Nachrichten

 
19. Januar 2011

CDU-Eckpunktepapier zur medizinischen Versorgung


Neue Überlegungen zur Weiterentwicklung der MVZ: Krankenhaus-MVZ können in ländlichen Gebieten zur Stabilisierung der ärztlichen Versorgung beitragen

Die Geschäftsstelle des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren Gesundheitszentren - Integrierte Versorgung e.V. (BMVZ) informiert, dass mit den von der CDU vorgelegten '14 Vorschlägen zur Reform der Medizinischen Versorgung in Deutschland' in Punkt V auch auf die Perspektive der MVZ eingegangen und eine positive Neubewertung der MVZ vorgenommen wird. Insgesamt wurden interessante Ansatzpunkte formuliert, über die eine Diskussion lohne.

Ausdrücklich unterstützt der BMVZ die CDU-Überlegungen zur stärkeren Zusammenarbeit der ambulanten Medizin mit den regionalen Krankenhäusern. Zum ersten Mal wird hier von der CDU offiziell anerkannt, dass in der ambulanten Versorgung mit der neuen Organisationsform der MVZ eine echte Alternative zur isolierten Einzelpraxis entstanden ist, die nicht weiter bekämpft werden soll. Dass die Organisationsform des MVZ für Ärzte eine echte Alternative bietet und die Lasten der Übernahme einer Praxis und das wirtschaftliche Risiko auf weitere Schultern verteilt werden, wird damit endlich als Vorteil erkannt. Darüber hinaus steht das MVZ - im Gegensatz zur Perspektive des einsamen Einzelkämpfers - für eine kollegiale und fachübergreifende Form der ambulanten Medizin, die gerade von Frauen verstärkt gewünscht wird. Mit dem Eckpunktepapier vollzieht die CDU also eine Entwicklung nach, die bei den jungen Ärzten längst angekommen ist. Das antiquierte Modell der Gründung oder Übernahme einer Einzelpraxis im ländlichen Raum, mit lebenslanger Bindung und tendenzieller Überarbeitung in der Anfangsphase ist mit eine Ursache für die Abwanderung von Ärzten. Es ist familienfeindlich und mit der zunehmenden Flexibilisierung der Lebensgestaltung nicht kompatibel. Dementgegen kann die Kooperation von MVZ mit Krankenhäusern ein wichtiges Element der Stabilisierung der Versorgung in ländlichen Regionen werden und sollte daher von allen bürokratischen Hemmnissen befreit werden. Notwendig ist dazu allerdings, dass die in der Koalitionsvereinbarung erklärte Absicht, MVZ-Trägerschaften von Krankenhäusern einzu-schränken, offiziell aufgegeben wird, da diese bisher zu großer Verunsicherung geführt hat und weitere MVZ-Gründungen im ländlichen Raum behindert.

Quelle: http://www.bmvz.de/pdf/TexteundPositionen/2011/BMVZ_Pressemitteilung_19-01-2011.pdf vom 19.01.2011