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21. Januar 2014

DKG zu Patientensicherheit im Krankenhaus


Krankenhäuser so sicher wie nie!

"Nie hatten wir höhere Sicherheitsstandards in den Kliniken. Sie können sich im internationalen Vergleich sehen lassen. Nie war die Bereitschaft der Krankenhäuser größer, Qualität und Sicherheit weiterzuentwickeln. Allerdings dürfen die Kliniken, wenn es um die Finanzierung des Mehraufwands geht, nicht allein gelassen werden." Mit diesen klaren Worten würdigte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft das Engagement der Krankenhäuser in die Patientensicherheit und warnte vor Verunsicherung der Patienten.

Baum wies exemplarisch darauf hin, dass die Krankenhäuser aus verantwortlichem Zusammenwirken mit der Politik Vorgaben zu Hygienepersonal zu erfüllen hätten. Zudem bestimmten Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der stationären Patientenversorgung in hochsensiblen Bereichen, so z. B. für Frühgeborenen-Intensivstationen konkrete Personalzahlen. Der DKG-Hauptgeschäftsführer wollte berücksichtigt wissen, dass jede medizinische Behandlung Risiken berge, die auch unter optimalen Bedingungen zu unerwünschten Ereignissen führen könne. Diese zu identifizieren und durch systematische organisatorische Vorkehrungen zu minimieren und auszuschließen, werde von allen Krankenhäusern angestrebt und durch konkrete Initiativen umgesetzt. Im Einzelnen seien dies

  • Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen
  • Qualitätszirkel
  • Einführung von CIRS-Systemen zur Meldung kritischer Vorfälle mit fachlicher Kommentierung zur künftigen Vermeidung solcher Vorfällen
  • spezielle Besprechungen kritischer Fälle
  • Einbindung von Risikomanagement-Aspekten in ärztliche und pflegerische Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • Schriftlich festgelegte Strategien mit klaren Strukturen für den Umgang mit sicherheitsrelevanten Situationen und Freistellung von spezialisierten Mitarbeitern für das klinische Risikomanagement
  • Checklisten in sicherheitsrelevanten Bereichen (z. B. OP)
  • Patientenarmbänder zur sicheren Patientenidentifizierung auch wenn der Patient nicht mitwirken kann
  • Time-out im OP zur Verifizierung von Patient und geplanter OP
  • Präoperative Markierungen des Eingriffsortes zur Vermeidung von (Seiten-) Verwechslungen
  • Zählkontrollen im OP (z. B. Instrumente, Tücher)
  • Risikogruppenscreening auf MRSA
  • Teilnahme am Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS)
  • Teilnahme an der Aktion saubere Hände
  • Risikoeinschätzung für Stürze bei der Aufnahme und Maßnahmen zur Sturzprophylaxe
  • Patientenspezifische Medikationspläne zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit.

Die Krankenkassen jedoch machten es sich leicht, so Baum. Sie forderten Maximales und seien nicht bereit, für die Mehrkosten, die den Kliniken entstehen, aufzukommen. Denn Qualität und Sicherheit erforderten Ressourcen für mehr und permanent fortgebildetes Personal und moderne Ausstattungen. Solange höhere Personalvorhaltungen und tarifliche Personalkostenzuwächse den Krankenhäusern nicht ausgeglichen würden, bliebe ein zu Lasten von Qualität und Sicherheit wirkender Rationalisierungszwang, warnte der DKG-Hauptgeschäftsführer. Baum forderte: "Krankenkassen und Politik müssen zu Recht geforderte Qualitäts- und Sicherheitserfordernisse auch finanzierbar und flächendeckend realisierbar machen."

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 21.01.2014