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15. Juli 2010

Veranstaltungshinweis für das 7. Lübecker Symposium in Aachen 2010


Knappe Ressourcen erfordern neue, angepasste Unternehmensstrategien, eine flexiblere Anpassung der Kooperation und Beschaffungsstrukturen sowie der unterstützenden Techniken.

In diesem Jahr steht das Lübecker Symposium unter der Devise von Konfuzius: Über das Grundsätzliche muss Einigkeit bestehen.

Im deutschen und europäischen Gesundheitswesen ist jedoch Wandel die Regel und Beständigkeit die Ausnahme. Eine effiziente intersektorale Kooperation ist rudimentär ausgebaut.

Themenfelder, wie die demografische Entwicklung, Kooperationen, die Vorsorge und die Gesundheitsversorgung, implizieren Besonderheiten bei der Organisation von Kooperations und Dienstleistungsstrukturen, bei dem Bedarf und der Beschaffung von Kapital sowie Fachpersonal oder bei der Erneuerung von Infrastrukturen. Finanz- und Wirtschaftskrise haben kurz- und mittelfristig erhebliche Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft des Staates und auf das Anforderungsprofil der kreditierenden Banken.

Die Bundesregierung hat Strukturansätze in der Reformgesetzgebung zur Finanzierung der GKV und der Reform des Arzneimittelmarktes hinterlegt, die Folgen zeigen dürften. Die Debatte über Ressourcenallokation im Gesundheitswesen nimmt ungewohnte Ausmaße an. Es werden zwei Modelle, die Priorisierung und die Rationierung polarisierend diskutiert. Das erste Modell der Priorisierung setzt am Prozess des Identifizierens von Prioritäten an, die die Grundlage einer Rationierung, aber auch von Rationalisierung und Qualitätsverbesserungen darstellen kann. Das zweite Modell, die Rationierungsperspektive, geht von der Rationierung als gesellschaftliches Faktum aus, deren zugrunde liegenden Priorisierungskriterien interpretativ erschlossen werden müssen.

Diese Entweder- Oder-Diskussion und die zunehmend prekäre Situation der Finanzierungsstruktur der GKV sowie des Staates verstellen zunehmend in der Öffentlichkeit und der politischen Meinungsbildung den Blick auf Szenarien, die Potentiale beinhalten, die sich entwickelnde Knappheit zu minimieren, ohne nachhaltig die Dienstleistung am Menschen kürzen zu müssen oder den Forschungsstandort Deutschland im Bereich Pharmakologie zu schwächen.

Noch nie waren Themenfelder, mit denen die Akteure im Gesundheitsmanagement und in der Gesundheitspolitik konfrontiert sind, daher so komplex und so zeitnah zu lösen, wie heute, kaum ein Bereich in der Gesundheitswirtschaft und in den Universitäten ist nicht von weit reichenden Neuerungen betroffen. Mediziner, Vorstände und selbst Rektoren der Universitäten sind Manager. Damit teilen sie die Aufgaben aller anderen Manager, aus einem endlichen Budget für ihr Unternehmen das Maximum auszuschöpfen. Strategisches Unternehmensmanagement, verbunden mit modernen Kooperations- und Infrastrukturkonzepten, können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

Dass der ausschließliche und konfrontative Wettbewerb sowie die Privatisierung eine Effizienz- und Qualitätssteigerungen bewirken, ist ein eindimensionaler Ansatz und trägt in dieser Rigorosität nicht zu einer gesellschaftlich akzeptierten und effizienten unternehmerischen Entwicklung der Gesundheitsbranche bei. Der Grad der Kooperations- und Koproduktionsfähigkeit der Gesundheitsakteure ist perspektivisch der Erfolgsparameter für Dienstleistungen, Produktion, Forschung sowie Lehre.

Wir brauchen in allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft eine vertrauensvolle Kombination aus Qualifikation und Partizipation. Dreh- und Angelpunkt dafür ist eine enge, fachliche wie persönliche Kommunikation aller Beteiligten. Je offener alle Beteiligten agieren und je mehr rechtliche Instanzen partnerschaftlich mitwirken, desto mehr Innovationen entstehen. Dafür steht auch das Lübecker Symposium, das einmal im Jahr in einem anderen Bundesland ausgerichtet wird und Gelegenheit bietet sich praxisnah über die strategischen und operativen Entscheidungsgrundlagen auszutauschen und Projekte zu identifizieren, außerhalb des sich stetig wiederholenden Kongressmarktes und sog. Eliteveranstaltungen.

Am Ende des Symposiums wird eine aussagefähige Aachen-Maastrichter Erklärung stehen, die die Ergebnisse und Konzeptansätze der diskutierten Analyse- und Lösungsansätze zusammenführt und integrative Szenarien für die Gesundheitsversorgung und die Universitätsmedizin vorschlägt.

Wir blicken daher mit großem Interesse diesem 7. Lübecker Symposium entgegen, das in diesem Jahr u.a. in Kooperation mit den Universitätsklinika und Universitäten Aachen und Maastricht an dem Universitätsklinikum Aachen ausgerichtet wird.

Erstmalig ist Gast des Symposiums der 4. Nationale PPP Workshop im Krankenhaussektor. Dieser Workshop ist die Nationale Leitveranstaltung zum Thema Public Private Partnership im Gesundheitswesen. Sie fand in den letzten Jahren in Kooperation mit dem Bund in Berlin statt und wird die Tagung im Bereich der infrastrukturellen Themen in Aachen mit Sicherheit bereichern.

Informationen zum Programm und zur Anmeldunng erhalten Sie hier oder im Internet unter http://www.luebecker-symposium.de/

 
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