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15. Januar 2013

Schlaflabor in neuen Räumen und mit zusätzlichen Kapazitäten


Interdisziplinäre Einrichtung der Medizinischen Klinik I und der Klinik für Neurologie diagnostiziert Patienten mit unterschiedlichen Formen von Schlafstörungen

Mit dem Umzug in den vierten Stock des umfassend sanierten Hauses 19 des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden können die Schlafmediziner der Medizinischen Klinik I und der Klinik für Neurologie künftig rund 900 Patienten pro Jahr umfassend untersuchen. Das sind 300 Betroffene mehr als bisher. Das Besondere dieses im neuen Diagnostisch-Neurologisch-Internistischen Zentrum eingerichteten Schlaflabors ist seine Interdisziplinarität. Davon profitieren beispielsweise Menschen, die nicht nur stark schnarchen oder nächtliche Atemaussetzer haben, sondern zusätzlich unter weiteren Problemen leiden – etwa dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) oder Narkolepsie. Diese beiden neurologischen Erkrankungen treten auch allein auf. Zudem untersuchen die Spezialisten unterschiedliche Formen von Einschlaf- und Durchschlafstörungen ebenso wie im Schlaf auftretende Verhaltensstörungen, die ebenfalls von Neurologen behandelt werden.

Um das Schlafverhalten der Patienten genauestens und lückenlos dokumentieren zu können, brauchen die Spezialisten eine komplette Nacht und rund 25 Messpunkte am Körper des Patienten. Elektroden registrieren die Hirnaktivitäten, es wird der Sauerstofffluss in Nase gemessen, die Bewegungen von Armen und Beinen, die Lage des Körpers, die Aktivitäten von Kiefer- und Mundmuskulatur werden erfasst, ein Mikrofon fängt alle Geräusche auf und auch die Sauerstoffsättigung im Blut wird kontinuierlich gemessen. Schließlich zeichnet eine Kamera den Schlaf des Patienten auf. Damit äußere Einflüsse die Diagnose nicht verfälschen können, sind die drei Einzelzimmer des Labors mit Doppelfenstern und einer speziellen Verdunklungen versehen.

Menschen, die von krankheitsbedingten Einschlaf- und Durchschlafstörungen betroffen sind, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, der auch die Lebenspartner belastet: Neben dem Schnarchen, dessen Auslöser vor allem Probleme der oberen Atemwege oder Fehlstellungen des Kiefers sind, gibt es auch neurologische Erkrankungen, die für große Unruhe im Schlafzimmer sorgen. Ein Beispiel sind die Parasomnien – Verhaltensstörungen im Schlaf: Ohne wirklich wach zu sein, reden Patienten laut, schlagen um sich oder stehen auf. Am nächsten Morgen können sie sich an nichts mehr erinnern. Trotzdem ist auch bei ihnen der natürliche Schlafrhythmus gestört, so dass sie tagsüber von Müdigkeit geplagt sind.

Anhand der im Schlaflabor über Nacht erfolgten Aufzeichnungen können die Schlafmediziner Hinweise für die Art der Erkrankung und ihrer Intensität finden, um eine erfolgversprechende Therapie zu beginnen. Beim Schnarchen und bei Atemaussetzern – Apnoen – helfen oft beim Schlafen aufgesetzte Masken, die für einen kontinuierlichen Sauerstoff sorgen, bei neurologischen Erkrankungen steht eine medikamentöse Therapie im Vordergrund.

RLS – unwillkürlich zuckende Gliedmaßen stören den Schlaf

Einem hohen Leidensdruck sind auch Patienten unterworfen, die von sogenannten ruhelosen Beinen – dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) – geplagt werden. Bei ihnen kommt es im Schlaf regelmäßig zu unbewussten und unkontrollierbaren Zuckungen der Beine oder Arme. Oft stören diese Bewegungen den Schlaf, lassen den Patienten erwachen. Der durch das RLS ausgelöste Schlafmangel kann bei Betroffenen außergewöhnlich groß sein: Folgen sind chronische Müdigkeit am Tage, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Vergesslichkeit und eine Verschiebung des Tag-und-Nacht-Rhythmus. Der Mehrzahl der Patienten können die Neurologen bereits durch die Gabe von Medikamenten helfen. Bei unklaren oder besonders schweren Fällen werden die Patienten in dem Schlaflabor des Uniklinikums untersucht, um mehr Klarheit zu gewinnen.

Quelle: Medieninformation des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden AöR vom 15.01.2013