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06. Juni 2012

Schnelle Hilfen für psychisch kranke Babys


Arbeitstreffen der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) am Park-Krankenhaus Leipzig - Forderung nach frühen Hilfsangeboten für Eltern und Kind

Schreiende Säuglinge, Stillprobleme und durchwachte Nächte – viele Eltern wissen aus eigener Erfahrung, dass so manchem Sprössling der Start ins Leben nicht ganz reibungslos gelingt. Während sich die meisten jungen Familien aber recht schnell auf die neue Lebenssituation einstellen können, spitzt sich die Lage in manchen Fällen weiter zu. Wann und wie betroffenen Familien dann bestmöglich geholfen werden kann, das wird am 7. Juni 2012 von Experten am Park-Krankenhaus Leipzig erörtert.

Unter der Überschrift „Diagnostik und Therapie von Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter“ hat die Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) Spezialisten zum Erfahrungsaustausch nach Leipzig geladen. An der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des zur RHÖN-KLINIKUM AG gehörenden Park-Krankenhauses sollen hierbei insbesondere aktuelle Behandlungsrichtlinien kritisch unter die Lupe genommen und neue Ansätze diskutiert werden. Zu dem Arbeitstreffen werden rund 20 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet.

„Bei der Behandlung von psychisch auffälligen Säuglingen und Kleinkindern wird sich bislang zu sehr allein auf das Kind konzentriert, dem dann eine bestimmte Störung zugeordnet wird“, kritisiert Dr. med. Edelhard Thoms, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Park-Krankenhaus Leipzig und zugleich Leiter der Arbeitsgruppe „Kinderschutz und Frühe Hilfen“ in der GAIMH. „Bei der Diagnostik und Therapie früher Störungen kann es aber nie um das Kind allein gehen, sondern immer auch um die Beziehung zu seinen Eltern und um die sozialen Lebensbedingungen der Familie.“

Laut der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH) können sich psychische Störungen bereits während der Schwangerschaft, durch das Geburtserleben oder durch die ersten Interaktionserfahrungen herausbilden. So sei speziell die postpartale Depression (auch „Wochenbettdepression“), unter der 15 Prozent der Frauen nach der Geburt leiden, eine häufige Erkrankung mit Folgewirkung auch für die Kleinkinder: „Bei mehrmonatiger Erkrankungsdauer können die Säuglinge dieser depressiven Mütter durch Regulations- und Entwicklungsverzögerungen auffallen“, heißt es in einem aktuellen Positionspapier der GAIMH, das sich auf den Entwurf einer neuen Behandlungsleitlinie der World Association for Infant Mental Health (WAIMH) bezieht. „Wenn die Eltern passend professionell behandelt und damit stabilisiert werden können, entspannt sich die Interaktion zwischen dem Säugling und seinen Bezugspersonen meist recht rasch, so dass sich das Störungsbild und die Symptomausprägung beim Säugling oft nach wenigen Sitzungen vermindern oder gänzlich verschwinden.“

Quelle: Pressemitteilung des Park-Krankenhaus Leipzig vom 06.06.2012