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03. Mai 2011

Ein Jahr Cochlea-Implantat-Zentrum Leipzig


Im April 2010 wurde das Cochlea-Implantat-Zentrum in Leipzig eröffnet. Nach einem Jahr konnte das Team um Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und um Prof. Dr. Michael Fuchs, Leiter der Sektion für Phoniatrie und Audiologie und des Cochlea-Implantat-Zentrums Leipzig neue Räumlichkeiten für ihre Patienten eröffnen. Außerdem zogen die Mediziner ein Resümee des ersten Jahres.

"Durch die neuen Räumlichkeiten in unserem Cochlea-Implantat-Zentrum können wir die Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Ich bin sehr froh, dass wir die Cochlea-Implantation in das Spektrum unserer Klinik aufnehmen konnten", so Prof. Dr. Michael Fuchs. Weiter informiert er: "Es ist wichtig, dass wir für Patienten, bei denen konventionelle Hörgeräte versagen, nun alle Behandlungsmöglichkeiten vom knochenverankerten Hörgerät über aktive Mittelohrimplantate bis eben zum Cochlea-Implantat (CI) anbieten können." Im Dezember 2009 fand an der Universitätsklinik Leipzig das erste Implantat seinen Weg in das Innenohr eines Patienten. 2010 konnte 11 Betroffenen mit einem CI zu mehr Hörvermögen verholfen werden und in diesem Jahr sind bereits 5 Patienten operiert wurden. Weitere 10 Implantationen sind geplant. Dabei werden nicht nur Kleinstkinder im Alter von einem Jahr oder Jugendliche mit dem Hörsystem versorgt, sondern auch Erwachsene in allen Altersgruppen.

Hörstörungen, die so stark ausgeprägt sind, dass Abhilfe nicht mehr mit einem Hörgerät geschaffen werden kann, treten bei Kindern als angeborene Schwerhörigkeit, aber auch bei Erwachsenen auf, die von einer ständig ansteigenden Schwerhörigkeit betroffen sind. Bei solchen Patienten kann das Cochlea-Implantat helfen. Dabei wird während einer Operation ein kleiner Elektrodenträger in die Hörschnecke des Innenohrs eingesetzt, sodass der Hörnerv direkt gereizt wird. Doch nur mit einer Operation ist es leider nicht getan. "Am Anfang steht die Abklärung, ob alle Voraussetzungen für eine Implantation gegeben sind", weiß Prof. Dr. Michael Fuchs. Nach der Operation beginnt laut dem Leiter des Cochlea-Implantat-Zentrums Leipzig eine längerfristiger Prozess, in dem das CI in kleinen Schritten an die individuelle Hörsituation angepasst wird. In dieser intensiven Phase arbeitet das Team des Cochlea-Implantat-Zentrums sehr eng mit den Patienten in audio-verbalen Therapien zusammen, um zu gewährleisten, dass die Höreindrücke richtig interpretiert werden.

Während dieser Behandlung stehen den Betroffenen Wohneinheiten direkt im Klinikum zur Verfügung, die auch kleinkindgerecht ausgestattet sind. Prof. Dr. med. Michael Fuchs erklärt: "Wir versuchen damit, eine angenehme, nicht so klinische Atmosphäre zu schaffen, in der unsere Patienten die vielen Stunden der Rehabilitation verbringen." Diese sind von dem technischen Meisterwerk, dem Cochlea Implantat, dass sich mittlerweile weltweit etabliert hat, überzeugt: "Ich bin nach der Operation nicht mehr so sehr auf fremde Hilfe angewiesen und kann wieder vieles alleine machen." Eine andere operierte Frau berichtet aus Erfahrung: "Das Schönste an der Behandlung war der Anfang nach der Operation. Als alles angepasst war, habe ich sofort gehört und Sprache verstanden, das war ein tolles Gefühl."

Auch der Leiter des Cochlea-Implantat-Zentrums Leipzig Prof. Dr. Michael Fuchs freut sich über den Erfolg, den das Zentrum im letzten Jahr verzeichnet hat. "Wir genießen es, dass wir uns sehr individuell um den Patienten kümmern können und so einen engen Kontakt aufbauen. Das ist nicht nur für die Betroffenen wichtig, sondern auch für uns, denn so entsteht ein enormer Lernvorgang aus dem wir Schlüsse für die nächste Behandlung ziehen können." Das Cochlea-Implantat-Zentrum Leipzig bietet jeden Dienstag von 8 bis 12 Uhr eine Spezialsprechstunde an, bei denen Betroffenen über die verschiedenen Hörsysteme informiert und beraten werden. Anmelden können sich Patienten unter: 0341 9721810.

Quelle: http://www.uniklinikum-leipzig.de/files/lvzpat/pdf/0018/07.pdf vom 02.05.2011