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22. Mai 2014

Datenerhebung belegt stabile und gute Qualität


Dresdner Universitätsklinikum veröffentlicht zum fünften Mal Daten zur Qualität der stationären Behandlung / PD Dr. Maria Eberlein-Gonska ist neue Leiterin des Fachausschusses Peer Review

Ab heute sind die Qualitätsergebnisse des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden unter www.uniklinikum-dresden.de/iqm abrufbar. Das Klinikum stellt seine aus Routinedaten berechneten Qualitätsergebnisse für relevante Krankheitsbilder des Hauses dar. Die Ergebnisse stammen aus der IQM-Gruppenauswertung von 260 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Insgesamt umfasst der IQM-Indikatorensatz 252 Qualitätskennzahlen für 50 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren. Das Dresdner Universitätsklinikum gehört zu den Gründungsmitgliedern der Initiative und nutzt das IQM-Verfahren als Methode zur Identifikation sowie selbstkritischen Analyse von Verbesserungspotenzialen für sein aktives Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement. Ziel ist die kontinuierliche Optimierung und nachhaltige Sicherung der Behandlungsprozesse und –ergebnisse im Dienst und zum Wohl der Patienten.  Dies geschieht unter Anleitung von Frau PD Dr. Maria Eberlein-Gonska, Leiterin des Zentralbereichs Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. Sie ist zudem seit 1. März 2014  als neue Leiterin des Fachausschusses Peer Review bei IQM für die stete Weiterentwicklung des IQM Peer Review Verfahrens verantwortlich.

„Die IQM-Werte zeigen unsere Stärken, machen aber auch deutlich, wo Optimierungspotenzial besteht. Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zukommen zu lassen und Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern oder zu sichern“, so Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum. „Deshalb haben wir die trägerübergreifende Initiative mit gegründet.“ Die mittlerweile über fünf Jahre vorliegenden Daten geben dem Universitätsklinikum einen guten Überblick darüber, wie sich die Qualitätsdaten in den einzelnen Bereichen entwickeln und wo es möglicherweise Handlungsbedarf gibt. Identifizierte Auffälligkeiten oder Schwachstellen führen zu einer tiefergehenden Überprüfung der vorhandenen Strukturen oder Abläufe, um Verbesserungspotenziale in Behandlungsprozessen aufzudecken und daraufhin gezielt Maßnahmen zur Optimierung einzuleiten.

„Unsere Ergebnisse veröffentlichen wir ganz bewusst. Diese konsequente Transparenz setzt Maßstäbe und ist für uns umso mehr Ansporn, um noch besser zu werden“ betont PD Dr. Maria Eberlein-Gonska. „Wir brauchen eine offene Fehlerkultur, um höchste Qualität zu sichern. Dies erfordert Transparenz, Kritikfähigkeit, Selbstbewusstsein und Mut. Dafür steht die Initiative Qualitätsmedizin mit derzeit 260 Mitgliedskrankenhäusern, die jährlich rund vier Millionen Patienten stationär versorgen. Vor allem das IQM Peer Review Verfahren überzeugt immer mehr Krankenhäuser und Ärzte durch seinen konkreten Nutzen für aktive Qualitätsverbesserungen“, so PD Dr. Maria Eberlein-Gonska.

Peer Review Verfahren

Aufgrund statistischer Auffälligkeiten bezüglich der Sterblichkeitsrate von Patienten, die einen Schlaganfall erlitten hatten, veranlasste die Initiative Qualitätsmedizin im Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrum 2011 erstmals ein Peer Review Verfahren – eine Begutachtung durch ein interdisziplinär besetztes externes Team bestehend aus drei bis vier Chefärzten. Im September 2011 überprüfte das beratende Peer-Team 20 zufällig gezogene Patientenakten, die bei IQM-Analysen hinsichtlich des Behandlungsergebnisses auffällig geworden waren. „Die Konsultation mit den geschulten chefärztlichen Kollegen des Peer-Teams ergaben, dass die Behandlungen keine gravierenden Mängel aufwiesen und offenbarten dennoch Möglichkeiten zur Verbesserung unseres medizinischen Behandlungsprozesses“, erklärt Prof. Rüdiger Kummer, Direktor des Dresdner Universitäts SchlaganfallCentrums. Die externen Experten erkannten Verbesserungspotentiale beim Ablauf der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten. Dabei ging es unter anderem um den Umfang der Labordiagnostik und die Dokumentation, also die Nachvollziehbarkeit von nachts in der Rettungsstelle getroffener Therapieentscheidungen. Die Hinweise des Peer-Teams bestätigten die Ergebnisse der im Vorfeld vorgenommenen internen Analysen. In der Konsequenz wurde gemeinsam ein Maßnahmenplan im Hinblick z. B. auf die Optimierung der Labor- und mikrobiologischen Diagnostik erarbeitet und umgesetzt.

Was ist ein Peer Review Verfahren?

Ziel des IQM Peer Review Verfahrens ist es, einen kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess und eine offene Fehler- und Sicherheitskultur in den teilnehmenden Kliniken zu etablieren sowie die fächerübergreifende Zusammenarbeit zu fördern. Das Peer Review Verfahren von IQM ist ein originär ärztliches und freiwilliges Verfahren. Es ist unbürokratisch, auf den kollegialen Austausch und die Hilfe zur Selbsthilfe unter ärztlichen Kollegen fokussiert. Damit unterstützen sich teilnehmende Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Träger- und Ländergrenzen hinweg bei der Suche nach bestehendem Verbesserungspotenzial. Dieses wird im Peer Review Verfahren von chefärztlichen Fachkollegen anhand retrospektiver Fallaktenanalysen identifiziert. Kernstück eines Reviews bei IQM ist die gemeinsame Diskussion der Ergebnisse. Diese findet auf Augenhöhe zwischen den Peers und dem verantwortlichen Chefarzt statt. Dabei identifizierte Probleme dienen anschließend als Grundlage für zielgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität. Die IQM-Peers werden nach dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“ der Bundesärztekammer ausgebildet.

Qualitätssicherung mit Routinedaten „Als Mitglied von IQM schauen wir uns auch unsere AOK-QSR-Langzeitergebnisse sehr genau an, die wir heute ebenfalls veröffentlicht haben“, erläutert Prof. Albrecht. Die Abkürzung QSR steht für „Qualitätssicherung mit Routinedaten“. Mit den bei der AOK gespeicherten Routinedaten lassen sich Behandlungsverläufe für AOK-versicherte Patienten sektorenübergreifend auswerten. Mit dem AOK-QSR-Verfahren werden Komplikationsraten gemessen, wobei der Eintritt der Komplikation bis zu 365 Tage nach dem Eingriff liegen kann. „Denn gerade die Qualitätsmessung beim Kniegelenkersatz darf eben nicht nur den Zeitraum des stationären Aufenthalts beinhalten, bei dem wir dem Patienten das Kniegelenk implantiert haben. Schließlich soll der Patient möglichst lange gut mit dem OP-Ergebnis klarkommen.

 

Damit wird das wichtigste Ziel der Initiative Qualitätsmedizin erreicht: über bestehende Sektoren-, Träger- und Ländergrenzen hinweg die Verbesserung der Behandlungsqualität aktiv voranzutreiben und damit die Qualität von Kliniken insgesamt kontinuierlich weiter zu verbessern.

Quelle: Medieninformation des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden vom 22.05.2014