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15. Mai 2014

Standort Kirchberg: Investitionen für neue Klinik für Neurorehabilitation


Im Frühjahr 2015 soll die neu gegründete Klinik für Neurorehabilitation unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Grieshammer die ersten Patienten aufnehmen. Bis dahin sind noch umfangreiche Baumaßnahmen am Standort Kirchberg notwendig.

Es wird ein Meilenstein in der wohnortnahen Patientenversorgung, wenn Anfang 2015 die erste Klinik für Neurorehabilitation in der Region Zwickau-Chemnitz ihren Betrieb aufnimmt. Am Standort Kirchberg des Heinrich-Braun-Klinikums können dann Patienten nach Schlaganfällen, mit schweren Schädel-Hirnverletzungen sowie Hirnschädigungen durch Sauerstoffmangel, Entzündungen oder Tumoren im zentralen Nervensystem, einer Frührehabilitation zugeführt werden. „Einrichtungen zur neurologischen Frührehabilitation hat es bisher eher im Ostsächsischen Raum gegeben – hier bestand dringender Handlungsbedarf“, schätzt Geschäftsführer Rüdiger Glaß ein. „Aufgrund unserer zertifizierten Schlaganfallstation sowie dem regionalen Traumanetzwerk haben wir am HBK Patienten, die einer wohnortnahen Neurorehabilitation bedürfen. Im Umkreis von 40 km gibt es derzeit keine Einrichtung die das leisten kann.“

Auf einer Station mit 20 Betten können zukünftig Patienten versorgt werden, die nach einer Akutbehandlung – z. B. auf der Schlaganfallstation am Standort Zwickau – in die Rehabilitationsphase eintreten, unter Umständen aber noch intensivmedizinischer Betreuung bedürfen. Patienten dieser „Rehaphase B [1]“ benötigen eine aktivierende Therapie, um die Regenerationsfähigkeit des Gehirns frühestmöglich zu fördern, damit einer dauernden Behinderung des Patienten entgegengewirkt werden kann. Ziel ist es, schnellstmöglich mit der Rehabilitation zu beginnen, um eine Besserung des Bewusstseinszustandes zu erreichen und eine Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit herzustellen. Dazu gehören beispielsweise die Entwöhnung vom Beatmungsgerät, die Behandlung von Schluckstörungen und eine beginnende Mobilisierung.

Patienten mit z. B. Schädel-Hirn-Verletzungen oder nach Schlaganfällen haben oft sehr komplexe Schädigungen des zentralen Nervensystems. Dieses führt zu Beeinträchtigungen im körperlichen, psychischen sowie sozialen Bereich. Lähmungen, Gedächtnisstörungen, Konzentrationsprobleme und motorische Störungen können nur einige der Folgen sein. Die Rehabilitation stützt sich deshalb auf ein ganzheitliches, alle therapeutischen Berufsgruppen einbeziehendes Konzept. Im multiprofessionellen Team arbeiten Ärzte aus dem Bereich Neurologie Hand in Hand mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialmitarbeitern und Neuropsychologen zusammen.

Dr. med. Steven Grieshammer zum Chefarzt berufen.

Die Klinik für Neurorehabilitation steht künftig unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Steven Grieshammer. Der gebürtige Fraureuther durchlief sein Medizinstudium von 1995 bis 2001 an der Universität Leipzig und verfasste am dortigen Herzzentrum 2005 seine Dissertation. Der Facharzt für Neurologie war bereits zu Beginn seiner medizinischen Laufbahn dem Heinrich-Braun-Klinikum verbunden und absolvierte im Bereich Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie seine Zeit als Arzt im Praktikum und Arzt in Weiterbildung. Anschließend war er bis 2008 in der Klinik für Neurologie als Facharzt tätig. Sein weiterer Werdegang führte ihn zunächst als Oberarzt an die Moritz Klinik Bad Klosterlausitz und später als Chefarzt der Fachklinik Neurologie an das MediClin-Rehazentrum am Brunnenberg Bad Elster. In dieser Zeit erarbeitete er sich die Zusatzbezeichnungen Rehabilitationswesen, Sozialmedizin sowie die verkehrsmedizinische Zusatzqualifikation.

Seit August 2013 ist Dr. med. Grieshammer an das Heinrich-Braun-Klinikum zurückgekehrt. „Da die Neurorehabilitation am HBK neu aufgebaut wird, war es zunächst notwendig die entsprechenden Konzepte zu schreiben und Verhandlungen mit den Kostenträgern aufzunehmen. Dies hat einigen Vorlauf bedurft und zugleich den besonderen Reiz ausgemacht: die Klinik von Anfang an mit planen und gestalten zu können“, erläutert der 38-jährige.

Klinikneugründung zieht Investitionen am Standort Kirchberg nach sich.

Bereits seit Herbst 2013 laufen die baulichen Vorbereitungen für die Klinik für Neurorehabilitation am Standort Kirchberg. „Die betroffenen Patienten benötigen mitunter eine längere Verweildauer von 4-6 Wochen, teilweise noch deutlich länger. Es ist im Sinne eines optimalen Genesungsprozesses notwendig, die Zimmer auf 1- und 2-Bettzimmer zu reduzieren und mit mehr Patientenkomfort, beispielsweise eigenen Nasszellen, zu versehen. Zudem ist es erforderlich die Räume mit Überwachungstechnik für die intensivmedizinische Betreuung auszustatten“, erläutert Chefarzt Dr. med. Grieshammer. Bis Ende 2014 sollen die zwei derzeit geschlossenen Stationen fertig umgebaut sein, damit der Patientenbetrieb rechtzeitig beginnen kann. Perspektivisch ist zudem ein Anbau geplant, um die Bettenkapazität für die Neurorehabilitation zu erhöhen und die notwendigen Therapiemaßnahmen vorzuhalten, damit weitere Stufen der Neurorehabilitation angeboten werden können. „Mit Gründung der Klinik wird eine neue Patientengruppe erschlossen, die einen wichtigen Beitrag leistet, um den Standort Kirchberg langfristig zu sichern“, erläutert HBK-Aufsichtsratsvorsitzender Lutz Feustel. „Nach derzeitigem Stand gehen wir von einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 10 Mio. Euro aus – das ist ein klares Bekenntnis von Aufsichtsrat und Krankenhausleitung zur Weiterentwicklung des Standortes Kirchberg“.

[1] Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) koordiniert und fördert die Maßnahmen der medizinischen, schulischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation. Sie hat ein fünfstufiges Modell erarbeitet, was in den Phasen A bis E Patientengruppen definiert und Empfehlungen zur Rehabilitation ausspricht.

Quelle: Pressemitteilung des Heinrich-Braun-Klinikum gemeinnützige GmbH, Standort Kirchberg, vom 15.05.2014