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27. Dezember 2013

Klinikneugründungen ermöglichen Ausbau der Lungenheilkunde am HBK


Zum Januar 2014 werden am Heinrich-Braun-Klinikum, Standort Zwickau die Klinik für Innere Medizin V - Pneumologie, pneumologische Onkologie, Beatmungs- und Schlafmedizin unter Regie des Chefarztes Dr. med. Reinhold Müller sowie die Klinik für Thoraxchirurgie unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Peter Krieg etabliert. Gemeinsam bilden sie zukünftig ein Lungenzentrum. Ein neu errichtetes Modulgebäude wird die medizinischen Facheinrichtungen ab Januar 2014 beherbergen.

Mit Gründung der Kliniken für Innere Medizin V und Thoraxchirurgie zum 1. Januar 2014 wird ein Lungenzentrum etabliert und die Tradition der Lungenheilkunde am HBK weiter ausgebaut. Platz für die medizinischen Facheinrichtungen bietet das neu errichtete Modulgebäude am nördlichen Rand des HBK-Geländes (Haus 17). Auf einer Fläche von rund 1.365 qm ist für die Kliniken eine Bettenstation mit 14 Patientenzimmern entstanden, in denen bis zu 33 Patienten beherbergt werden können. Neben einer Ambulanz mit zwei Sprechzimmern werden Funktions- und Therapieräume, z. B. für die Sonografie, Ergospirometrie und Chemotherapie, eingerichtet. Hinzu kommen für die medizinische Versorgung Eingriffsräume für Endoskopische Untersuchungen sowie Invasivdiagnostik und -therapie.

Etablierung der Klinik für Innere Medizin V

Zum 1. Januar 2014 wird das Fachgebiet als eigenständige Klinik für Innere Medizin V – Pneumologie, pneumologische Onkologie, Beatmungs- und Schlafmedizin eingerichtet. Die Leitung übernimmt Dr. med. Reinhold Müller. Die Pneumologie wurde am Standort Zwickau bisher als Teilbereich der Klinik für Innere Medizin I  (Kardiologie-Angiologie-Pneumologie-Internistische  Intensivmedizin) angeboten. Die Klinik für Innere Medizin V bietet zukünftig ein nahezu komplettes Spektrum an Diagnostik und Therapie für fast alle Erkrankungen der Lunge, der Atemwege und des Rippenfells an. Neben häufigen Erkrankungen wie Lungenentzündung, COPD und Asthma werden auch seltene Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel verschiedene allergische Lungenerkrankungen wie die exogen allergische Alveolitis – z. B. die Vogelzüchterlunge oder die Farmerlunge – behandelt. Im Bereich der pneumologischen Onkologie (Tumorerkrankungen der Lunge und Atemwege) stehen umfangreiche Diagnostik- und Therapiemaßnahmen zur Verfügung, um Patienten mit Krebserkrankungen der Lunge und des Rippenfells einschließlich Chemotherapie bestmöglich zu behandeln. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beatmungs- und Schlafmedizin. Es können krankhafte Veränderungen der Atempumpe sowie schlafbezogene Atmungsstörungen diagnostiziert und therapiert werden. Die Durchführung einer Beatmungsentwöhnung (Weaning) ist ebenfalls möglich. „Ich bin sehr daran interessiert, den Kontakt mit den niedergelassenen Kollegen zu vertiefen, weshalb es regelmäßig Ärztestammtische und Fortbildungsveranstaltungen geben wird. Zudem werden Patienten, Angehörige und Interessierte mit speziellen Veranstaltungen angesprochen und erhalten dadurch einen tieferen Einblick in unser Leistungsspektrum“,  ergänzt der fachkundige Arzt. Auch das Thema Raucherentwöhnung liegt Chefarzt  Dr. med. Reinhold Müller sehr am Herzen, weshalb er dieses Spezialgebiet am HBK einführen möchte, um bei Patienten durch gezielte Therapie eine dauerhafte Nikotinabstinenz zu erreichen.

Das Studium der Humanmedizin hat der 49-jährige Mediziner 1990 an der Ludwig-Maximilians-Universität München abgeschlossen. Nach seinem Pflichtpraktikum erteilte man ihm 1991 seine Approbation. Im Anschluss war Dr. med. Reinhold Müller über fünf Jahre als Assistenzarzt der Inneren Medizin im Kreiskrankenhaus  Roding tätig. Während dieser Zeit absolvierte er die Fachkunde Rettungsdienst sowie die Fachkunde  im  Strahlenschutz. Ab 1997 arbeitete der Mediziner als Assistenzarzt in der Abteilung der Inneren Medizin im St.-Carolus-Krankenhaus Görlitz, promovierte 1998 an der Medizinischen Fakultät der Universität Regensburg, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, und erhielt im Herbst die Anerkennung zum Facharzt für Innere Medizin. Anschließend war der Experte im St.-Carolus-Krankenhaus zunächst als Oberarzt, später als 1. Oberarzt tätig und erlangte die Schwerpunktbezeichnung Pneumologie, was die fachkundige Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der Lunge und der Atemwege ermöglicht. Zuletzt war der gebürtige Münchner als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin – Schwerpunkt Pneumologie an der Paracelsus-Klinik Zwickau tätig und seit Ende 2012 Leiter des zertifizierten Lungenkrebszentrums Gera-Zwickau am Standort Zwickau.

Gründung der Klinik für Thoraxchirurgie

Dr. med. Peter Krieg übernimmt zum Januar 2014 die Leitung der Klinik. Hier wird zukünftig das gesamte Spektrum der Thoraxchirurgie gewährleistet und somit eine optimale Versorgung von Patienten mit Erkrankungen und Verletzungen der Thoraxorgane (Lunge, Bronchien, Brustkorb, Luftröhre, Zwischenfell, Zwerchfell) abgedeckt. Die Eingriffe erfolgen durch sowohl klassische, offene Verfahren als auch endoskopische und minimalinvasive Methoden (Schlüssellochchirurgie). „Die minimalinvasiven Operationsverfahren können besonders schonende Eingriffe ermöglichen, zum Beispiel bei der Therapie des Pneumothorax (Lungenkollaps), des Pleuraempyem (eitrige Brustfellentzündung), des Lungenemphysem (krankhafte Überblähung der Lunge) oder bei der Entfernung von gut- oder bösartigen Veränderungen, wie beim Bronchialkarzinom (Lungenkrebs). Mir ist sehr daran gelegen, die Möglichkeit einer minimalinvasiven Vorgehensweise weiter bekannt zu machen. Spezielle Veranstaltungen für Patienten, Angehörige und Interessierte werden hierzu einen vertieften Einblick in das chirurgische Leistungsspektrum und in diese schonenden Verfahren geben. Besonders freue ich mich auch auf die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen sowie eine Vertiefung der Kooperation mit  allen beteiligten Kollegen des HBK zur optimalen Patientenversorgung“, sagte der 53-jährige Mediziner. Das Leistungsspektrum der Klinik reicht von der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Lunge über Entfernungen von Lungenrundherden/Lungenmetastasen und Operationen von Lungenkrebs und Brustkorbdeformitäten bis hin zu Diagnose und Therapie von Brustwand- und Rippenfellerkrankungen. Weitere Gebiete sind zudem die Zwerchfellchirurgie und die Behandlung des Thoraxtraumas.

Dr. med. Peter Krieg absolvierte sein Studium der Medizin 1990 an der Ruhr-Universität Bochum und der  Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Nach seinem Praktischen Jahr im Bereich der Chirurgie und de  Inneren Medizin, welches er zum größten Teil an der Duke-University in Durham, NC, USA durchführte, arbeitete der Mediziner bis 1992 als Arzt im Praktikum in der Allgemeinchirurgie im Klinikum der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und erhielt im Anschluss seine Approbation. Ab 1993 war der gebürtige Münchner als Assistenzarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover in der Abteilung für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie und interdisziplinärer Intensivmedizin tätig. Anschließend arbeitete der Experte abwechselnd in der Abteilung für Unfallchirurgie sowie Abdominalchirurgie (Bauchchirurgie) der Medizinischen Hochschule Hannover und in der Abteilung für Thorax-, Herz-, Gefäß- und Viszeralchirurgie des Oststadtkrankenhauses der Medizinischen Hochschule Hannover. 1999 erhielt er den Facharzt für Chirurgie. Von 2001 bis 2004 war er an der Universität des Saarlandes in der Klinik für Thorax-,  Herz-  und Gefäßchirurgie tätig und erlangte während dieser Zeit seinen Facharzt für Herzchirurgie. 2004 erhielt Dr. med. Peter Krieg die Schwerpunktbezeichnung Thoraxchirurgie und war in der Klinik für Herz,- Thorax-, und Gefäßchirurgie der Universität Jena tätig. Ein Jahr darauf begann der versierte Spezialist ein berufsbegleitendes Aufbaustudium Master of Medical Education. Es folgten Tätigkeiten als Funktionsoberarzt, Oberarzt und zuletzt als Leiter der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie des Friedrich Schiller Universitätsklinikums Jena. Mit Engagement übernahm der fachkundige Experte auch diverse Lehrtätigkeiten sowie Leitungsfunktionen.

Neuausrichtung der Chirurgie am Standort Zwickau

Der Ärztliche Direktor Privatdozent Dr. med. habil. Siegfried Zielmann erklärt: „Mit der Gründung der Klinik für Thoraxchirurgie ist die Umstrukturierung des Zentrums für Chirurgie am Standort Zwickau abgeschlossen. Um dem medizinischen Fortschritt gerecht zu werden und einer zunehmenden Spezialisierung Rechnung zu tragen, wurden einzelne Fachgebiete zu eigenständigen Kliniken aufgewertet. Der Prozess begann mit der Ausgründung der Klinik für Gefäßchirurgie im November 2013 unter Leitung von Chefarzt Dipl.-Med. Thomas Kruschwitz.Gleichzeitig spezialisierte sich die bisherige Klinik für Chirurgie unter dem langjährigen Chefarzt Dr. med. Gernot Heiland zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie. Als letzter Schritt folgt nun die Klinik für Thoraxchirurgie, die unter anderem ein wichtiger Baustein ist, um das bestehende regionale Traumazentrum zu einem überregionalen Traumazentrum für Schwerstverletzte auszubauen und damit die höchste Versorgungsstufe zu erreichen.“ 

Etablierung eines neuen Lungenzentrums

Die beiden zum Januar 2014 etablierten Kliniken bilden zukünftig gemeinsam ein neues Lungenzentrum. Als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung bietet das HBK das komplette Leistungsspektrum sowie ganzheitliche Behandlungsmöglichkeiten aus einer Hand an, um eine bestmögliche wohnortnahe Versorgung der Lungenpatienten zu ermöglichen. Im interdisziplinären Ansatz bietet das Zentrum rund um die Uhr die komplette Versorgung für Patienten mit pulmonalen Erkrankungen an. Kurze Wartezeiten sind selbstverständlich und Notfälle können jederzeit über die Notaufnahme eingewiesen werden. „Problemfälle“ und alle Tumorpatienten werden in multiprofessionellen Teamsitzungen besprochen, um so die bestmöglichen Optionen für Patienten zu erzielen.

Quelle: Pressemitteilung des Heinrich-Braun-Klinikum gGmbh, Standort Zwickau, vom 27.12.2013