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10. Juni 2011

Zweiter Sächsischer Landespsychiatrieplan verabschiedet


Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hat den Zweiten Sächsischen Landespsychiatrieplan vorgelegt, der am 07.06.2011 vom Kabinett verabschiedet wurde.

»Mit dem Plan gibt die Staatsregierung das Rahmenkonzept für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in den folgenden Jahren vor, mit dem Ziel, die Situation psychisch kranker und behinderter Menschen weiter zu verbessern. Schwerpunkte bilden neben der Konsolidierung des erreichten Niveaus der gemeindenahen Versorgung vor allem die Sicherung der ambulanten fachärztlichen Betreuung und die Vernetzung der Hilfsstrukturen. Besonderes Gewicht liegt auch auf einer Verbesserung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung und auf der bedarfsgerechten Behandlung und Versorgung älterer psychisch kranker Menschen«, sagte Gesundheitsministerin Christine Clauß heute in Dresden.

Mit der Wiederbegründung des Freistaates Sachsen und dem Ersten Sächsischen Landespsychiatrieplan aus dem Jahr 1993 erfolgte eine grundlegendende Reform der psychiatrischen Versorgung. Eine regionalisierte Krankenhausversorgung, kommunale sozialpsychiatrische Dienste sowie ein Netz an betreuten Wohnformen und ambulanten Hilfsangeboten bilden die Kernbausteine der modernen fachlichen Standards genügenden Psychiatrielandschaft im Freistaat. Die Sächsische Staatsregierung hat die dafür notwendigen gesetzlichen Grundlagen geschaffen und beträchtliche finanzielle Mittel bereitgestellt.

Auf dieser Erfolgsgeschichte aufbauend gibt der Zweite Sächsische Landespsychiatrieplan den Anstoß für notwendige Weiterentwicklungen und setzt neue Impulse. »Die Förderung der psychischen Gesundheit sowie die Prävention psychischer Erkrankungen müssen als Querschnittsaufgabe verstärkt Inhalt politischer Aktivitäten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen werden«, forderte Clauß bei der Vorstellung des Planes. »Ihr Stellenwert ergibt sich aus der hohen Häufigkeit psychischer Störungen sowie den daraus resultierenden gravierenden persönlichen und gesamtgesellschaftlichen Folgen«.
Beispielsweise lagen die Krankheitskosten von psychischen und Verhaltensstörungen in Deutschland im Jahr 2008 mit knapp 28,7 Milliarden Euro an dritter Stelle hinter den Kosten durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und durch Krankheiten des Verdauungssystems. Verglichen mit dem Jahr 2002 ist für psychische und Verhaltensstörungen der höchste Kostenanstieg aller Krankheitsarten zu konstatieren.

Den Zielsetzungen des Zweiten Sächsischen Landespsychiatrieplans folgend wird der Freistaat Sachsen auch in Zukunft im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten seinen Beitrag dazu leisten, die berechtigten Ansprüche psychisch kranker Menschen auf Heilung und Linderung sowie Teilhabe am sozialen Leben zu erfüllen.

Quelle: Medieninformation des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz vom 07.06.2011



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