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16. März 2011

Wenn der letzte Zivi geht…


Philipp Lange ist Zivildienstleistender im Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz. Wenn seine Dienstzeit beendet ist, wird er der Letzte gewesen sein, der diese Art von Dienst im Kamenzer Krankenhaus geleistet haben wird. Philipp Lange sieht die geplanten Veränderungen bei Wehr- und Zivildienst eher kritisch: "Ich denke, eine Fortführung des Zivildienstes in seiner jetzigen Form ist sinnvoll, auch wenn man über das Für und Wider der Wehrpflicht diskutieren kann."

Langweilig wird es selten für Philipp Lange. Sein Aufgabengebiet ist vielfältig. Er begleitet Patienten zu notwendigen Untersuchungen oder zur Station, transportiert Medikamenten-Kisten durch das Haus und leistet weitere wertvolle Dienste im Hol- und Bringedienst des Krankenhauses. Der 21-jährige genießt die abwechslungsreichen Aufgaben: „Als ich mich für den Zivildienst entschieden habe, hat mich vor allem der Einblick, den ich dadurch in eine medizinische Einrichtung bekommen kann, gereizt.“ Daher hat sich der gelernte Verkäufer auch für einen Antrag auf freiwillige Verlängerung des Dienstes entschieden. Dann könnte er als Zivi bis zum Jahresende weiter im Malteser Krankenhaus tätig bleiben. Regulär endet seine Dienstzeit im Sommer.

Seit 1992 beschäftigte das Kamenzer Krankenhaus bis zu fünf Zivildienstleistende in verschiedenen Aufgabenbereichen. Tätig werden die jungen Männer unter anderem in der Notfallambulanz, im Hol- und Bringedienst, in der Zentralsterilisation und im Pflegedienst auf den Stationen. Geringere Bewerberzahlen führten jedoch dazu, dass aktuell nur noch zwei Zivildienst-Stellen besetzt werden konnten.

„Wir sind sehr gespannt, inwiefern der geplante Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst ersetzen kann. Es wäre erfreulich, wenn weiterhin junge Menschen die Chance nutzen würden, neue Erfahrungen im Sozialbereich zu machen“, sagt Pflegedirektorin Beate Mögel. Der Zivildienst sei bis jetzt eine sehr gute Möglichkeit für junge Menschen gewesen, sich in sozialen Berufen auszuprobieren und Freude an sozialem Engagement zu entwickeln, ergänzt die Pflegedirektorin. Nicht wenige Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege hätten über den Zivildienst ihre berufliche Orientierung gefunden. „Unsere Patienten und Mitarbeiter schätzen die Dienste sehr, die Zivildienstleistende zusätzlich zur Arbeit speziell qualifizierter Mitarbeiter erbringen“, so Frau Mögel.

Unverändert bleiben im Malteser Krankenhaus St. Johannes die Angebote zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bestehen. Hier sind jährlich sieben Planstellen vorgesehen. Die Freiwilligen mehrerer Einrichtungen treffen sich während ihres Dienstjahres immer in einer festen Gruppe, um Erfahrungen auszutauschen, sich mit selbst gewählten Themen zu beschäftigen und auch, um einfach gemeinsam Spaß zu haben. Ein Taschengeld und Sozialleistungen gibt es natürlich auch. Das freiwillige Engagement wird am Ende mit einem Zertifikat und einem qualifizierten Zeugnis bescheinigt und kann so ein wichtiger Baustein in den künftigen Bewerbungsunterlagen werden. „Ein freiwilliges Jahr, ob als FSJ oder Bundesfreiwilligendienst absolviert, bietet viele Lernmöglichkeiten und vermittelt wichtige Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen und Teamorientierung. Jugendliche und junge Erwachsene sollten diese Chance nutzen“, so die Pflegedirektorin.

Quelle: Pressemitteilung des Malteser Krankenhaus St. Johannes Kamenz vom 15.03.2011