Nachrichten

 

Weiterempfehlen














27. November 2013

DKG zu den zentralen Inhalten des Koalitionsvertrages im Hinblick auf die stationäre Versorgung


Krankenhäuser hätten mehr erwartet

"Der Koalitionsvertrag formuliert hinsichtlich Qualitäts- und Personalvorhaltung höchste Anforderungen an die Krankenhäuser. Aber über die Verbesserung der finanziellen Ressourcen zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser werden keine bzw. nur rudimentäre Aussagen getroffen", kommentierte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen.

Die unbestritten unzureichende Investitionsmittelbereitstellung durch die Bundesländer werde überhaupt nicht thematisiert, monierte Baum. Die dringend notwendigen Veränderungen im Vergütungssystem bei der Refinanzierung der laufenden Kosten, insbesondere der Personalkosten, würden zwar erkannt, blieben aber ebenfalls ohne konkreten Vorschlag. Gleichwohl sei zu begrüßen, so der DKG-Hauptgeschäftsführer weiter, dass die Personalkosten auf der Ebene der DRG-Kalkulation in ausreichender Höhe und Gewichtung berücksichtigt werden sollen. Immerhin positiv sei, dass Probleme wie die doppelte Degression, Mängel des Orientierungswertes und die unzureichende Ausgestaltung des Sicherstellungszuschlages als solche erkannt würden und die Finanzierung der Extremkostenfälle verbessert werden solle. "Es ist aber wenig hilfreich, die Krankenhäuser zu Soll-Personalvorhaltungen zwingen zu wollen, wenn nicht klar geregelt wird, dass die jährlichen Personalkostensteigerungen über die Vergütungen refinanziert werden", so Baum.

Baum unterstrich, dass die Qualität der deutschen Krankenhausmedizin auf weltweit anerkanntem hohem Niveau sei. Schon heute würden in den jährlich veröffentlichten Qualitätsberichten umfassende Informationen einschließlich Qualitätsvergleichen geliefert. Baum warnte: "Eine Verknüpfung von Vergütung und Qualität ist der falsche Weg. Er fördert die Risikovermeidung und erschwert die medizinische Versorgung schwerstkranker Patienten."

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 27.11.2013