Nachrichten

 
28. September 2012

Kostenorientierungswert des Statistischen Bundesamtes zu niedrig


Krankenhäusern droht Finanzierungskatastrophe

Zur Veröffentlichung des Orientierungswertes erklärt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer:

"Der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Orientierungswert für die Kosten der Krankenhäuser ist mit 2,0 Prozent weit weg von der tatsächlichen Kostenbelastung, die die Krankenhäuser aktuell und im nächsten Jahr haben werden. Hier zeigt sich die Schwäche des Konzeptes. Der Wert ist vergangenheitsbezogen. Dessen Erfassungszeitraum (2. Halbjahr 2011 / 1. Halbjahr 2012) endet genau dort, wo die massive Kostenbelastung der Krankenhäuser aktuell begonnen hat. Dass der erstmalig ermittelte Kostenorientierungswert auch noch unterhalb der Grundlohnrate liegt, kann überhaupt nicht nachvollzogen werden. Die Krankenhäuser brauchen Preiserhöhungsspielräume, die die Kostenbelastung in 2013 realistisch widerspiegeln. 2,0 Prozent decken nicht einmal die Inflationsrate ab. Hinzu kommt, dass der Wert nur die Obergrenze für die Verhandlungen der Fallpauschalpreise auf der Landesebene darstellt. Hier werden dann auch noch Abzüge für die Leistungsentwicklung vorgenommen, so dass den Kliniken zur Kostendeckung in 2013 noch weniger zur Verfügung steht soll. Das geht nicht.

Für die Krankenhäuser leiten sich aus dieser Misere klare Erwartungen an die Regierungskoalition ab, nämlich:

  • Die Krankenhäuser brauchen wie in 2012 auch in 2013 eine Tarifausgleichsrate. Denn schon heute stehen die Tarifverträge mit Steigerungsraten weit über dem Kostenorientierungswert fest.
  • Von dem extrem niedrigen Kostenorientierungswert dürfen nicht auch noch auf der Landesebene Abzüge für Leistungsentwicklungen vorgenommen werden. Auch hier muss die diesbezügliche gesetzliche Vorgabe für 2013 ausgesetzt werden.
  • Die 2010 zur Sanierung der GKV installierten Kürzungen in Form von 25-prozentigen Mehrleistungsabschlägen, die den Kliniken 250 Millionen Euro entziehen müssen für 2013 beendet werden.

Ohne Hilfe des Gesetzgebers droht den Krankenhäusern in 2013 eine Finanzierungskatstrophe."

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Krankenhausgesellschaft vom 28.09.2012