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02. August 2012

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am HBK Zwickau neu etabliert


Mit der Berufung von Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Marcus Gerressen zum Chefarzt des Fachbereichs Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Heinrich-Braun-Klinikum, wird zum 1. August eine Versorgungslücke in der Region geschlossen.

Erstmals wurde 1958 eine Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am HBK Zwickau gegründet, die zeitweise über bis zu 18 Betten verfügte. Ab 2001 wurde die Klinik in eine Belegabteilung mit acht Betten umgewandelt. Mit dem Ausfall des Belegarztes in 2011 konnten Patienten mit Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Krankheitsbildern am Klinikum nicht mehr behandelt werden.

Patienten aus Westsachsen mussten deshalb den Weg nach Chemnitz auf sich nehmen, um sich einer Behandlung unterziehen zu können. Mit der Neuetablierung des Klinikbereichs in Zwickau können nun Patienten eine wohnort- bzw. unfallortnahe Behandlung in Anspruch nehmen und zusätzliche Transportwege entfallen. Das Heinrich-Braun-Klinikum wird damit wieder zur Anlaufstelle von rund einer Millionen Menschen aus den Landkreisen Erzgebirge, Vogtland und Zwickau, wenn Sie einer stationären Behandlung im Bereich Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie bedürfen. Priv.-Doz. Dr. med. Siegfried Zielmann, Ärztlicher Direktor am Klinikum, erläutert dazu: „Mit der Revitalisierung der MKG-Chirurgie sind wir nun ein vollständiges ‚Kopfzentrum‘. Gemeinsam mit den Fachbereichen Augenheilkunde, HNO-Heilkunde, Neurologie sowie Neurochirurgie und Wirbelsäulentraumatologie, können wir allen Belangen im Kopfbereich gerecht werden. Insbesondere Schwerstunfallverletzte können nun ganzheitlich im Klinikum behandelt werden und müssen nicht mehr nach Erstbehandlungen verlegt werden, um Mund-Kiefer-Gesichtschirurgisch versorgt zu werden.“

Versierter Mediziner ist ein Gewinn für das Heinrich-Braun-Klinikum

Die Revitalisierung des Fachbereichs und der Aufbau einer effizienten klinischen MKG-Funktionsabteilung erfolgen mit der Berufung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Marcus Gerressen. Der gebürtige Mönchengladbacher studierte von 1993 bis 2002 Zahnmedizin und Medizin an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Der Promotion zum Doktor der Zahnmedizin in 2001 folgte 2005 die Promotion zum Doktor der Medizin. Nach Studienabschluss war Marcus Gerressen zunächst als Arzt im Praktikum, später als Assistent in Weiterbildung und ab 2006 als Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum RWTH Aachen tätig. Im Jahr 2007 wurde er zum Oberarzt in der dortigen Klinik für Zahn-, Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie berufen. Ferner engagiert sich Dr. Dr. Gerressen im humanitären Bereich. Seine Auslandseinsätze führten ihn 2005, 2007 sowie 2008, 2009 und 2012 nach Pakistan und Indien, um dort wo Mangelversorgung herrscht, insbesondere Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und komplexen Gesichtsrekonstruktionen zu behandeln.

Der Nordrhein-Westfale ist Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie Fachzahnarzt für Oralchirurgie. Seit 2009 gehören Plastische und Ästhetische Operationen ebenfalls zum Leistungsspektrum des 39-jährigen. Neben seiner fachlichen Kompetenz kann er ebenso Erfahrungen in der Organisation und Leitung einer Klinik vorweisen, die er während seiner Zeit als Oberarzt sammeln konnte. Sein Engagement für Wissenschaft und Lehre – der Privatdozent kann zahlreiche Publikationen in internationalen Fachzeitschriften sowie unzählige wissenschaftliche Vorträge vorweisen – runden das Profil des neu berufenen Chefarztes ab.   Seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der MKG-Chirurgie mündete 2011 in der Habilitation und der Venia legendi für das Fach Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie verbunden mit der Führung des Titels Privatdozent.

„Für mich stellt es eine besondere Herausforderung dar, die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie in allen Facetten am Heinrich-Braun-Klinikum in Zwickau neu zu etablieren. Die Schwerpunkte der Klinik sollen neben der rekonstruktiven Chirurgie nach Traumata oder Tumorleiden die Dysgnathiechirurgie, die Spaltchirurgie sowie die plastisch-ästhetische Gesichtschirurgie beinhalten. Dabei ist es mir wichtig, auf Augenhöhe sowohl mit den fachverwandten Kollegen im Haus als auch mit den niedergelassenen Kollegen zu arbeiten. Ich freue mich der Abteilung ein neues Gesicht zu geben und Teil dieser Entwicklung zu sein und hoffe, meine Erfahrungen in der rekonstruktiven Mikrochirurgie mittelfristig auch für andere Fachgebiete einsetzen zu können.“ erläutert Dr. Dr. Gerressen. Insbesondere freut er sich auf die neu eingerichteten Funktionsräume: „Mein Anspruch ist es, unter den im HBK gegebenen hervorragenden Rahmenbedingungen höchstmögliche Standards in der Patientenversorgung zu etablieren und die Abteilung konsequent auf- und auszubauen. Außerdem liegt mir die individuell Behandlung und Betreuung der Patienten am Herzen.“

Ambulante Praxis als prästationäre Anlaufstelle

Parallel zum stationären Klinikbereich ist eine prä- und poststationäre Anlaufstelle für Patienten der Mund–Kiefer–Gesichtschirurgie entstanden. Im Ärztehaus I am HBK werden dazu ambulante Praxisräume eingerichtet, die den modernsten Standards entsprechen. Die MKG-Praxis wird unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Marcus Gerressen durch das MVZ Poliklinik West der HBK-Poliklinik gemeinnützige GmbH bewirtschaftet. Im Laufe des Septembers 2012 wird die Praxis ihren Betrieb aufnehmen und in den Sprechstunden von Montag-Freitag ein umfangreiches ambulantes Spektrum für Patienten anbieten.

Die Klinikleitung schätzt sich glücklich, mit Priv.-Doz. Dr. med. Dr. med. dent. Marcus Gerressen eine fachlich und menschlich kompetente Führungspersönlichkeit für das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau gewonnen zu haben, und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Quelle: Pressemitteilung des Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau gGmbH vom 31.07.2012