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04. Februar 2011

Erstes "Babyfreundliches Krankenhaus" in Dresden


Internationales Qualitätssiegel für hohen Betreuungsstandard am Krankenhaus St. Joseph-Stift Dresden

Seit Ende Januar (27.01.) gehört das Krankenhaus St. Joseph-Stift zu den von der WHO/UNICEF-Initiative ausgezeichneten Krankenhäusern in Deutschland und darf sich nun offiziell „Babyfreundliches Krankenhaus“ nennen. Das Prädikat steht für eine kontrollierte Betreuungsqualität in der Geburtshilfe und bietet Eltern eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Auswahl, der für sie am besten geeigneten Klinik. Vor allem aber steht es für eine zeitgemäße Form der geburtshilflichen Betreuung, die die Bedürfnisse der Eltern und des Neugeborenen in den Mittelpunkt stellt.

Starke Bindung fördern durch Stillen und Hautkontakt

Wer sich für eine Geburt im Krankenhaus St. Joseph-Stift entscheidet, der entschließt sich neben der optimalen medizinischen Versorgung vor allem auch für eine konsequente Förderung der Mutter-Kind-Bindung (das sogenannte Bonding) bereits ab dem Kreißsaal. Besonderer Wert wird darauf gelegt, die bestmöglichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Stillen zu schaffen. Zahlreiche Studien belegen die gesundheitlichen und psychologischen Vorteile des Stillens für Mütter und ihre Kinder. „Unsere Stillrichtlinien berücksichtigen alle „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen“ und werden vorbildlich umgesetzt“, betont Dr. med. Axel Gatzweiler, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Vor und nach der Geburt werden die Frauen intensiv vom Team inklusive einer ausgebildeten Stillberaterin begleitet. Durch das Angebot einer Stillgruppe sowie einer Still-Hotline geht dieses Betreuungsangebot auch nach der Entlassung nahtlos weiter. Aber auch Frauen, welche nicht stillen können oder wollen, sind im „Babyfreundlichen Krankenhaus“ gut aufgehoben. Das geschulte Personal kennt viele Möglichkeiten, um die Bindung zwischen Eltern und Kind so stark wie möglich zu fördern. Das 24-Stunden-Rooming-In ist eine weitere Maßnahme, um ganz auf die Wünsche der Mütter und Kinder einzugehen. Beim Rooming-In sind die Kinder während des gesamten Aufenthalts auf der Geburtsstation bei ihren Müttern untergebracht so dass es zu keinen unnötigen Trennungen kommt. Auch eine Unterbringen in einem Familienzimmer ist möglich. In der ersten sensiblen Phase des Kennenlernens wird sofort nach der Geburt der unmittelbare Hautkontakt mit dem Baby mindestens eine Stunde lang sichergestellt.

Bedürfnisse von Mutter und Kind vor Krankenhausroutine

Bedürfnisse der Mütter und Neugeborenen bestimmen den Tagesablauf auf der Geburtsstation. So gibt es keine festen „Essenszeiten“ für die Neugeborenen oder die Mütter. Den Frauen steht ein Buffet zur Verfügung, das sie nach ihren Wünschen nutzen können. Die Betreuung im Krankenhaus ist so ganz individuell und stellt die ganzheitliche Betreuung der Familien in den Vordergrund.

Die Prüfer lobten die gute Beratungsqualität

Im Januar 2009 begann das Krankenhaus St. Joseph-Stift mit dem Prozess der Zertifizierung. Der Prozess dauert in der Regel zwischen zwei und vier Jahren. Dass die Geburtsklinik des St. Joseph-Stift in nur zwei Jahren zertifiziert werden konnte, ist bemerkenswert und Bestätigung für die hervorragende Teamarbeit von Kinderkrankenschwestern, Ärzten und Hebammen im Haus. Babyfreundlich zu sein bedeutet Engagement mit dem Herzen. Die Prüfer lobten die gute Beratungsqualität des Pflegepersonals. Für Mütter und Väter ist es wichtig einheitliche und verbindliche Empfehlungen zu erhalten. So können sie gestärkt und sicher in ihr neues Leben zu Hause starten. Aller drei Jahre wird nun erneut überprüft, ob das Krankenhaus den hohen Qualitätsstandard der „babyfreundlichen Krankenhäuser“ erfüllt.

62 ausgezeichnete Kliniken in ganz Deutschland

Seit 1992 haben sich UNICEF und WHO zum Ziel gesetzt, die erste Lebensphase eines Neugeborenen besonders zu schützen. Mit der Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ wurde ein Betreuungskonzept entwickelt, dass die enge Bindung zwischen Eltern und Kind von Beginn an unterstützen und fördern will. Weltweit haben sich mehr als 20.000 Geburts- und Kinderkliniken in 150 Ländern dieser Idee angeschlossen. Um in Deutschland diese Idee voranzutreiben, wurde der Verein zur Unterstützung der WHO/UNICEF- Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus" (BFHI) e.V. 2000 offiziell damit beauftragt, das Gütesiegel „Babyfreundliches Krankenhaus“ zu etablieren. „Babyfreundliche Krankenhäuser tragen eine Plakette der WHO und von UNICEF mit dem Picasso-Motiv „Maternity“. In Deutschland sind derzeit 62 Kliniken zertifiziert. Das Krankenhaus St. Joseph-Stift ist neben der HELIOS Klinik in Aue und dem Elblandklinikum in Radebeul, das dritte Krankenhaus in Sachsen, das ausgezeichnet wurde.

Presseinformation des Krankenhaus St. Joseph-Stift Dresden vom 03.02.2011