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10. Dezember 2010

Universitäts KrebsCentrums Dresden: Tumor- und Normalgewebebank erhält Gütesiegel


Begutachtung nach strengen Kriterien sichert standardisierte Abläufe

Die Tumor- und Normalgewebebank am Universitäts KrebsCentrum Dresden erfüllt seit Anfang November 2010 die strengen Kriterien der internationalen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001:2008. Ziel der Tumor- und Normalgewebebank ist es, den medizinischen Forschern Untersuchungsmaterial in Form von qualitätsgerecht gesammelten und gelagerten Gewebeproben zur Verfügung zu stellen und damit zu einem möglichst raschen Erkenntnisgewinn für die onkologische Medizin beizutragen. Das neue Gütesiegel sichert einheitliche Qualitätsstandards unter anderem bei der Information und Aufklärung der Patienten, der Gewebeentnahme sowie deren Lagerung und Verwendung in der Forschung.

Die Diagnostik und die Behandlung zahlreicher schwerer Erkrankungen konnten in den vergangenen Jahren durch intensive wissenschaftliche Arbeiten erheblich verbessert werden. Das bedeutet für die betroffenen Patienten neben besseren Heilungschancen auch einen Zugewinn an Lebensqualität durch weniger belastende Untersuchungen und Behandlungen. Eine wesentliche Voraussetzung für diese Fortschritte waren Untersuchungen an menschlichem Gewebe. Da diese Gewebeproben auch in der Zukunft für die medizinische Forschung dringend und in guter Qualität benötigt werden, wurde am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus eine Tumor- und Normalgewebebank gegründet, die dem Universitäts KrebsCentrum angegliedert ist.

Patienten stellen der Tumor- und Normalgewebebank Gewebematerial zur Verfügung, das nach medizinisch unbedingt notwendigen Eingriffen wie einer Operation, Biopsie oder Blutuntersuchung für die Diagnostik nicht mehr benötigt wird. „Für die Gewebebank wird kein zusätzliches Gewebe entnommen“, erklärt Prof. Gustavo Baretton, Direktor der Tumor- und Normalgebewebebank sowie des Instituts für Pathologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus. „Es ist gänzlich ausgeschlossen, dass das Gewebe für Organtransplantationen oder Bluttransfusionen verwendet oder gar verkauft wird.“

Das erkrankte Gewebe, beispielsweise aus dem Darm, der Brust, der Niere oder anderen Organen, Zellen aus dem Blut oder Knochenmark, Bestandteile des Bluts oder andere Körperflüssigkeiten helfen den Wissenschaftlern, die Entstehung und den Verlauf von Erkrankungen wie Krebs zu erforschen. Sie untersuchen beispielsweise, warum eine Krebskrankheit entsteht, wie sie verläuft und welche Personen besonders gefährdet sind. Die Antworten auf diese Fragen können zu einer frühzeitigeren und präziseren Diagnose und zu einer besseren Behandlung führen. Der Patient hilft mit

seinem zur Verfügung gestellten Gewebe letztlich der nächsten Generation von Patienten mit einer ähnlichen Krankheit.

Wer informiert die Patienten in welcher Form über Gewebespenden und die Arbeit der Tumor- und Normalgewebebank? Wie wird das Einverständnis der Patienten hierfür eingeholt? Wie wird das zur Verfügung gestellte Gewebe aufbewahrt? Wem wird das Gewebe für welche Forschungszwecke zur Verfügung gestellt? Wie werden die persönlichen Daten geschützt? „Genau diese Abläufe sind als Qualitätsstandards integraler Bestandteil der Zertifizierung, zu denen auch jährliche externe Überwachungsaudits gehören“, betont Prof. Baretton. „Für die Patienten stellt dieses verbindliche Qualitätsmanagement ein Gütesiegel dar.“

Quelle: Presseinformation des Universitäts KrebsCentrums Dresden vom 09.12.2010