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03. August 2016

Kliniken fordern nüchterne Faktenanalyse bei Adipositas-Operationen


DKG zum BARMER GEK Krankenhausreport 2016

"Der BARMER GEK-Report macht einmal mehr deutlich, dass die Krankenkassen immer wieder versuchen, den steigenden medizinischen Behandlungsbedarf der Bevölkerung in die Nähe von nicht notwendigen Leistungen der Kliniken zu rücken", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, zu dem heute vorgestellten "BARMER GEK Report Krankenhaus 2016". Es sei unredlich, aus dem Anstieg der bariatrischen Operationen den Kliniken die Erbringung unnötiger Operationen zu unterstellen.

"Diese Statistiken, mit denen nachgewiesen werden soll, dass vermeintlich zu viel und sinnlos operiert wird, zeichnen ein schiefes Bild", machte Baum deutlich. Richtig sei zwar, dass ein Anstieg der Operationen - bei geringer Fallzahl - in diesem Bereich zu verzeichnen ist. Dies sei schon deshalb zwingend, da auch die Zahl der Adipositaskranken im Zeitraum 2003 bis 2013 um 22 Prozent angestiegen ist. Fakt sei aber auch, dass sich die Krankenhäuser streng an die Leitlinien zur Adipositasbehandlung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sowie weiterer medizinischer Fachgesellschaften halten. Darüber hinaus sei der operative Eingriff immer die letzte Möglichkeit in der Behandlungskette: Erst wenn ernsthaft unternommene konservative - also nicht-operative - Versuche einer Gewichtsreduktion des Patienten wiederholt gescheitert seien, könne eine Operation in Betracht gezogen werden. Zudem wies der DKG-Hauptgeschäftsführer darauf hin, dass sich die Krankenhäuser zum Anspruch der Patienten auf eine Zweitmeinung bei geplanten Eingriffen klar bekennen würden.

Angesicht dieser Fakten sei es für die Krankenhäuser nicht nachvollziehbar, dass die BARMER GEK ihre Ergebnisse als angeblichen Beleg für "lukrative" Eingriffe der Krankenhäuser heranziehen würde. "Für diesen Vorwurf gibt es keine Anhaltspunkte", stellte Baum fest. Es sei Fakt, dass die Vergütungen jedes Jahr neu kalkuliert und zusammen mit den Krankenkassen vereinbart werden. Statt die Krankenhäuser pauschal zu diffamieren, sollte die BARMER GEK vielmehr darüber nachdenken, ob nicht eine neue Sicht auf das Krankheitsbild Übergewicht und die Behandlungsmöglichkeiten erforderlich sei.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 27.07.2016