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14. Juni 2012

Zentrale Notaufnahme am UKL führt Anmelde- und Übergabekonzept ein


Das Universitätsklinikum Leipzig hat in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) ein neues Anmelde- und Übergabekonzept für Notfallpatienten des Rettungs- und Notarztdienstes eingeführt. Notärztlich versorgte und dem Uniklinikum zugewiesene Patienten werden künftig vor ihrem Eintreffen in der ZNA telefonisch angemeldet. "Wir wollen so die Versorgung von Notfallpatienten an der Nahtstelle zwischen Rettungs- und Notarztdienst und dem Universitätsklinikum optimieren", sagt Professor André Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am UKL.

Gemeinsam  mit  der  Branddirektion  Leipzig,  dem kommissarischen Ärztlichen Leiter  Rettungsdienst der Stadt Leipzig  und  Vertretern  der  Notarztstandorte  wurde  ein Konzept  entwickelt,  das  es  so  bislang  in  Leipzig  noch nicht  gibt.  Telefonisch  werden  die  Patienten  beim Koordinator  der  Notaufnahme  angemeldet  und wesentliche  Daten  bereits  vor  dem  Eintreffen  übermittelt. Dazu  gehören  der  Zustand  des  Patienten,  die  wichtigsten Symptome  und  insbesondere  der  Ankunftszeitpunkt  in  der ZNA.

Dadurch  können  bereits  vor  Eintreffen  des  Patienten notwendige  diagnostische  und  therapeutische Maßnahmen  wie  Herzkatheter-Untersuchungen  oder  eine Untersuchung im Computertomografen vorbereitet werden. Die Zeit bis zum Behandlungsbeginn wird verkürzt.   „Das  ist  vergleichbar  mit  dem  Vorgehen  auf  Flughäfen: Dort  werden  die  landenden  Flugzeuge  ebenfalls ‚angemeldet’, was eine Voraussetzung dafür ist, dass bei der  Abfertigung  des  Fliegers  und  der  Passagiere  alles
reibungslos funktioniert“, so Gries.

In der Notaufnahme wird der Patient vom Notarztteam an Ärzte  und  Pflegepersonal  der  Notaufnahme  übergeben, entweder  an  einem  speziell  eingerichteten  Übergabe- oder direkt am Behandlungsplatz. Das habe auch Vorteile für  den  Rettungsdienst,  erläutert  Professor  Gries:  „Die Teams  stehen  schneller  wieder  für  Einsätze  zur Verfügung.“

Für eine bestimmte Patientengruppe existiert das Verfahren der  vorherigen  telefonischen  Anmeldung  schon  länger: „Patienten mit einem Polytrauma, also lebensbedrohlichen Verletzungen,  werden  über  ein  spezielles  Trauma-Handy direkt beim ‚Traumaleader’ angemeldet. Das wird auch in Zukunft  so  bleiben“,  so  der  Ärztliche  Leiter  der Notaufnahme am UKL.

Das  neu  entwickelte  Anmelde-  und  Übergabekonzept  ist zunächst  beschränkt  auf  die  Patienten,  die  vom  Notarzt versorgt  bzw.  in  das  Universitätsklinikum  eingewiesen werden.  Doch  auch  vom  Rettungsdienst  wird  es  bereits zum  Teil  genutzt.  „Es  steht  natürlich  jedem  frei,  bei  uns
anzurufen  und  Patienten  bereits  im  Vorfeld  anzumelden“, sagt Professor Gries.

Bis  zu  130  Patienten  werden  täglich  in  der  ZNA  der Uniklinik  behandelt,  die  meisten  davon  werden  in  den Mittagsstunden  und  am  Nachmittag  neu  aufgenommen.
Etwa  die  Hälfte  kommt  mit  dem  Rettungs-  bzw. Notarztdienst in die Liebigstraße.

Seit  Anfang  Mai  wird  in  der  ZNA  mit  dem  neuen Übergabekonzept  gearbeitet.  Die  ersten  Erfahrungen  sind positiv,  sagt  Professor  Gries:  „Die  Arbeit  läuft  damit deutlich strukturierter, denn die Kollegen wissen nun schon vorher,  auf  welche  Patienten  sie  sich  einstellen  müssen.“
Im  Juni  soll  es  ein  erneutes  Treffen  mit  Vertretern  aller beteiligten  Gruppen  geben,  um  die  ersten  Eindrücke  zu diskutieren und das Konzept weiterzuentwickeln.

Quelle: Presseinformation des Universitätsklinikum Leipzig AöR vom 11.06.2012