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08. Juni 2012

Gelenkschmerzen auch ohne OP meistern


St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig führt multimodale Therapie für chronische Schmerzpatienten ein / Vier Betten eingerichtet / Spezielle Sprechstunde vor stationärer Aufnahme

Chronische Schmerzen in Knie, Hüfte, Schulter oder Rücken: Viele Patienten erhoffen sich von einer Operation Linderung. Doch manchmal ist dem Schmerz mit chirurgischen Eingriffen nicht beizukommen, lässt sich der Grund für die Pein auch auf dem Röntgenbild nicht erkennen. „Wir sprechen dann von einem chronischen Schmerzsyndrom, wenn der Schmerz länger als 6 Monate anhält. Die Ursache kann längst beseitigt sein oder es wurde nie ein Grund gefunden und trotzdem beeinträchtigt der ständige oder immer wieder kehrende Schmerz das Leben des Betroffenen ganz erheblich, führt manchmal sogar zu dauernder Arbeitsunfähigkeit“, erklärt die Schmerztherapeutin am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig, Dr. med. Kathrin Friedrich das Phänomen.

Seit kurzem bietet das St. Elisabeth-Krankenhaus mit der multimodalen Schmerztherapie eine neue Behandlungsform für chronische Schmerzpatienten an. Ein Unfallchirurg, Physiotherapeuten, ein Psychologe und speziell ausgebildetes Pflegepersonal unterstützen die Schmerztherapeutin in dem interdisziplinären Ansatz. „Wöchentlich findet eine gemeinsame Besprechung statt, während der Behandlung stimmen sich alle Beteiligten eng ab“, erklärt Kathrin Friedrich. „Anders als im ambulanten Bereich laufen die verschiedenen Therapieansätze nicht nacheinander ab, sondern parallel.“

Die stationäre Aufnahme wird erst dann möglich, wenn alle ambulanten Versuche, dem Schmerz beizukommen, gescheitert sind. In der Regel umfasst die Therapie im Krankenhaus 10 bis 14 Tage, in der dann spezielle Physiotherapien, medizinisches Training und Entspannungsverfahren eingeübt werden. Organisatorisch hält mit Oberärztin Kathrin Friedrich eine Anästhesistin die Fäden in der Hand, die auch über die entsprechende Subspezialisierung als Schmerztherapeutin verfügt. Jeden Mittwoch von 9 bis 13 Uhr führt sie zudem eine spezielle Sprechstunde durch, in der die Patienten vor der stationären Aufnahme intensiv beraten und auch nach dem Aufenthalt im Krankenhaus betreut werden. Vier Betten stehen auf der Station 14 für chronische Schmerzpatienten bereit, auf der auch die unfallchirurgischen und orthopädischen Patienten untergebracht sind.

„In unserer wachsenden unfallchirurgischen Abteilung verzeichnen wir immer mehr Schmerzpatienten. Viele stellen sich bei den Unfallchirurgen vor, sind aber nicht primär operativ zu behandeln. Für uns hat sich die Frage gestellt: Wie hilft man diesen Patienten weiter?“, erläutert der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. med. Jörg Raumanns, die Gründe für das neue Angebot.

„Auch wir können und wollen keine absolute Schmerzfreiheit versprechen“, sagt Ärztin Kathrin Friedrich. „Doch viele Patienten ziehen sich durch die Schmerzen mit der Zeit völlig zurück, verlieren die Freude am Leben, an Freunden, an sportlichen Aktivitäten. Diesen Patienten können wir über die psychologische Begleitung, die angeleiteten physiotherapeutischen Übungen und eine befristete medikamentöse Behandlung helfen, ihre Situation zu akzeptieren und ihre Belastbarkeit und Lebensqualität zu steigern.“

Pressemitteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses Leipzig gGmbH vom 06.06.2012