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30. September 2010

DKG zum DKI-Gutachten "Ärztemangel im Krankenhaus"


Kliniken befürchten weitere Verschärfung des Ärztemangels - 2019 könnten mehr als 37.000 Ärzte fehlen

Zur Veröffentlichung des vom Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) erstellten Gutachtens "Ärztemangel im Krankenhaus - Ausmaß, Ursachen, Gegenmaßnahmen" erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum: „Das nun vorliegende Gutachten des DKI liefert einen eindrucksvollen wissenschaftlichen Beleg, dass sich der Ärztemangel im Krankenhaus drastisch verschärfen wird. Mit dieser Studie liegt erstmals eine umfassende Analyse des Ärztemangels in den Krankenhäusern vor. Momentan können laut DKI-Studie 5.500 Arztstellen in deutschen Krankenhäusern nicht besetzt werden – Tendenz steigend! Wenn nicht unverzüglich gegengesteuert wird, könnten dem Gesundheitswesen in Deutschland aufgrund der demografischen Entwicklung bis zum Jahr 2019 fast 37.000 Ärzte fehlen – die meisten davon in den Kliniken. Dabei wird deutlich, dass der Ärztemangel längst nicht mehr regional begrenzt ist, sondern eine flächendeckende Erscheinung ist. Besonders viele offene Arztstellen sind in der Psychiatrie, in der Inneren Medizin und in der Chirurgie gemeldet.

Das Gutachten identifiziert die wesentlichen politischen und betrieblichen Handlungsfelder, um dem Ärztemangel wirksam zu begegnen. Dazu gehört der Abbau von Versorgungsgrenzen zwischen dem ambulanten und stationären Sektor. Vor dem Hintergrund des zu erwartenden Ausmaßes des Ärztemangels müssen die knappen ärztlichen Ressourcen zwischen den Sektoren effizienter verteilt werden. Die beiden Facharztschienen müssen daher zukünftig besser aufeinander abgestimmt werden. Eine weitere notwendige Maßnahme ist die Erhöhung der Studienkapazitäten im Fach Humanmedizin. Die Reduzierung der Studienkapazitäten im Zuge der Reform der Approbationsordnung im Jahr 2002 muss daher schnellstmöglich rückgängig gemacht werden. Auch auf die hohe Abbrecherquote im Medizinstudium bzw. in der Übergangsphase zwischen Studienabschluss und Aufnahme einer ärztlichen Tätigkeit muss reagiert werden, beispielsweise mit ergänzenden Auswahlverfahren zum Numerus clausus. Ein weiterer Faktor, der zu einer ineffizienten Nutzung der ärztlichen Arbeitskraft führt, ist die steigende Bürokratiebelastung der Krankenhausärzte. Die DKG fordert daher, MDK-Prüfungen auf ein Mindestmaß zu beschränken und sämtliche Dokumentationsvorgaben des Gesetzgebers und des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) unter dem Aspekt der Bürokratievermeidung zu überprüfen. Schließlich muss auch die Neuordnung von Aufgaben des ärztlichen Dienstes vorangetrieben werden. Der Gesetzgeber ist aufgefordert, neue Berufsbilder, wie z.B. den Operationstechnischen Assistenten (OTA), endlich bundeseinheitlich anzuerkennen.

Aber auch die Krankenhäuser sind gehalten, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. So zeigt die Studie, dass eine noch besser strukturierte und mitarbeiterorientierte fachärztliche Weiterbildung eine Ziel führende Maßnahme gegen den Ärztemangel sein kann. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist vor dem Hintergrund der Feminisierung der Medizin ein Standortvorteil für Krankenhäuser. Die DKG hat hier im letzten Jahr zusammen mit dem Unternehmensnetzwerk 'Erfolgsfaktor Familie' eine Handlungshilfe für Krankenhäuser veröffentlicht.“

Quelle: http://www.dkgev.de/dkg.php/cat/38/aid/7497/title/Kliniken_befuerchten_weitere_Verschaerfung_des_AErztemangels_-_2019_koennten_mehr_als_37.000_AErzte_fehlen vom 30.09.2010

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie „Ärztemangel im Krankenhaus – Ausmaß, Ursachen, Gegenmaßnahmen“ steht unter http://www.dki.de/PDF/Zusammenfassung%20Aerztemangel.pdf zur Verfügung.