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08. Juni 2011

Verband der Universitätsklinika Deutschlands fordert Bündelung der Kompetenzen beim Bund


"Nur mit zentralem Krisenmanagement lassen sich Epidemien wie die EHEC-Infektion beherrschen"

Nur mit einem bundesweit einheitlichen, zentral organisierten Krisenmanagement können Epidemien wie die gefährliche Infektionswelle mit dem EHEC-Erreger optimal bekämpft werden.

Schon bei den Beratungen zum Hygienegesetz, das im Juli 2011 verabschiedet werden soll, hat der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) auf die drohende Zersplitterung der Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Forschungseinrichtungen hingewiesen. Von den Politikern wurde ihm entgegnet, die Länderzuständigkeiten seien eine „heilige Kuh“, die man nicht antasten könne. „Diese Überlegung ist falsch“, sagt Rüdiger Strehl, Generalsekretär des VUD. Dass eine konzertierte Aktion von regionalen, Landes- und Bundes-Einrichtungen nicht effektiv sei, habe jetzt die Aufklärungsarbeit bei der EHEC-Epidemie gezeigt.

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands VUD, Berlin, fordert deshalb die Bundesregierung auf, alle Kompetenzen bei der Bekämpfung von Infektionen zentral zu bündeln und zu stärken. „Epidemien machen nicht vor Ländergrenzen Halt und erfordern einen raschen Durchgriff“, sagt Strehl.

Universitätsklinika unterstützen Aufklärungsarbeit der Gesundheitsbehörden

Die Universitätsklinika kümmern sich derzeit um Hunderte von schwerkranken HUS-Patienten, tauschen sich bei dem Umgang mit diesem neuen Krankheitsbild fachlich aus und liefern neue wissenschaftliche Ansätze für die Behandlung. Zusätzlich unterstützen sie vor Ort die Aufklärungsarbeit der Gesundheitsbehörden durch eine möglichst vollständige Erhebung der Angaben von Patienten zur möglichen Infektionsursache. „Wir brauchen ein einfaches und klar strukturiertes Meldewesen, damit die Kliniken vor Ort die Daten rasch und unkompliziert an eine schlagkräftige Zentrale weitergeben können“, so Strehl.

Quelle: Pressemitteilung des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. vom 07.06.2011