Pressemitteilungen

 
17. November 2009

Ambulante Versorgung psychiatrischer Patienten in den Institutsambulanzen der Krankenhäuser gefährdet

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) befürchtet vor dem Hintergrund laufender Neuverhandlungen von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) eine massive Verschlechterung der ambulanten Versorgung von psychiatrischen Patienten in den Institutsambulanzen der sächsischen Krankenhäuser.

„Die von der KBV und GKV beabsichtigten Vertragsanpassungen konterkarieren die aktuelle und tatsächliche Versorgungssituation im Freistaat Sachsen und führen zum Ausschluss von zahlreichen psychiatrischen Patienten von der flächendeckenden Versorgung“ befürchtet Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen.

Besonders kritisch sieht die Krankenhausgesellschaft Sachsen unter anderem die drastische Einschränkung der Zugangsvoraussetzungen, die Einführung von Bewertungsskalen oder Scores zur Beschränkung der Patientengruppen auf schwere Erkrankungsformen, die Begrenzung der Behandlungsdiagnosen auf wenige Krankheitsbilder und den Ausschluss der Versorgung von Heimbewohnern und Behinderten mit Dauerarbeitsplätzen in Werkstätten.

Dr. Stephan Helm gibt zu bedenken: „Sollten die Positionen der KBV und der GKV gegen die Stimme der DKG durchgesetzt werden, sind weitreichend nachteilige Konsequenzen für die psychiatrische Patientenversorgung im Freistaat Sachsen nicht auszuschließen.“.

Zur Erläuterung: Psychiatrischen Institutsambulanzen sind ambulante Versorgungszentren in Krankenhäusern. Insbesondere psychiatrischen Patienten, die wegen Art, Schwere, Dauer oder Entfernung keinen niedergelassenen Arzt erreichen können, werden hier behandelt. Im Freistaat Sachsen versorgen derzeit 30 Psychiatrische Institutsambulanzen (PIAen) im Jahr ca. 80.000 Patienten. Die Fallzahlen und Patientenkontakte in den PIAen nehmen dabei stetig zu. Allein für den Bereich der Erwachsenenpsychiatrie ist von 2007 auf 2008 ein Fallzahlanstieg in Höhe von 23% zu verzeichnen. Im gleichen Betrachtungszeitraum stieg die Inanspruchnahme der PIAen für Kinder- und Jugendpsychiatrie um ca. 20%. Ursächlich ist das zunehmende Wegbrechen der vertragsärztlichen psychiatrischen Versorgung insbesondere in den ländlichen Versorgungsräumen zu nennen. Die Wartezeiten für eine Erstbehandlung oder Krisenintervention im niedergelassenen Bereich betragen teilweise 6-9 Monate. PIA-Patienten weisen häufig komplexe Erkrankungsbilder auf und sind selten wartezimmerfähig. Die PIAen sind daher häufig die einzige Anlaufstelle für eine ambulante Konsultation. Darüber hinaus leisten die PIAen im Freistaat Sachsen einen umfänglichen Anteil an der psychiatrischen Anteil an der psychiatrischen aufsuchenden Versorgung von Heimbewohnern

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) vertritt als Verband der Krankenhausträger die Interessen von 79 öffentlichen, frei-gemeinnützigen und privaten Krankenhäusern mit insgesamt 25.700 Krankenhausbetten. Satzungsgemäß hat sie die Aufgabe, auf „eine der Würde des Menschen verpflichtete, humane, bedarfsgerechte, leistungsfähige, wirtschaftliche und finanziell abgesicherte Versorgung durch eigenverantwortlich tätige Krankenhäuser mit pluraler Trägerstruktur hinzuwirken“.

 

Ansprechpartner:

Dr. Stephan Helm (Geschäftsführer) / Rene Schubert (Referent)
Krankenhausgesellschaft Sachsen, Humboldtstr. 2a, 04105 Leipzig
Telefon: 0341 98410-0,

Telefax: 0341 98410-25
Email: mail@kgs-online.de,

Internet: www.kgs-online.de

 
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