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18. August 2008

Aufbau von Schlaganfallnetzwerken in Sachsen


Auf Initiative sächsischer Krankenhäuser hat die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS), gemeinsam mit den Landesverbänden der sächsischen Krankenkassen (LVSK) und dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales (SMS) nunmehr die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen, um durch den Aufbau von telemedizinischen Netzwerken die Versorgung von akut betroffenen Schlaganfallpatienten insbesondere im ländlichen Raum flächendeckend weiter zu verbessern.

Mit Hilfe moderner Kommunikationstechnik können die Ärzte in der Notaufnahme eines regionalen Krankenhauses einen spezialisierten Neurologen rund um die Uhr sofort und unmittelbar in die Untersuchung eines Patienten einbeziehen. Der Spezialist aus dem Kompetenzzentrum des Schlaganfallnetzwerkes kann über ein spezielles Videosystem mit dem Patienten sprechen, diesen in Augenschein nehmen, auf die zur Verfügung stehenden klinischen und bildlichen Befunde zugreifen und mit dem behandelnden Arzt vor Ort die weiteren Untersuchungen sowie die sofortige, gezielte Therapie festlegen. Auf diese Weise kann innerhalb des kritischen Zeitfensters binnen weniger Stunden nach dem Akutereignis die notwendige Diagnostik durchgeführt, die individuell erfolgversprechendste Therapie begonnen und damit die Chancen für den Patienten erheblich verbessert werden.

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen hat mit den LVSK nach monatelangen Verhandlungen eine Landesvereinbarung geschlossen, in der insbesondere die Vergütung der laufenden Kosten, die Abrechnungsmodalitäten und die strukturellen Voraussetzungen für die Teilnahme im Schlaganfallnetzwerk geregelt werden. Die Vergütung erfolgt über einen für alle teilnehmenden Krankenhäuser einheitlichen Zuschlag pro telekonsiliarisch befundeten Fall, der zusätzlich abrechenbar ist.

Die erforderliche technische Ausstattung der teilnehmenden Krankenhäuser wird durch das SMS im Rahmen der dualen Krankenhausfinanzierung mit einem Millionenbetrag gefördert.

Bereits am 10.07.08 fand bei der KGS in Leipzig eine Informationsveranstaltung "Schlaganfall­netzwerke - die Nutzung der Telemedizin" statt, bei der sich erste Initiativen vorstellten: das „Schlaganfallversorgung Ostsachsen Netzwerk SOS-NET“ mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, das „Teleneuromedizinische Netzwerk der zertifizierten Stroke Units und Neurologischen Intensivmedizin TNS“ in Südwestsachsen mit dem Helios-Klinikum Aue, dem Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau und dem Klinikum Chemnitz sowie das „Telemedizinische Schlaganfall-Netzwerk Nordwestsachsen TESSA“ mit dem Klinikum St. Georg Leipzig.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Schlaganfallversorgung in Sachsen zu schaffen. Nun liegt es an den Beteiligten vor Ort, diese Möglichkeit zu nutzen und sich am Aufbau von Schlaganfallnetzwerken zu beteiligen.“, resümiert Peter Oesch, stellvertretender Geschäftsführer der KGS.

Leipzig, 14.08.2008

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