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12. März 2014

HEALTHY SAXONY e.V. gegründet


Koordinierungsstelle der Gesundheitswirtschaft in Sachsen erhält organisatorischen Rahmen. Die größten Kliniken, Industrie und Kostenträger sind mit beteiligt.

HEALTHY SAXONY, die Kommunikationsplattform der Gesundheitswirtschaft in Sachsen, hat die Weichen für die künftige Zusammenarbeit gestellt: in Dresden hat sich unter dem gleichlautenden Namen HEALTHY SAXONY e.V. der Verein gegründet, der dem „Gesicht“ der Gesundheitswirtschaft in Sachsen von nun an seinen rechtlichen Rahmen geben wird.

Die zehn Gründungsmitglieder, darunter das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, das Klinikum Chemnitz sowie der Deutsche Hausärzteverband und die AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen, haben damit die organisatorischen Voraussetzungen für eine dynamische Weiterentwicklung von HEALTHY SAXONY geschaffen.

Der neugegründete Verein wird ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgen und der Weiterentwicklung und Stärkung des sächsischen Gesundheitswesens dienen. Ausdrücklicher Satzungszweck ist die Verbesserung der Zusammenarbeit in innovativen Versorgungsprojekten. Angestrebt wird die Stärkung der sächsischen Gesundheitswirtschaft durch Vernetzung und Erfahrungsaustausch unter deren wichtigsten Akteuren. Im Fokus der Zusammenarbeit sollen dabei so genannte sektorenübergreifende Versorgungsprojekte stehen, also solche Projekte, in denen ein koordiniertes Zusammenwirken von ambulanter und stationärer Versorgung im Mittelpunkt steht.

Der von den Gründungs-Vereinsmitgliedern gewählte erste Vorsitzende Prof. Dr. Michael Albrecht vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden sowie sein Stellvertreter, Prof. Dr. Wolfgang Fleig vom Universitätsklinikum Leipzig weisen darauf hin, dass HEALTHY SAXONY von nun an der gesamten sächsischen Gesundheitswirtschaft als zentrale Informations- und Kommunikationsplattform zur Verfügung steht. „HEALTHY SAXONY ist ein in Sachsen bisher einzigartiger Verbund aus Vertretern der medizinischen Versorgung, versorgungsnahen Dienstleistern und Industrie. Wir erwarten, dass sich in Zukunft weitere wesentlichen Akteure der sächsischen Gesundheitswirtschaft anschließen werden“, skizziert Michael Albrecht das Ziel. Bereits seit Monaten arbeitet die Kommunikationsplattform im Internet unter anderem mit dem dort verfügbaren „Digitalen Atlas“ erfolgreich und bietet Unternehmen vielseitige Möglichkeiten der Präsentation und Vernetzung.

Alle Akteure der Branche in Sachsen – stationäre und ambulante Versorgung, krankenhausnahe Dienstleistungen, aus Biotechnologie, Medizintechnik - sind  eingeladen, sich in diesem Verein zu engagieren.

Die Koordinierungsstelle HEALTHY SAXONY nimmt ihre offizielle Arbeit zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt auf: nach einer Branchenumfrage der Industrie- und Handelskammern in Sachsen aus dem Herbst 2013 stellt sich die Geschäftslage der sächsischen Gesundheitswirtschaft derzeit außerordentlich positiv dar. So berichten rund 49 Prozent der befragten Akteure von einer guten wirtschaftlichen Situation. Mehr als jedes dritte Unternehmen – 35 Prozent – hat weitere Arbeitsplätze geschaffen. Auch dem laufenden  Geschäftsjahr sieht die Gesundheitswirtschaft in Sachsen mit Optimismus entgegen. So erwarten 28 Prozent der Befragten eine günstigere, 64 Prozent eine gleich bleibend gute Geschäftslage. Das wird voraussichtlich auch zu höheren Beschäftigtenzahlen führen, denn 21 Prozent der Unternehmen planen, mehr Personal einzustellen, während nur sieben Prozent über Personalabbau nachdenken.

Gerade für den Freistaat Sachsen ist die Gesundheitswirtschaft ein wichtiger Eckpfeiler der Gesamtwirtschaft. So erwirtschaftete die Branche nach einer Studie des gesundheitsökonomischen Zentrums der TU Dresden (GÖZ) im Jahr 2012 einen Anteil von über 12 Prozent an der Gesamtwirtschaftsleistung Sachsens – deutlich mehr, als im gesamtdeutschen Vergleich.

Wie wichtig gerade die Krankenhäuser für die sächsische Wirtschaftsleistung sind, hat jüngst eine Studie der Krankenhausgesellschaft Sachsen über den „regionalwirtschaftlichen Impact der der Krankenhäuser in Sachsen“ ergeben. Demzufolge erbringen Krankenhäuser über ihre medizinische Funktion hinaus eine erhebliche wirtschaftliche Wertschöpfung und besitzen auch als Nachfrager auf dem Markt einen wichtigen Kaufkrafteffekt für die Regionalwirtschaft. Positiv vermerkt die Studie auch den hohen Ausbildungsstand der Krankenhausbeschäftigten, der sowohl zum „Humankapital“ einer Region beitrage, als auch positive Einkommenssteuereffekte nach sich ziehe.

Allein in Sachsen erzielen die Krankenhäuser nach Erkenntnissen der Studie eine direkte jährliche Wertschöpfung in Höhe von rund 2,2 Mrd. Euro. Inklusive der Vorleistungen aus den indirekten wirtschaftlichen Effekten ergebt sich eine Gesamtwertschöpfung der sächsischen Krankenhäuser in Höhe von gut 4,5 Mrd. Euro pro Jahr, so die Studie.

Die wertschöpfenden Effekte der Krankenhäuser haben direkte Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze in Sachsen.

So sind allein 47.500 Menschen direkt für die sächsischen Krankenhäuser tätig, inklusive der Vorleistungen durch benachbarte Branchen und den Nachfrageeffekt arbeiten sogar über 92.000 Menschen in diesem Wirtschaftssektor. In der gesamten Gesundheitswirtschaft Sachsens sind sogar mehr als 291.000 Menschen tätig, das ist fast jeder siebte Erwerbstätige im Freistaat. Davon arbeiten etwa 221.000 Erwerbstätige im Kernbereich der Gesundheitswirtschaft also im eigentlichen Gesundheits- und Sozialwesen.

Insgesamt sind sowohl die sächsischen Krankenhäuser, als auch die gesamte sächsische Gesundheitswirtschaft unverzichtbare Wirtschaftsfaktoren für den Freistaat, die überdies ein großes Potenzial zur Erweiterung ihrer Angebote auch für Patienten aus dem Ausland besitzen.

Das sind die Gründer von HEALTHY SAXONY e.V.

  • Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden: vertreten durch Herrn Prof. Dr. med. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand
  • Klinikum Chemnitz: vertreten durch Herrn Dipl.-Oec. Dirk Balster, Kaufmännischer Geschäftsführer
  • Leipziger Messe GmbH: vertreten durch Herrn Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung
  • Deutscher Hausärzteverband: vertreten durch Frau Dipl.-Med. Ingrid Dänschel, 1.Vorsitzende des Sächsischer Hausärzteverband e. V.
  • Universitätsklinikum Leipzig: vertreten durch Herrn Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand
  • Krankenhausgesellschaft Sachsen e.V.: vertreten durch Herrn Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer
  • Herzzentrum Leipzig GmbH: vertreten durch Herrn Prof. Dr. med. Friedrich W. Mohr, Ärztlicher Direktor
  • AOK Plus – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen: vertreten durch Herrn Rainer Striebel, Vorsitzender des Vorstandes
  • Herzzentrum Dresden GmbH Universitätsklinik an der Technischen Universität Dresden: vertreten durch Herrn Stefan Todtwalusch, Geschäftsführer
  • Biotype Diagnostic GmbH: vertreten durch Herrn Dr. Wilhelm Zörgiebel, Kfm. Geschäftsführer
Ziele des Verein HEALTHY SAXONY:

Der Verein soll insbesondere:

  • die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch unter den Akteuren der sächsischen Gesundheitswirtschaft durch gegenseitige Information über aktuelle Entwicklungen sowie die Vermittlung von neuen Ideen und Ergebnissen durch Veranstaltungen, Kongresse und Tagungen unterstützen,
  • innovative Versorgungsprojekte, insbesondere solcher mit Bezug zur sektorübergreifenden (ambulanten und stationären) Versorgung der Bürger mit Gesundheitsleistungen initiieren und begleiten,
  • die Mitwirkung von Unternehmen der Gesundheitsindustrie in europäischen Kompetenznetzwerken unterstützen,
  • regionale Cluster aus Forschung und Wissenschaft begleiten,
  • Fördermöglichkeiten für Akteure der sächsischen Gesundheitswirtschaft erkennen  und ihnen durch die Etablierung der Marke „HEALTHY SAXONY“ Unterstützung bei der Erschließung überregionaler Märkte bieten, sowie
  • insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) durch den Aufbau und die Pflege einer digitalen Datenbank für ganz Sachsen, dem „Digitalen Gesundheitsatlas Sachsen“, zu einem leichten Zugang zur (Fach-) Öffentlichkeit verhelfen.

Über HEALTHY SAXONY

Der Vereinsgründung vorausgegangen ist ein vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Christine Clauß, gefördertes Projekt zum Aufbau einer Koordinierungsstelle der Sächsischen Gesundheitswirtschaft. Damit wurde für die Aktivitäten der sächsischen Gesundheitswirtschaft eine gemeinsame Plattform geschaffen, deren Aufgaben und Funktionen in den Gesamtrahmen der Gesundheitspolitik des Freistaates eingebunden sind. Aufgebaut und betrieben wurde das Netzwerk durch die Projektträger Carus Consilium Sachsen GmbH und Dresden International University. Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Quelle: Pressemitteilung HEALTHY SAXONY (c/o Carus Consilium Sachsen GmbH) vom 12.03.2014