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19. Januar 2011

Klinisches Ethikkomitee im St. Elisabeth Krankenhaus Leipzig gegründet


Im St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig gibt es seit Anfang des Jahres ein klinisches Ethikkomitee (KEK).

„Mit dem Ethikkomitee haben wir eine weitere Möglichkeit, die Kommunikation über ethische Fragen im Krankenhaus zu verbessern“, erläutert Dr. Andreas von Aretin, Chefarzt der Inneren Abteilung II die Gründung. „Wir hatten von jeher eine starke Sensibilität gegenüber ethischen Fragen. Das Komitee erscheint uns aber gerade jetzt sinnvoll, da das Krankenhaus und auch die Zahl der Mitarbeiter in den letzten Jahren stark gewachsen ist“, so der Vorsitzende des Komitees, der auch Mitglied der Arbeitsgruppe Ethik der sächsischen Landesärztekammer ist.  Im Gegensatz zu Ethikkommissionen, die es in vielen Krankenhäusern gibt, um Studien zu begleiten, dient das Komitee primär dem Krankenhauspersonal als Forum, um ethische Problemstellungen  zu formulieren und dabei auch von der Leitungsebene wahrgenommen zu werden. Neben Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses gehören dem Komitee die Hausleitung und Propst Lothar Vierhock an.

Besprochen werden betriebsnahe ethische Fragestellungen, die im Grundsatz einer Klärung bedürfen. „Der Umgang mit Patientenverfügungen wurde zwar 2009 per Gesetz neu geregelt, wirft aber im Einzelfall immer noch viele Auslegungsmöglichkeiten und Unsicherheiten auf“, nennt Dr. v. Aretin ein Beispiel. Auch die künstliche Ernährung schwerstkranker Patienten mit beschränkter Lebenserwartung sei ein typisches Thema ebenso wie die Entscheidung, wann und wie lange lebenserhaltende Therapien bei Schwerstkranken weitergeführt werden.

Das klinische Ethikkomitee im St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig tritt nach Bedarf, jedoch mindestens zweimal im Jahr zusammen, gibt nach einem Votum Empfehlungen ab oder formuliert Leitlinien für typische wiederkehrende Situationen.

Quelle: Presseinformation des St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig vom 18.01.2011