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17. Oktober 2012

Kamenzer Malteser Krankenhaus sorgt für mehr Patientensicherheit


Mehr Sicherheit durch Verfahren aus der Luftfahrt

Das Malteser Krankenhaus St. Johannes hat jetzt ein neues Konzept für mehr Patientensicherheit eingeführt. Inspiriert ist dieses „Team Time-out“ genannte Verfahren durch die Luftfahrt: Durch Sicherheits-Checks, die vor dem Start mehrmals durchgeführt werden, wurde das Flugzeug zum sichersten Verkehrsmittel von allen. „Viele dieser Prozesse sind sehr gut auf Abläufe im Krankenhaus zu übertragen. Damit erhöhen sich Behandlungssicherheit und –komfort für unsere Patienten“, sagt Dr. Franz Eiselt, Ärztlicher Direktor des Kamenzer Krankenhauses.

Check-Listen, wie sie in der Luftfahrt üblich sind, spielen bei dem neuen Sicherheits-Konzept eine Schlüsselrolle. „Besonders bei operativen Eingriffen bewähren sich Checks“, erklärt Dr. Eiselt. Von der Anmeldung bis zur Entlassung nehmen sich die therapeutischen Teams Zeit, genau zu prüfen, ob alle Behandlungsschritte korrekt ablaufen.

Bei der Anmeldung zur ambulanten Operation oder zur stationären Aufnahme bekommt der Patient ein Identifikationsarmband: Es enthält Name, Geburtsdatum und Aufnahmenummer. Mit einem Sicherheitsverschluss versehen, lässt es sich nur durch Zerschneiden wieder entfernen.

Ein erster Check erfolgt durch die vorbereitende Station oder Abteilung: Liegen alle notwendigen Befunde vor? Ist Einwilligung und Aufklärungsgespräch korrekt erfolgt? Ist das Operationsgebiet eindeutig in der Voruntersuchung markiert worden? Wurde der Patient richtig zur OP vorbereitet? Und simpel aber sehr wichtig: Ist der Patient der Richtige?

Ein weiterer Check erfolgt vom Narkosearzt. Sie checkt die gleichen Punkte erneut. Hinzu kommt eine Prüfung von Risikofaktoren, die für die Narkose wichtig sind. Dies können Allergien sein, Infektionen oder auch ein Herzschrittmacher, der implantiert wurde.

Ist die Narkose eingeleitet, erfolgt der Hautschnitt erst nach einem weiteren Check-up durch das OP-Team: Patient richtig identifiziert? Eingriff? Körperseite? Lagerung? Instrumentarium vollständig? Sterilisationsprozess korrekt? Schließlich erfolgt ein Abschluss-Check: Wurden alle Instrumente und Tücher wieder vollständig aus dem OP-Gebiet entfernt?

„Jeder einzelne Arbeitsschritt wird dadurch noch einmal bewusst gemacht. Wenn etwas anders ist, als auf der Liste vermerkt, fällt das sofort auf“, erklärt der ärztliche Leiter. In mehreren Schritten wird das Verfahren auf immer mehr Behandlungspfade ausgeweitet werden. „Sicherheit kann es im Krankenhaus gar nicht genug geben“, ist Dr. Eiselt überzeugt.

Quelle: Presseinformation der Malteser Betriebsträgerges. Sachsen gemeinnützige GmbH vom 16.10.2012