Nachrichten

 
23. Januar 2012

Erfahrungsaustausch nach elf Jahren Palliativmedizin am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig


Symposium erörtert interdisziplinär Therapieansätze für unheilbar Kranke - Palliativmedizin gibt Impulse für "personalisierte Medizin" in vielen anderen Fachbereichen

Seit elf Jahren gibt es die Palliativstation mit heute 13 Betten am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig. Schon früh engagierte die katholische Klinik sich zudem als Gesellschafterin beim Aufbau des Hospiz´ Villa Auguste, das in Kürze sein zehnjähriges Bestehen feiert. Auch an der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) beteiligt sich das St. Elisabeth-Krankenhaus in Kooperation mit dem Hospiz: Oberarzt Dr. Martin Kamprad ist ärztlicher Leiter der ambulanten Versorgung. Die Erfahrungen, die das Krankenhaus als einer der Vorreiter auf dem Gebiet der Palliativmedizin in Leipzig sammeln konnte, werden am Samstag, den 28. Januar, in einem interdisziplinären Fachsymposium am St. Elisabeth-Krankenhaus erörtert.

„Die Schmerztherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Palliativmedizin, aber die Möglichkeiten gehen weit darüber hinaus“, erklärt Gastgeber Dr. med. Andreas von Aretin, Chefarzt der Inneren Abteilung II, die Intentionen des Symposiums. Unheilbar Kranke stellen neue Herausforderungen an viele medizinische Fachrichtungen. „Im Vordergrund steht dabei die Behandlung von Symptomen der Krankheit wie Luftnot, Darmverschluss, Infektionen der Niere oder Gallenstau – nicht die Heilung der Grunderkrankung, die üblicherweise das Therapieziel ist“, erläutert der Chefarzt. Am St. Elisabeth-Krankenhaus sei die Palliativstation, um ein breites Behandlungsspektrum abzudecken, in der Inneren Abteilung angesiedelt. Oberarzt Kamprad, der die Station leitet, besitzt neben der entsprechenden Subspezialisierung auch die Weiterbildungsermächtigung.

Auch für andere medizinische Fächer hat die Palliativmedizin Modellcharakter. „Sie fordert dazu heraus, für jeden einzelnen Patienten individuell das Therapieziel zu bestimmen und immer wieder zu überprüfen. `Personalisierte Medizin´ - manchmal nur ein Schlagwort - wird hier wirklich umgesetzt“, weiß der Chefarzt und nennt Beispiele: Während ein Patient das Leben so lang wie möglich verlängern möchte, wünscht ein anderer womöglich, nur noch einmal für ein paar Tage nach Hause zurück kehren zu können. Für einen Dritten sind auch chirurgische Eingriffe sinnvoll, wenn deren Belastung im Vergleich zum Nutzen als gering angesehen werden kann. Und: Die enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Betreuung in der Palliativmedizin ist beispielgebend für viele andere Bereiche.

Noch gibt es auf dem Gebiet der Palliativmedizin relativ wenige wissenschaftliche Studien. Umso wichtiger sei der Erfahrungsaustausch mit anderen Fachärzten auf Symposien, so der Chefarzt. „Die Methoden der Palliativmedizin sind für alle interessant, die das Konzept der personalisierten Medizin in ihrem Fachbereich weiterentwickeln wollen. Auch deshalb sollte die Palliativmedizin rechtzeitig in die Behandlung besonders schwieriger und komplexer Krankheiten integriert werden.“

Quelle: Presseinformation des St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig vom 19.01.2012