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08. März 2013

HBK-Baumaßnahme: Abriss in Marienthal schafft Platz für Neues.


Wo in diesen Tagen ein alter Containerbau auf dem Klinikgelände abgetragen wird, entsteht in den nächsten zwei Jahren ein neuer Gebäudekomplex, der dem Heinrich-Braun-Klinikum neue Struktur gibt. Rund 43 Mio. Euro werden dabei investiert.

Der Schnee der vergangenen Wochen ist geschmolzen und Stück für Stück schmilzt auch der alte Containerbau Haus 8 – ehemaliger Sitz der Klinik für Innere Medizin II – dahin. Wo bis Oktober vergangenen Jahres noch Patienten versorgt wurden, sind jetzt die Entsorger aktiv und tragen Stück für Stück den 15 Jahre alten Bau ab. Und das muss zügig voran gehen, denn der Platz wird gebraucht für eine dringend notwendige Erweiterung des Operativen Zentrums Haus 4 und die Errichtung eines Zentralverbinders.

Zentral-OP optimiert Prozesse und Logistik

Um die Zentralisierung am Standort Zwickau weiter voranzutreiben und die Wege für Mensch und Material zu verkürzen, entsteht am 2003 errichteten Operativen Zentrum der Neubau Haus 4a sowie ein Zentralverbinder. Der Neubau wird zukünftig die Frauenklinik mit Neonatologie und Kinderintensivbereich des Kinderzentrums (Mutter-Kind-Zentrum), Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde sowie die jüngst revitalisierte Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie beherbergen. Abgesehen von der MKG-Klinik sind diese medizinischen Fachbereiche derzeit im Haus 1 untergebracht – ein Gebäude, welches 1930 ursprünglich nur für die Frauenklinik errichtet wurde. Offensichtlich sind deshalb die Unzulänglichkeiten: Eine Vielzahl von unattraktiven Kellereingängen, die Verteilung der vier OP-Säle und Funktionsbereiche über mehrere Etagen und nicht zuletzt die Distanz zum Operativen Zentrum im Haus 4. Diese Entfernung bringt einen hohen logistischen Aufwand mit sich. Privatdozent Dr. med. habil. Siegfried Zielmann, Ärztlicher Direktor am Heinrich-Braun-Klinikum, erläutert die aktuelle Situation: „Zum Einen müssen Patienten aus dem Haus 1 für diagnostische Untersuchungen und intensivmedizinische Betreuung in das Haus 4 transportiert werden. Zum Anderen müssen die im Haus 4 angesiedelten Anästhesisten erst die Distanz zum Haus 1 zurücklegen, um bei nicht planbaren Eingriffen – wie beispielsweise einer Geburt – eine Narkose im dezentralen OP begleiten zu können.“ Hinzu kommt die notwendige Vorhaltung von Versorgungs- und Entsorgungsstrukturen für die dezentralen OP-Bereiche. Für die Menschen- und Güterströme auf dem im Pavillonstil angelegten Areal bedeutet das vor allem eins: Lange Transportwege und Wartezeiten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 90.000 Patiententransporte sowie mehr als 30.000 Materialtransporte auf dem Klinikgelände ausgeführt. Geschäftsführer Rüdiger Glaß resümiert: „Durch die dezentrale Lage dieser Fachbereiche gibt es zahlreiche Reibungsverluste, die die medizinische Qualität negativ beeinflussen können und den Gesamtaufwand in unwirtschaftlicher Weise erhöhen – das kann man sich auf Dauer nicht mehr leisten. Die Anbindung der Kliniken mit den dezentralen OP- und Funktionsbereichen an das Operative Zentrum mit Zentral-OP, Zentralsterilisation und Labor ist deshalb ein notwendiger und konsequenter Schritt. Zudem rücken im Neubau die ‚Kopfkliniken‘ (Kliniken für Augenheilkunde, HNO-Heilkunde sowie MKG-Chirurgie) näher zueinander. Der Neubau kommt unseren Patienten bei der medizinischen Versorgung zu Gute und trägt zur Steigerung des Wohlbefindens bei.“

Steigende Zahl der Notfallpatienten macht Erweiterung der Rettungsstelle notwendig

Mit der Errichtung des Haus 4a geht ebenfalls eine Erweiterung der Rettungsstelle sowie eine Ausweitung des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie einher. Die steigende Zahl an Notfallpatienten – inzwischen rund 28.000 Patienten jährlich – macht diesen Schritt unumgänglich. Zudem wird die Rettungsstelle erstmalig mit einer eigenen Bettenstation mit zwölf Plätzen ausgestattet. „Das Behandlungsspektrum am HBK hat sich in den vergangenen Jahren erweitert und nicht zuletzt die Mitgliedschaft im Traumanetzwerk Westsachsen hat dazu geführt, dass mehr Patienten mit schweren Verletzungen über unsere Rettungsstelle versorgt werden. Als Konsequenz von mehr Notfallpatienten mit breiteren Verletzungsmustern müssen auch die Rahmenbedingungen angepasst werden“, erläutert der Ärztliche Direktor die geplanten Schritte. Deshalb sind neben den baulichen Maßnahmen auch die Anschaffung neuer CT- und MRT-Geräte vorgesehen, um dem gestiegenen Bedarf an den diagnostischen Verfahren des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie gerecht zu werden.

Eine neue Drehscheibe für Patienten und zusätzliche Parkflächen entstehen

Mit dem Neubau Haus 4a und dem dazugehörigen Zentralverbinder (dieser koppelt zukünftig oberirdisch das 2012 in Betrieb genommene Haus 3 mit dem Operativen Zentrum) wird eine neue Drehscheibe für Patienten geschaffen. Die Patientenaufnahme wird zentral gebündelt, es entsteht ein Infopunkt, das Überleitungsmanagement und die Telefonzentrale werden neu angesiedelt. Damit werden die Patienten- und Besucherströme zunehmend den Zugang über die Steinpleiser Straße wählen. Dem steigenden Bedarf an Parkflächen in diesem Areal begegnet das Klinikum bereits in 2013 mit dem Bau eines weiteren Parkplatzes.

Ein Herzstück des Neubaus wird die Cafeteria im Erdgeschoß, die von Patienten, Besuchern sowie Mitarbeitern genutzt werden kann. Um auch hier die logistischen Prozesse zu optimieren wird die Speisenversorgung vom abseits gelegenen Küchengebäude in das Untergeschoß des Neubaus verlegt und mit moderner Technik ausgestattet.

Projektzeitraum auf zwei Jahre angelegt

Die vorbereitenden Maßnahmen beginnen nach dem abgeschlossenen Rückbau des Containerbaus Haus 8. Nach Baugrundvorbereitung ist die Grundsteinlegung für das 2. Halbjahr 2013 anvisiert. Gehen die Baumaßnahmen planmäßig voran, könnte Haus 4a bereits im 2. Halbjahr 2015 in Betrieb genommen werden. Der Freistaat Sachsen unterstützt diese Pläne und stellt 18,8 Millionen Euro Fördermittel bereit.

„Dieses große Bauvorhaben bei laufendem Betrieb zu realisieren ist eine echte Herausforderung, vor allem die Anbindung der zusätzlichen Operationssäle und der Umzug der Speisenversorgung können dabei Knackpunkte sein“, schätzt Geschäftsführer Glaß ein, „dennoch haben wir das ehrgeizige Ziel, die Maßnahme in zwei Jahren abzuschließen, um die Beeinträchtigungen durch das Baugeschehen so kurz wie möglich zu halten und den Patienten Hochleistungsmedizin in einem modernen Standards entsprechenden Umfeld zu bieten.“

Quelle: Pressemitteilung des Heinrich-Braun-Klinikum gemeinnützige GmbH Zwickau vom 06.03.2013