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27. Oktober 2014

Bereits mehr als 1000 Patienten im Telemedizinischen Kardionetzwerk Westsachsen aufgenommen


Projekt des Klinikums St. Georg ermöglicht lückenlose Versorgung von Herzpatienten

Das Klinikum St. Georg zählt bereits mehr als 1000 Patienten in dem von ihm ins Leben gerufenen „Telemedizinischen Kardionetzwerk Westsachsen“. Ziel des bundesweit einzigartigen Netzwerkes ist es, die Betreuungs- und Versorgungsqualität von Herz-Kreislauf-Erkrankten mittels eines telemetrischen Implantates in ganz Sachsen sicherzustellen. Das Klinikum St. Georg setzt dabei im Rahmen des Projektes auf Home-Monitoring-fähige Geräte (wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren und Biomonitore). Diese sind ausgestattet mit einem kleinen Sender, der automatisch und tagaktuell alle patienten- und implantationsspezifischen Parameter drahtlos über ein mobilfunkfähiges Übertragungsgerät (dem CardioMessenger) an das Klinikum St. Georg übermittelt – unter Berücksichtigung der gesetzlichen und datenschutzrechtlichen Anforderungen.

„Zur Auswertung der Daten hat die Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin extra ein Monitoring Center eingerichtet. Speziell geschultes Personal und ein verantwortlicher Kardiologe sichten dort alle Patientendaten. Werden bei einem Patienten kritische Werte festgestellt, informiert der Kardiologe umgehend den für die Nachsorge zuständigen Arzt“, erklärt Dr. Iris Minde, Geschäftsführerin des Klinikums, die Vorgehensweise. Für die am Projekt beteiligten Patienten hat diese Art der Rund-um-die-Uhr-Überwachung erhebliche Vorteile. „Die Technologie erlaubt uns, den Zustand der Patienten, unabhängig davon, wo sich der Patient gerade aufhält, zu überprüfen. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechte und effiziente Versorgung“, betont Prof. Dr. med. Andreas Hartmann, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin. „So können beispielsweise die routinemäßigen Implantatnachkontrollen beim niedergelassenen Arzt reduziert werden. Außerdem werden dank der kontinuierlichen Überwachung Veränderungen schneller erkannt und so Folgeerkrankungen und Krankenhauseinweisungen vermieden.“

So haben zum Beispiel Menschen mit Vorhofflimmern ein fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der es zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen und dadurch zu einem folgenschweren Schlaganfall kommen kann. Die Patienten selbst merken häufig jedoch nichts von diesen Arrhythmien und deshalb bleiben sie oft unerkannt. Durch ein telemetrisches Implantat kann Vorhofflimmern wesentlich früher erkannt und damit einem Schlaganfall vorgebeugt werden.

„Dank des Implantats fühle ich mich einfach sicherer. Das Wissen, dass meine Werte regelmäßig von Fachleuten gesichtet und ausgewertet werden, beruhigt ungemein. Statt permanent in Angst vor einem möglichen Schlaganfall zu leben, kann ich meinen Alltag nun wieder genießen“, ergänzt Klaus Rudolph aus Leipzig. Erst kürzlich hatte der Patient während seines Urlaubsaufenthaltes in Polen Herzrhythmusstörungen, die er selbst nicht gespürt hatte. Durch den Sender im Implantat wurde das St. Georg auf die kritischen Werte aufmerksam. Klaus Rudolph wurde daher vorfristig in die Klinik einbestellt und medizinisch versorgt.

Das Telemedizinische Kardionetzwerk Westsachsen wächst seit seiner Gründung im Januar 2013 kontinuierlich. Inzwischen ist ein Verbund aus 30 Kliniken und niedergelassenen Ärzten aus ganz Sachsen entstanden.

„Wir sind bemüht, eine Betreuung des Projekts auch weiterhin zu gewährleisten. Denn gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und damit steigender Patientenzahlen sowie abnehmender Arztdichte, vor allem im ländlichen Raum, kann mit dem Kardionetzwerk eine flächendeckende Versorgung sichergestellt und das Gesundheitssystem dauerhaft entlastet werden“, resümiert Geschäftsführerin Dr. Iris Minde.

Quelle: Presseinformation des Klinikum St. Georg gGmbH vom 27.10.2014