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21. Dezember 2011

Gesundheit ohne Grenzen: Gesundheitsminister Bahr unterzeichnet deutsch - polnisches Rettungsabkommen


Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, sein polnischer Amtskollege Bartosz Arłukowicz und der deutsche Botschafter in Polen, Rüdiger von Fritsch, haben heute in Warschau das deutsch-polnische Rahmenabkommen über grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rettungsdienst unterzeichnet. Der Vertrag ist ein wichtiger Teil der Projektliste, die Polen und Deutschland zum 20. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages im Juni 2011 vorgelegt haben. Das Rahmenabkommen ermöglicht den Einsatz deutscher und polnischer Rettungskräfte im jeweils anderen Land und verbessert dadurch deutlich die Unfallversorgung beiderseits der deutsch-polnischen Grenze.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Der heute geschlossene Rahmenvertrag ist der Grundstein für die Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung in der deutsch-polnischen Grenzregion. Die Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen sowie in den angrenzenden Woiwodschaften Niederschlesien, Lebuser Land und Westpommern auf polnischer Seite profitieren hiervon. Das Rahmenabkommen ermöglicht, dass deutsche und polnische Rettungskräfte auch jenseits der jeweiligen Grenze den Menschen schnell und zuverlässig helfen können. Es soll derjenige Rettungsdienst helfen, der dem Unfallort am nächsten ist. Zudem können Patienten durch den Rettungsdienst in die nächstgelegene und geeignete Gesundheitseinrichtung gebracht werden, unabhängig davon auf welcher Seite der Grenze sie sich befindet."

Botschafter von Fritsch sagte: "Das ist ein sehr guter Tag für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze. Bürgernahe Nachbarschaft heißt hier, dass Helfer unabhängig vom Länderkennzeichen auf beiden Seiten der Grenze Leben retten können. Wir hoffen darauf, dass Woiwodschaften und  Bundesländer diesen Rahmen jetzt bald mit konkreten Kooperationsvereinbarungen füllen können."

Während seines Arbeitsbesuches in Warschau hat Bundesminister Daniel Bahr auch zwei polnischen Staatsangehörigen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Der ehemalige Auschwitz-Häftling August Kowalczyk und Frau Helena Wisla haben sich seit vielen Jahren dafür eingesetzt, in Oświęcim (Auschwitz) ein Hospiz zu errichten - immer auch in der Absicht, an diesem Ort der Vernichtung in einer gemeinsamen polnisch-deutschen Anstrengung ein sichtbares Zeichen für die Achtung vor dem Leben zu setzen. Das Hospiz, das unter finanzieller Beteiligung Deutschlands, Italiens, der Schweiz und Japans errichtet wurde, ist zugleich Symbol für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das Projekt wurde in enger Kooperation mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), der Deutschen Botschaft in Warschau sowie dem deutschen Generalkonsulat in Krakau realisiert. Ergänzend wird das Bundesministerium für Gesundheit auch den Erfahrungsaustausch zwischen dem Pflegepersonal in Oświęcim und deutschen Hospizeinrichtungen unterstützen. So stärkt die Bundesregierung nicht zuletzt die Verbreitung des Hospizgedankens in Polen.

Dazu sagt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: "Das Hospiz in Oświęcim ist keine in Stein gemeißelte Erinnerung. Es ist ein Ort, an dem in ganz besonderer Weise Lehren aus der Geschichte gezogen werden. An diesem Ort, der für furchtbare deutsche Verbrechen steht, soll ein sichtbares Zeichen für die Achtung vor dem Leben, für den würdigen Umgang mit Menschen auf ihrem letzten Lebensweg gesetzt werden."

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit vom 21.12.2011