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23. Januar 2013

Schulmedizin trifft auf "Erfahrungsmedizin"


Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig eröffnet

In China hat sich über Jahrtausende hinweg eine Erfahrungsmedizin entwickelt, die seit etwa 2200 Jahren auch schriftlich überliefert ist. Am St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig ergänzt diese alternative Heilmethode seit Anfang Januar das medizinische Spektrum. Der chinesische Arzt Xinwen Liu absolvierte seine Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) in China, in Sachsen sammelte er seit 2002 Erfahrungen mit deutschen Patienten.

„Das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin haben wir eingerichtet, um neben der Schulmedizin auch alternative Behandlungsmethoden anbieten zu können, die auf der  Jahrtausende alten chinesischen Medizin basieren. Diese Medizin wird mittlerweile auch in Deutschland sehr gut angenommen“, erklärt Geschäftsführer Albrecht Graf Adelmann die Beweggründe für den neuen Bereich. „Häufig gibt es Leiden, bei denen die Schulmedizin nicht weiter kommt, weil es keine messbaren organischen Ursachen gibt und damit auch kaum verbindliche Therapieanweisungen“, so der Geschäftsführer des katholischen Krankenhauses weiter. „Für diese Patienten sind alternative Behandlungsmethoden sehr attraktiv.“

Das ganzheitliche und energetische Konzept der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geht davon aus, dass der Körper von Energieleitbahnen, den Meridianen durchzogen ist. Für die Diagnose einer Störung der Körperfunktionen wird die Krankengeschichte eingehend erhoben, die Zunge betrachtet und der Puls befühlt, um dann mit therapeutischen Maßnahmen Energieblockaden lösen zu können. Am St. Elisabeth-Krankenhaus werden nach der Diagnose alle gängigen Methoden der TCM wie Akupunktur, die manuelle „Tuina“-Therapie, chinesischen Arzneimittel (Kräutertees), Schröpfen, Magnet- und Feuernadeln angeboten. Außerdem leitet der chinesische Arzt Tai-Chi Kurse an. „Die Traditionelle Chinesische Medizin kann im Prinzip bei allen Krankheiten parallel zur schulmedizinischen Behandlung oder nach deren Abschluss angewendet werden“, erklärt Xinwen Liu. „Besondere Erfolge werden in China insbesondere nach Schlaganfällen erzielt, aber auch Bandscheibenvorfälle, Rückenschmerzen und internistische Krankheiten wie Morbus Crohn lassen sich gut mit unseren Methoden behandeln.“

Xinwen Liu wurde 1966  in der Provinz  Shanxi in China geboren. Er studierte an der Pekinger Universität für Traditionelle Chinesische Medizin und arbeitete dann zehn Jahre lang am Universitätsklinikum für TCM in Peking. Von 2002 bis 2012 war er am Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz tätig.

Das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin am St. Elisabeth-Krankenhaus befindet sich in der denkmalgeschützten Villa, Prinz-Eugen-.Straße 19, die für ihre neue Nutzung mit prächtigen Tapeten, Wandmalereien und Holzarbeiten aufwändig und denkmalgerecht renoviert wurde. Das Gebäude ist über den Haupteingang des St. Elisabeth-Krankenhauses erreichbar. Neben dem Behandlungsraum des chinesischen Arztes umfasst das Gebäude einen rund 50 Quadratmeter großen Saal für Vorträge und Gymnastik-Kurse. In den kommenden Monaten will das Zentrum mit Unterstützung der Universität Leipzig eine Kooperation mit der chinesischen Universität Guangzhou eingehen, über die  Weiterbildungen und gemeinsame Forschung institutionalisiert werden.

Quelle: Pressemitteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses Leipzig vom 22.01.2013