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31. Oktober 2014

DKG zur 3. Sitzung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe


Qualität braucht Investitionen

Vor der dritten Sitzung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Klinikreform am kommenden Montag erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum:

"Die Krankenhäuser appellieren an die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die Investitionen der Krankenhäuser auf eine in der Höhe ausreichende und stabile Grundlage zu stellen. Der eklatante und seit Jahren anhaltende Mangel an Investitionsmitteln ist inzwischen in fast allen Krankenhäusern sicht- und spürbar. Ausreichende Investitionsmittel sind Voraussetzung für die medizinische Weiterentwicklung, für Sicherheit und Qualität. Die unzureichende Bereitstellung von Investitionsmitteln zwingt die Krankenhäuser zu Rationalisierungen, die sich auch auf die Personalausstattungsmöglichkeiten niederschlagen. Beides, eng geschnittene Personalausstattungen und Modernisierungsdefizite, müssen beendet werden. Der von Bund und Ländern und allen Experten auf ca. 6 Milliarden Euro eingeschätzte Investitionsmittelbedarf muss den Krankenhäusern auch zur Verfügung gestellt werden. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Qualitätsoffensive steht in absolutem Widerspruch zu den realen Möglichkeiten der Krankenhäuser, wenn die Investitionsmisere nicht beendet wird. Qualität braucht Investitionen.

Der gesamte Personalkostenaufwand der Krankenhäuser liegt bei ca. 50 Milliarden Euro. Nicht zutreffend ist die Einschätzung, die Krankenhäuser würden in größerem Umfang Personalkosten einsparen. Richtig ist: Gäbe es ausreichende Investitionszuschüsse, könnte noch mehr in Personal investiert werden. Der überwiegende Teil der jährlichen Erlöszuwächse aus der Betriebsmittelfinanzierung fließt aber in die Erhöhung der Personalaufwendungen. Die Zahl der Beschäftigten und der Personalkostenanteil sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Auch ist zu berücksichtigen, dass die Krankenhäuser aus den laufenden Erlösen Instandhaltungsaufwendungen tätigen müssen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass den Erlösen die Kosten für die Behandlung von mehr Patienten gegenüber stehen. Allein im vergangenen Jahr wurden in den Krankenhäusern 300.000 mehr Patienten versorgt. Gegenseitige Verantwortungszuweisungen zwischen Bund und Ländern helfen nicht weiter. Die Krankenhäuser brauchen beides: die volle Refinanzierung der Personalkosten und ausreichend Investitionsmittel."

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 31.10.2014