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06. Dezember 2011

gematik: Basis-Rollout verläuft positiv


Auf der 37. Gesellschafterversammlung der gematik in Berlin erklärten die Vertreter der Spitzenverbände im Gesundheitswesen den Basis-Rollout der Gesundheitskarte (eGK) aus technischer Sicht als erfolgreich abgeschlossen.

Der  größte  Teil  der Arzt- und  Zahnarztpraxen und  Krankenhäuser  verfügt  über Kartenterminals zum Einlesen der neuen Karte. Die erteilten Zulassungen für Krankenkassen zur Herausgabe von Gesundheitskarten  decken  über  95%  der gesetzlich Versicherten  ab, die schrittweise  Ausgabe  der  neuen  Karten  an  alle  rund  70  Mio. gesetzlich  Versicherten  läuft  seit  Herbst  dieses  Jahres.  Damit  ist  ein Grundstein für den Aufbau einer sektorenübergreifenden Vernetzung im Gesundheitswesen gelegt.     

In ihrer Sitzung am Montag haben sich die Gesellschafter der gematik nun auf den nächsten Schritt geeinigt und ein gemeinsam getragenes, stufenweises Vorgehen des Online-Rollouts beschlossen.

Dazu gehört  zum einen die Anwendung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM). Zum anderen aber als Mehrwert  die  qualifizierte  elektronische  Signatur  (QES).  Sie  ist  in  der elektronischen  Kommunikation  und  Datenhaltung  als  Äquivalent  zu einer handschriftlichen Unterschrift des (Zahn-)Arztes unerlässlich und bildet die sichere Basis für nahezu jegliche medizinische Anwendung, z.B. für Arztbriefe oder den Notfalldatensatz. Auch die Abrechnung kann damit weitergehend elektronisch umgesetzt werden. 

Mit der Anwendung  Versichertenstammdatenmanagement wird technisch die gesetzliche Vorgabe des  § 291 Abs. 2b SGB V umgesetzt,  nach der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Zahnärzte und Einrichtungen verpflichtet sind, die vorgelegte eGK bei der erstmaligen Inanspruchnahme von Leistungen im  Quartal auf Gültigkeit und Aktualität der Versichertendaten zu prüfen. Liegen geänderte Daten bei einem Kostenträger vor, z. B. eine neue Anschrift des Versicherten, werden diese Informationen künftig im Hintergrund automatisch auf der Karte aktualisiert.

Durch  die  beschleunigte  Umsetzung  der  Telematikinfrastruktur  wird auch der Weg für weitere Mehrwertanwendungen wie die Notfalldaten, die adressierte Kommunikation der Leistungserbringer und die Migration  der  elektronischen  Fallakte  (eFA)  geebnet. Die  dazu  bereits  bestehenden  gematik-Projekte  laufen  nach  wie  vor weiter. Die Umsetzung der ersten  Stufe  des  Online-Rollouts  erfolgt  in enger Abstimmung mit diesen Projekten, sodass sie nach Fertigstellung der  Ziel-Infrastruktur  vollständig  in  diese  überführt  werden können. Selbstverständlich werden alle Anwendungen in Testregionen ausgiebig auf Sicherheit und Praktikabilität geprüft.

„Das stufenweise Vorgehen schafft   Planungssicherheit für alle Beteiligten und zeigt gleichzeitig, dass die medizinischen Anwendungen nicht  hintenanstehen. Durch die Flexibilität der Lösung können aber auch unabhängig  voneinander  weitere medizinische Anwendungen eingeführt werden, sobald diese die notwendige Reife erreicht haben“, erklärt Dr. Carl-Heinz Müller, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. 

Dr.  Doris  Pfeiffer,  Vorstandsvorsitzende  des  GKV-Spitzenverbandes und im kommenden Jahr wieder  Vorsitzende der Gesellschafterversammlung  der  gematik:  „Der  Einstieg  in  die  Online-Anwendungen ist der konsequente nächste Schritt zu einer sektorenübergreifenden Vernetzung, die Versicherten, Kostenträgern und Leistungserbringern das Potenzial und den Nutzen der Gesundheitstelematik erst erschließt.“

Quelle: Pressemitteilung der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) vom 06.12.2011