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30. Mai 2012

VKD: Kliniken weisen Diffamierung des GKV-Spitzenverbandes zurück


Klinikmanagement sieht Patienten im Mittelpunkt

Aufgrund  einer  Studie  des  Rheinisch-Westfälischen  Instituts  für Wirtschaftsforschung Essen (EWI) behauptet der GKV-Spitzenverband: Vieles deutet darauf  hin,  dass  in  den  Kliniken  aufgrund  ökonomischer  Anreize  medizinisch  nicht notwendige  Leistungen  erbracht  werden.  Der  Präsident  des  Verbandes  der Krankenhausdirektoren  Deutschlands,  Dr.  Josef  Düllings,  weist  diese  pauschal diffamierenden Anschuldigungen scharf zurück. „Wenn dies so wäre“, so der VKD-Chef,  „dann  müsste  hier  in  konkreten  Fällen  strafrechtlich  wegen  vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt werden.“

„Der  Spitzenverband  der  Krankenkassen“,  so  Düllings  weiter,  „hat  aber  meist  nur Andeutungen  zu  bieten.  Er  geht  inzwischen  fast  im  Wochenrhythmus  mit  neuen Anschuldigungen  gegen  die  Krankenhäuser  an  die  Öffentlichkeit.  Ob  es  die behaupteten  ‚Falschabrechnungen‘  oder  die  vermeintlichen  ‚Fangprämien‘  sind, bisher  haben  sich  sämtliche  Anschuldigungen  am  Ende  als  nicht  fundiert  und  bar jeder Realität herausgestellt. Der GKV-Spitzenverband entwickelt sich langsam zur Schlammschleuder des Gesundheitswesens. Er erreicht damit leider, dass Patienten verunsichert werden und das Vertrauen zu ihren Ärzten und Kliniken verlieren.“ 

Wie der VKD-Chef, der selbst mehrere Krankenhäuser führt, erläutert, haben die vom GKV-Spitzenverband beklagten Leistungssteigerungen vielfältige Gründe. Neben der demografischen  Alterung  mit  ihren  bedarfserhöhenden  Effekten  können  durch Innovationen – etwa in der Anästhesie mit einem Trend zu mehr Lokalanästhesien – vermehrt auch über 90Jährige noch anspruchsvolle Operationen verkraften, die vor zehn  Jahren  ausgeschlossen  waren.  Hinzu  kommen  neue  patientenschonende Verfahren,  etwa  in  der  Endoprothetik  oder  in  der  Kardiologie,  die  die Lebenserwartung  und  die  Lebensqualität  hochbetagter  Patienten  signifikant verbessern. Hinzu kommt vor allem auch, dass Menschen heute in hohem Alter noch fit sein wollen und dass Jüngere ebenfalls andere Ansprüche haben, schmerzfrei zu sein, ihren Beruf ohne Einschränkungen ausüben zu können. Die moderne Medizin ermöglicht  das  und  die  Gesellschaft  erwartet  es  auch.  Wen  wollen  die Krankenkassen davon ausschließen?

Ein  wichtiger  Faktor,  der  beim  Thema  „Mengenbegrenzung“  völlig  übersehen  wird, ist,  dass  über  70  Prozent  der  stationären  Patienten  von  Hausärzten  und niedergelassenen  Fachärzten  zur  Weiterbehandlung  in  ein  Krankenhaus eingewiesen  werden.  Ohne  Zweifel  aus  medizinischen  Gründen!  Nicht  Ökonomen, sondern Ärzte bestimmen, welche Behandlungen notwendig sind.

Ob  die  daraufhin  im  Krankenhaus  erbrachten  Behandlungen  dann  tatsächlich notwendig  waren  oder  nicht,  wird  mittlerweile  strengen  Prüfungen  durch  den Medizinischen  Dienst  der  Krankenversicherung  unterzogen.  Erst  dann  werden  sie bezahlt.  Dem  Leistungsvolumen  stimmen  die  Krankenkassen  ebenfalls  in  den jährlichen Entgeltverhandlungen zu. Sie sagen also zweimal ja. Es scheint so, dass die  Krankenkassen  vor  Ort  die  Realität  deutlicher  sehen  und  anerkennen  als  ihr Spitzenverband.

Die Strategie des GKV-Spitzenverbandes zielt vor allem darauf – so die Vermutung des VKD - im laufenden Gesetzgebungsverfahren, in dem es u.a. um neue finanzielle Regelungen  für  die  Krankenhäuser  geht, einseitig  die  ausschließlich  ökonomisch motivierten Interessen der Kassenseite beim Gesetzgeber durchzusetzen. Der VKD weist dies als schlechten Stil zurück.

Quelle: Pressemitteilung des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands e. V. vom 30.05.2012