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10. April 2012

Einmaliger Service am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig geht in die nächste Generation


Wenn Patienten morgens mit schwerem Gepäck, sei es seelisch oder in Form einer prall gefüllten Tasche, im St. Elisabeth-Krankenhaus eintreffen, dann werden sie von einem älteren Herrn im eleganten, grauen Dreiteiler freundlich empfangen.

Lutz Stephan steht am Eingang des Krankenhauses und ist meist bereits genau im Bild über die Aufnahmen, Vorgespräche oder ambulanten Termine des Tages. Er stellt sich vor, erklärt alle Formalitäten, begleitet die Patienten zur Aufnahme, zum Vorgespräch beim Narkosearzt oder direkt auf die Station. Gerade ältere Patienten finden mit seiner Hilfe gleich den richtigen Weg und müssen sich nicht allein in einem großen Haus orientieren. Längst ist „Herr Stephan“ zu einer festen Institution geworden, die keine eigene Bezeichnung mehr braucht, und bundesweit nach seinem Kenntnisstand nur in zwei, drei Krankenhäusern angeboten wird.

Begonnen hat alles im Jahr 2005 auf Initiative der damaligen Oberin Eva-Maria März. „Stationäre Patienten“, so erinnert sich Lutz Stephan, „sollten von Anfang an betreut werden, von der Aufnahme bis zur Station.“ Er selbst kam damals über eine Arbeitsvermittlung als „Ein-Euro-Jobber“ an das Krankenhaus, um den neuen Service einzuführen. Seither sind seine Aufgaben stetig gewachsen: „Wenn Patienten zur Chemotherapie kommen“, erzählt der 67-Jährige, „dann steht ein Rollstuhl für sie bereit. Besonders, wenn es den Patienten nicht gut geht, rufe ich gleich in der Praxis an, damit alles vorbereitet ist. Und wenn sie wieder gehen, dann bestelle ich ihnen ein Taxi und winke es hinauf zum Eingang.“

Höflichkeit und genaue Ortskenntnis sind da nur die Grundvoraussetzungen für den eloquenten ehemaligen Leistungssportler und gelernten Maler. „Vor allem schnell muss es gehen“, sagt er. Über viele bürokratische Fallstricke der Patientenaufnahme und Abrechnung ist er genau informiert und gerade ältere Patienten, die niemanden mehr haben, weiß er bei der Ankunft im Krankenhaus zu beruhigen und zu trösten.

Die Patienten haben ihm den besonderen Service gedankt. Zu Ostern ein Fläschchen Eierlikör, ein paar Kekse zu Weihnachten waren keine Seltenheit für die verständnisvollen Worte in schwerer Stunde, ab und zu wird er sogar in der Straßenbahn erkannt und angesprochen. „Das, was ich aufgebaut habe, möchte ich so gut wie möglich hinterlassen“, sagt Lutz Stephan, der überzeugt ist, dass die Qualifikation für diesen Job „von innen“ kommen muss. Seinen Nachfolger, den ebenso freundlichen wie rüstigen Dr. Dieter Hildemann arbeitet er bereits sorgfältig ein. Am 13. April ist sein letzter Arbeitstag, bevor er in den Ruhestand geht. „Ein bisschen komisch wird es mir am Anfang vorkommen“, das kann der freundliche ältere Herr schon jetzt sagen.

Quelle: Pressemitteilung des St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig gGmbH vom 10.04.2012