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23. August 2013

Das Lausitzer Seenland Klinikum erweitert seine diagnostischen und therapeutischen Leistungen auf dem Gebiet der Herzerkrankungen


Nach gut sechs Monaten Bauzeit wurden am 23. August 2013, um 13:00 Uhr ein neuer Linksherzkathetermessplatz und ein neuer angiologischer Arbeitsplatz im Lausitzer Seenland Klinikum offiziell in Betrieb genommen.

Das neue Herzkatheterlabor ist mit etwa 3,2 Millionen Euro die größte Investition des LSK in diesem Jahr. Die diagnostischen und therapeutischen Leistungen auf dem Gebiet der Herzerkrankungen werden damit deutlich verbessert. Kleinste anatomische Details sind durch die digitale Bildgebung sichtbar, sodass krankhafte Veränderungen am Herzen schneller erkannt und behandelt werden können. Um die Traglast der zwei neuen Arbeitsplätze am neuen Standort zu gewährleisten, wurden zur Verstärkung fast fünf Tonnen Stahl in Decke und Boden verbaut.

Der neue Linksherzkathetermessplatz dient vorwiegend für diagnostische und therapeutische Untersuchungen der Koronargefäße. Die moderne Röntgentechnik liefert qualitativ hochwertige Bilder und arbeitet zudem mit noch weniger Strahlenbelastung für Patient und Personal. Zur Anlage gehört auch ein intravaskulärer Ultraschall. Ein Katheter mit Mikroschallkopf ermöglicht eine Untersuchung der Blutgefäße von innen, womit der Innendurchmesser des Gefäßes ermittelt wird, um das Ausmaß der Verengung festzustellen. „Das spielt besonders für komplizierte Stenteinlagen und bei angiographisch schwer zu beurteilender Herzkranzgefäßanatomie eine Rolle“, so der Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Dr. med. Olaf Altmann. Mit dem neuem Linksherzkathetermessplatz kann eine intrakoronare Druckmessung der Herzkranzgefäße durchgeführt werden. Dabei wird ein feiner Messdraht, der mit einem Sensor ausgestattet ist, durch das verengte Gefäß geführt. Der Sensor misst dann unter maximalem Blutdurchfluss vor und hinter der Verengung des Gefäßes den Blutdruck. Der Wert gibt Auskunft darüber, ob die Durchblutung der Herzmuskel durch die Engstelle negativ beeinflusst wird. Dies ist entscheidend bei der Wahl der Behandlungsmethode.

Mit dem neuen angiologischen Arbeitsplatz sind Gefäßdarstellungen und -eingriffe in allen Gefäßregionen des menschlichen Körpers möglich, speziell aber in Beinen, Armen, Bauchgefäßen und Hirngefäßen. „Diese umfassenden Möglichkeiten hatten wir so im LSK vorher nicht. Der Arbeitsplatz wird zudem klinikübergreifend genutzt, speziell aber für interventionelle Behandlungsmethoden durch den Chefarzt des Institutes für Radiologie, Prof. Dr. med. Herman Josef Steinkamp“, erklärt Chefarzt Dr. med. Olaf Altmann. Eine Besonderheit ist die dreidimensionale Darstellung der Gefäße, ähnlich wie bei einem Computertomographen. Auf diesem Arbeitsplatz werden Herzschrittmacher und Defibrillatoren implantiert. Eine wesentliche Erweiterung des Arbeitsplatzes ist die Ausstattung mit einer elektrophysiologischen Messeinheit und einem dreidimensionalen Navigationssystem, mit denen Herzrhythmusstörungen untersucht und behandelt werden können, sogenannte Ablationsbehandlungen – eine Technik die am Lausitzer Seenland Klinikum im Wesentlichen neu etabliert wird. Dabei wird bei bestimmten Herzrhythmusstörungen (wie Vorhofflimmern oder -flattern) eine Unterbrechung störender Stromkreisläufe am Herzen herbeigeführt. Ein spezieller Katheter wird an das Herz geführt und gibt einen Hochfrequenzstrom ab. Durch die Hitzeerzeugung werden die krankhaften Herzmuskelzellen verödet und so die Herzrhythmusstörungen behoben.

„Mit unseren neuen kardiologischen und angiologischen Arbeitsplätzen erweitern wir unser Spektrum. Wir können jetzt mehr Patienten/innen mit Gefäßstörungen in unserem Einzugsbereich und auch darüber hinaus helfen“, so der Geschäftsführer des LSK, Andreas Grahlemann.

Quelle: Pressemitteilung des Lausitzer Seenland Klinikum GmbH vom 23.08.2013