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02. Januar 2015

Klinikum St. Georg schreibt wieder schwarze Zahlen


Konsolidierungskurs der vergangenen zwei Jahre erfolgreich/Klinikum setzt auf Neuerungen im medizinischen Bereich, um positiven Trend 2015 fortzusetzen

Das Klinikum St. Georg schließt 2014 voraussichtlich mit einem positiven Jahresergebnis ab. Damit zeigt der Anfang 2013 beschlossene Strategieprozess zur Konsolidierung des Haushalts erste Erfolge. „Dass es gelungen ist, ein positives Bilanzergebnis zu erzielen, zeigt, dass die bisher getroffenen Maßnahmen und Anstrengungen sinnvoll waren. Wir sind auf einem guten Weg, das Klinikum wirtschaftlich wieder auf gesunde Beine zu stellen“, sagte Dr. Iris Minde, Geschäftsführerin des Klinikums St. Georg.

Positiv zum Tragen kamen in diesem Jahr unter anderem die gestiegenen Operationszahlen, die Wiederinbetriebnahme des Schwerbrandverletztenzentrums sowie der Trägerwechsel des Betriebskindergartens. Mit zusätzlichen strukturellen Neuerungen will das Klinikum im kommenden Jahr an diesen positiven Trend anknüpfen. „Wir sind zuversichtlich, den erfolgreichen Kurs auch 2015 fortsetzen zu können, so dass sich die wirtschaftliche Lage des Klinikums weiter entspannt. Im stationären Bereich werden darüber hinaus wichtige Investitionen und Projekte realisiert, um die Qualitätsstandards kontinuierlich hoch zu halten“, betonte Dr. Minde.

Maßnahmen der Konsolidierung

Die kritische finanzielle Situation des Klinikums in den vergangenen beiden Jahren erforderte ein umfangreiches Sanierungsprogramm. Seit Anfang 2013 nahm die Unternehmensleitung kontinuierlich Prozessoptimierungen, Einsparungen bei betrieblichen Aufwendungen und eine Konzentration auf die stationären Leistungen des Klinikums vor, um den Haushalt zu konsolidieren.

Zwar zeigen die eingeleiteten Maßnahmen bereits Wirkung, „dennoch bleibt die Lage angespannt und wir müssen uns weiterhin auf den stationären Bereich als unser Kerngeschäft fokussieren“, sagte Dr. Minde. Ambulante Angebote der Physiotherapie wurden deshalb eingeschränkt. Trotz intensiver Bemühungen ist es nicht gelungen, alle Physiotherapeuten weiter zu beschäftigen. „Mit den getroffenen Maßnahmen befindet sich das Klinikum wirtschaftlich auf einem guten Weg. Weitere betriebsbedingte Kündigungen sind deshalb unter den derzeitigen Vorzeichen für 2015 nicht geplant“, betonte Dr. Minde.

Neuerungen und strukturelle Änderungen 2015

Im Zuge der effizienteren Strukturierung der klinischen Abteilungen beabsichtigt das St. Georg für 2015, fünf große medizinische Zentren zu etablieren, denen alle bisherigen Kliniken und Abteilungen untergeordnet werden. Die Aufteilung in Operative Medizin, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Diagnostik und Poliklinik fördert die Konzentration verwandter Fachgebiete und erhöht die Synergieeffekte. „Für den Patienten werden sich durch diese neue interne Organisationsstruktur keine sichtbaren Änderungen ergeben. Dem ärztlichen Personal ermöglichen sie jedoch eine engere fachübergreifende Zusammenarbeit. Wichtige Entwicklungen und Projekte, wie Fortbildungen, können so besser koordiniert und vorangebracht werden“, sagte Prof. Dr. Bernhard Ruf, Leitender Chefarzt des Klinikums St. Georg.

Um den Standort Grünau weiter zu stärken, wird die Medizinische Klinik West mit der Robert-Koch-Klinik zusammengeführt. Diese Maßnahme bündelt zum einen die medizinischen Kompetenzen und sorgt zum anderen für eine bessere Verzahnung zwischen den Kliniken in Grünau und dem Hauptstandort in der Delitzscher Straße. Mit der engeren Zusammenarbeit der Kliniken geht eine zusätzliche Erweiterung des Leistungsspektrums einher. So erfolgt unter anderem in der Robert-Koch-Klinik ein Ausbau der geriatrischen Abteilung, während am Eutritzscher Standort künftig auch die Diabetologie und Rheumatologie vertreten sein werden. „Mit diesem Schritt möchten wir uns klar zum Standort Grünau bekennen und eine noch umfassendere ärztliche Versorgung der Grünauer Bürger gewährleisten“, begründete Dr. Minde die Entscheidung der Klinikleitung.

Für eine weitere Steigerung der Qualität und des Service für die Patienten sorgt ab März 2015 die Zentralisierung der Operationssäle im Haus 21. Der Erweiterungsbau bietet unter anderem einen speziell klimatisierten OP-Raum für kinderchirurgische Eingriffe sowie einen Hybrid-OP-Saal, in dem zwei Teams unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen arbeiten können.

Auch für das Personal soll die Attraktivität des Klinikums als Arbeitgeber weiter gesteigert werden. Bereits 2013 wurde mit dem Marburger Bund ein gut angenommener Haustarif für die Ärzte des St. Georg abgeschlossen. In 2014 hat das Klinikum Tarifverhandlung mit der Gewerkschaft Verdi aufgenommen, um für eine gerechte Entlohnung auch der Mitarbeiter zu sorgen, die nicht im ärztlichen Dienst beschäftigt sind. „Unser Ziel für das Jahr 2015 ist es, auch für diese Personalgruppe einen Haustarif zum Abschluss zu bringen“, sagte Dr. Minde.

Positive Entwicklungen 2014

Weltweite Aufmerksamkeit erfuhr das St. Georg durch die Behandlung eines Ebola-Patienten im Oktober dieses Jahres. „Ein Kompetenzzentrum für hochansteckende Krankheiten von internationaler Bedeutung zu führen, ist eine Auszeichnung nicht nur für unser Haus sondern auch für Leipzig. Ich bin stolz auf die gute und engagierte Zusammenarbeit der hervorragend ausgebebildeten und gut geschulten Mitarbeiter“, sagte Dr. Iris Minde.

Auch im Bereich der Kindermedizin setzte das St. Georg Standards. Mit dem Ausbau der Neonatalogie ist das St. Georg seit Juli deutschlandweit – neben der Charité in Berlin – das einzige Klinikum, das über eine eigenständige Neonatologie-Klinik verfügt. Erweiterte Behandlungsmöglichkeiten ergeben sich zudem durch die Verpflichtung des Kinderchirurgen Dr. Christian Geyer, der diesen Fachbereich seit Juli 2014 sehr erfolgreich am Klinikum etabliert hat. Durch dieses zusätzliche Angebot ist das Klinikum nun rund um die Uhr auf jede Art von Kindernotfällen vorbereitet.

Außerdem investierte das St. Georg 2014 mit der Anstellung erfahrener Spezialisten weiter in Qualität und Fachkompetenz. Mit Dr. Adrian Dragu, Dr. André Liebmann, Prof. Dr. Arndt-Oliver Schäfer und Dr. Thomas Köhnlein wechselten die Führungen in der Klinik für Plastische und Handchirurgie, der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, der Radiologie und der Robert-Koch-Klinik. Auch die Anwendung neuer Verfahren, die in der Region nur selten praktiziert werden, wie die minimalinvasive Kielbrustkorrektur, die schonende Gebärmutterentfernung oder die Brustrekonstruktion aus Eigengewebe, bieten der Leipziger Bevölkerung am St. Georg eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau.

Zahlreiche Aufklärungsveranstaltungen über Gesundheitsthemen vervollständigten 2014 das umfangreiche Serviceangebot des Klinikums. Gut besuchte Veranstaltungen wie die Informationsreihe in der Städtischen Bibliothek oder der Patiententag mit MDR-Moderatorin Franziska Rubin werden auch im kommenden Jahr fortgesetzt.

„Unser Ziel ist es, weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten und den Prozess einer effizienten Strukturierung der Klinikarbeit fortzusetzen. Der primäre Fokus wird jedoch auch 2015 darauf gerichtet sein, den Service für unsere Patienten kontinuierlich zu erhöhen und eine optimale medizinische Behandlung zu garantieren“, erklärt Dr. Iris Minde.

Quelle: Pressemitteilung des Klinikum St. Georg gGmbH vom 02.01.2015