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02. März 2012

Netzwerker diskutieren über neue Wege zum Erhalt der medizinischen und pflegerischen Versorgung


"Markt und Wettbewerb - wie viel Planung braucht die Versorgung der Zukunft?" - Experten treffen sich zum 3. Partnerdialog des CCS am 2. März in Dresden

Im Rahmen des zum dritten Mal im Deutschen Hygiene-Museum Dresden stattfindenden Partnerdialogs der Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen (CCS) diskutieren am 2. März rund 200 Experten über die Zukunft der regionalen Krankenversorgung. Im Mittelpunkt stehen mögliche Wege zur flächendeckenden wie bedarfsgerechten und wohnortnahen medizinischen Versorgung der Bevölkerung, die auch zentrales Anliegen des Anfang des Jahres in Kraft getretenen GKV Versorgungsstrukturgesetzes ist. Welche Chancen sich daraus für den Freistaat Sachsen ergeben, der angesichts des demographischen Wandels vor besonders großen Herausforderungen steht, wird in Vorträgen sowie in der abschließenden Podiumsdiskussion reflektiert. Ein Thema ist der steigende Bedarf an Pflegeleistungen für ältere Menschen. Auf dem 3. Partnerdialog wird über Vorschläge für innovative Angebote gesprochen, die den Zeitpunkt einer aufwändigeren häuslichen Pflege aufzuschieben vermögen oder die der nachbarschaftlichen beziehungsweise wahlverwandschaftlichen Hilfelandschaft neue Impulse verleihen – etwa Seniorengenossenschaften.

„Aus meiner Sicht müssen sich Wettbewerb und Planung auch bei der medizinischen Versorgung ergänzen. Wettbewerb brauchen wir um Personal: um ärztliches und pflegerisches Personal. Ohne motivierte, engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter gibt es auch keine gute medizinische Versorgung. Wettbewerb brauchen wir auch zur effektiven Nutzung unserer Ressourcen, zur effektiven Gestaltung und einer großflächigen Vernetzung. Das sind die Strukturen der Zukunft“, umschreibt Sachsens Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Christine Clauß, die wachsende Bedeutung von Kooperationen und Netzwerken unter anderem in der regionalen Krankenversorgung. Die Staatsministerin wird den 3. Partnerdialog mit einem Grußwort eröffnen.

Weil die Zahl der betagten Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich steigen wird – eine Entwicklung, die sich in Sachsen erheblich früher und stärker bemerkbar macht – müssen im Freistaat neue Ansätze entwickelt werden, um auch künftig allen Hilfebedürftigen adäquate Pflegeleistungen anbieten zu können. Auf diese Problematik geht auf dem 3. Partnerdialog Wilma Jessen, Abteilungsleiterin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, ein. In ihrem Vortrag zum Thema „Die Pflegelandschaft in Sachsen: integriert oder isoliert?“ betont Frau Jessen: „Entscheidend ist, dass die Leistungsversprechen der Pflegeversicherung auch auf lange Sicht eingehalten werden können“. Sie schlägt deshalb unter anderem vor, mit neuen Angeboten für nicht pflegebedürftige ältere Menschen den Zeitpunkt einer aufwändigeren häuslichen Pflege aufzuschieben – etwa durch den Einsatz von Alltagsbegleitern. Auch Möglichkeiten, die nachbarschaftliche beziehungsweise wahlverwandschaftliche Hilfelandschaft weiterzuentwickeln, zum Beispiel durch Seniorengenossenschaften, könnten die Situation nachhaltig entschärfen. Darüber hinaus sei die weitere Vernetzung der pflegerischen Beratung unverzichtbar: „Der Erfolg des Pflegenetzes in Sachsen bestätigt die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges“, betont die Leiterin der Abteilung Sozialversicherung und Krankenhauswesen im Sozialministerium. Der 3. Partnerdialog des Carus Consilium Sachsen findet statt am

Freitag, dem 2. März 2012, von 9.30 bis 15.45 Uhr, im Deutschen Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden.

Die Veranstaltung bietet folgende Themenblöcke an: „Integrierte regionale Gesundheitsplanung“, „Integriertes Management auf Augenhöhe“ und „Markt und Wettbewerb – welche Rolle spielt die Patientenorientierung?“

Mit Netzwerken den Zugang zu einer adäquaten medizinischen Versorgung der Bevölkerung zu sichern und durch innovative Konzepte das Gesundheits- und Sozialsystem effizienter zu gestalten, ist ein wichtiges Anliegen der Ende 2008 offiziell gestarteten Gesundheitsregion Carus Consilium Sachsen. Nach drei Jahren intensiver Aufbauarbeit zieht Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und CCS-Aufsichtsratsvor­sitzender, eine positive Bilanz der maßgeblich vom Klinikum mitinitiierten Gesundheitsregion: „Ich freue mich über die nachhaltige dynamische Entwicklung, die unser Netzwerk seit seiner Gründung genommen hat. Nachdem es in den ersten zwei Jahren vor allem um Konzepte ging, konnte 2011 mit der Umsetzung erster richtungsweisender Projekte begonnen werden.“ Ein Großvorhaben, das in diesem Jahr startet, ist die „Koordinierungsstelle Gesundheitswirtschaft“. Damit wird für die Aktivitäten des sächsischen Medizinsektors eine gemeinsame Plattform geschaffen. Im Rahmen einer Ausschreibung wurden die Dresden International University sowie die Carus Consilium Sachsen GmbH als Trägerinstitutionen für dieses vom Freistaat Sachsen geförderte Projekt ausgewählt.

Quelle: Pressemitteilung des Carus Consilium Sachsen GmbH vom 01.03.2012