern hochgefragten viertägigen Informations- und Diskussionsforums für das Krankenhauswesen im Rahmen der weltweit größten Medizinmesse MEDICA begrüßten die Teilnehmer, dass die Deutsche Krankenhausgesellschaft ihr Vertragsmuster weiterentwickelt hat.­

­Professor Dr. Dietrich Paravicini eröffnete den Themenkomplex mit einer grundlegenden Feststellung: "Da die Ökonomie die Ethik nicht ablösen kann, ist ein Ausgleich zu suchen." "Vom obersten Gebot der hochwertigen Patientenversorgung lassen sich vernünftige Kriterien ableiten", führte dazu Privatdozent Dr. Michael Weber, Vizepräsident des Verbandes Leitender Krankenhausärzte (VLK) aus und empfahl eine ausgewogene Mischung aus Qualitätskriterien der stationären Patientenversorgung, der Mitarbeiterführung, z.B. bei Aus- und Weiterbildung, der Prozess- und Strukturkosten sowie der Versorgungsleistungen des jeweiligen Krankenhauses. Dr. Bernd Klinge, Chefarzt an der HELIOS-Klinik Sangerhausen, betonte, dass die Kriterien für Zielvereinbarungen transparent und unter Interessensausgleich erstellt werden könnten. "Es ist normal, Zielvereinbarungen zu haben. Und das seit gut zehn Jahren. Von inakzeptabel gestalteten Einzelfällen abgesehen, möglicherweise auch Ausdruck eines längst akzeptierten Weges."­

Insgesamt kritisierte der Krankenhaustag die unzureichende finanzielle Unterstützung der Krankenhäuser durch den Bund und die Länder. Der amtierende Präsident des 35. Deutschen Krankenhaustags, Dr. Josef Düllings, forderte wiederholt, dass die Kliniken insbesondere von den ihnen auferlegten Kürzungen in Höhe von ca. einer Mrd. Euro alleine in 2011 und 2012 zu befreien seien.

Zum dreizehnten Mal wurde der Deutsche Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA organisiert. Wie die Jahre zuvor, stieß die DKG-Informationsveranstaltung "Das G-DRG-System 2013" zur Weiterentwicklung des deutschen Fallpauschalensystems mit vielen hundert Gästen auf große Resonanz.

Der 36. Deutsche Krankenhaustag wird vom 20. bis 23. November 2013 erneut in Düsseldorf im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse MEDICA stattfinden.

Quelle: Presseinformation der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 17.11.2012