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27. März 2012

Frauenklinik am Diakonissenkrankenhaus Dresden führt sachsenweit neue Technik zur Vermeidung von Nachoperationen bei Brustkrebs ein


Die Frauenklinik am Diakonissenkrankenhaus hat für Patientinnen mit Brustkrebsvorstufen und Brustkrebs eine neue intraoperative Technik eingeführt, die es ermöglicht, das verbleibende Brustgewebe am Schnittrand während der Operation auf Tumorzellen zu untersuchen und verändertes Zellgewebe sofort vollständig zu entnehmen. Damit können die für jede Patientin belastenden Zweit- oder Drittoperationen vermieden werden.

Bei der Behandlung bösartiger Veränderungen der Brust haben der Schnittrand des entfernten Gewebes sowie das angrenzende verbleibende Gewebe in der Brust eine besondere Bedeutung, denn die Frage ist immer, ob das Tumorgewebe komplett entfernt worden ist. Liegt ein eindeutiger Brustkrebs vor, konnte das umliegende Gewebe während der Operation bisher z. T. auch mittels Ultraschall begutachtet werden. Eine mikroskopische Beurteilung ist zudem durch eine Schnellschnittuntersuchung möglich. Das Ultraschallverfahren beschränkt sich aber nur auf die Einschätzung von invasivem Brustkrebs und lässt sich nicht immer zuverlässig anwenden, was insbesondere für die Krebsvorstufen gilt. Eine endgültige Beurteilung der Schnittränder erfolgte hier bislang somit erst nach der Operation im Labor durch den Pathologen und machte bei verändertem Gewebe eine Nachoperation erforderlich.

Als erste Klinik in Sachsen verfügt die Frauenklinik am Diakonissenkrankenhaus über die Möglichkeit, sowohl bei Brustkrebs wie auch bei Brustkrebsvorstufen eine intraoperative Schnittrandbegutachtung durchführen zu können. Seit dem 3. Februar 2012 ist das neue Gerät „MarginProbe“ im Einsatz. Das Gerät misst anhand von Radiowellen die Zellunterschiede, die zwischen gut- und bösartigen Zellen bestehen, und gibt Auskunft darüber, ob das veränderte Zellgewebe komplett und mit einem ausreichenden Rand gesunden Gewebes entfernt worden ist.

Die neue Technik „MarginProbe“ wird schon seit längerem in den USA und in Israel erfolgreich angewandt. In Deutschland wird sie bisher in Kliniken in Lübeck, Koblenz und Wiesbaden eingesetzt. „Das neue Gerät wird bei uns drei Monate erprobt und steht bei Bedarf auch den anderen Standorten des regionalen Brustzentrums – den Krankenhäusern Elblandkliniken, St. Joseph-Stift und Frauenklinik des Uniklinikums Dresden - zur Verfügung. Studien haben gezeigt, dass die Rate der Nachoperationen um 50% reduziert werden konnte. Dieses Ziel möchten wir auch erreichen, denn die Nachoperationen stellen eine große Belastung für unsere Patientinnen dar, die wir gerne vermeiden wollen“, sagt der Chefarzt der Frauenklink und Ärztliche Direktor des Diakonissenkrankenhauses, Prof. Dr. Andreas Werner.

Quelle: Presseinformation der Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Dresden vom 26.03.2012