Pressemitteilungen

 
04. September 2015

Qualitätsorientierte Krankenhausplanung darf Versorgungsstabilität nicht gefährden


Im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der 16 Landeskrankenhausgesellschaften, darunter auch der KGS, hat das Deutsche Krankenhausinstitut eine aktuelle Studie zur "Qualität als Entscheidungskriterium in der Krankenhausplanung" erstellt.

Diese kommt zu dem Ergebnis, dass eine qualitätsorientierte Krankenhausplanung Chancen für eine Weiterentwicklung der stationären Versorgungsqualität bieten kann. Jedoch birgt sie bei unzureichender Umsetzung schwerwiegende Risiken hinsichtlich der Bedarfsgerechtigkeit, Flächendeckung, Leistungsfähigkeit und Finanzierung der Krankenhausversorgung.

„Angesichts des in Deutschland erreichten Niveaus der Qualitätssicherung im Krankenhaus muss die Qualität nicht erst mithilfe der Krankenhausplanung in die stationäre Versorgung implementiert werden“, so Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Im Übrigen müssten die Folgekosten angedachter Vorgaben in voller Höhe finanziert werden. „Seit vielen Jahren beteiligen sich auch alle sächsischen Krankenhäuser an der externen Qualitätssicherung für die Krankenhausbehandlung, an der auch die Krankenversicherungen, die Sächsische Landesärztekammer und Patientenvertreter mitwirken“, ergänzt Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen.

Die Ergebnisse der Studie lassen insbesondere vor dem Hintergrund der geplanten Krankenhaus-Reform aufmerken, reichen doch die im Gesetzentwurf zum Krankenhaus-Strukturgesetz KHSG vorgesehenen Sanktionen für Krankenhäuser bei Nichterfüllung von Qualitätskriterien von Mittel-kürzungen bis hin zum Ausscheiden aus dem Krankenhausplan.

Das DKI-Gutachten empfiehlt, vor der Aufnahme von Qualitätsvorgaben in den Krankenhausplan Machbarkeitsuntersuchungen durchzuführen, um die Auswirkungen auf die flächendeckende Ver-sorgung, die Finanzierbarkeit und die Praktikabilität zu testen. Die Überprüfung der krankenhaus-planerischen Qualitätsvorgaben in den Krankenhäusern müssten auf eindeutigen, nachvollziehbaren und rechtssicheren Regeln basieren und von einer neutralen Institution mit entsprechender Erfahrung in der Qualitätssicherung durchgeführt werden. Insofern stellt die in diesem Zusammen-hang beabsichtigte Positionierung des MDK als Prüfinstitution ein völlig inakzeptables Vorhaben dar.

Den Abschlussbericht „Qualität als Entscheidungskriterium der Krankenhausplanung“ finden Sie als Anhang sowie unter www.dkgev.de und www.dki.de.

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) repräsentiert als Landesverband im Freistaat Sachsen derzeit 80 Krankenhäuser mit ca. 26.300 Krankenhausbetten. Die KGS gewährleistet eine leistungsfähige, bürgernahe und flächendeckende Versorgung im Freistaat Sachsen. Mit etwa 49.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von ca. 4 Mrd. Euro erfüllen die Krankenhäuser eine bedeutende Arbeitgeberfunktion und leisten darüber hinaus einen entscheidenden gesundheitswirtschaftlichen Beitrag im Freistaat Sachsen. Jährlich werden ca. 1 Million Patienten stationär behandelt. Zahlreiche nichtstationäre Behandlungsmöglichkeiten ergänzen das Leistungsangebot der Krankenhäuser.

Ansprechpartnerin:
Gundula Bitter-Schuster (Presse und Öffentlichkeitsarbeit)
Krankenhausgesellschaft Sachsen,
Humboldtstr. 2a, 04105 Leipzig
Telefon: 0341 98410-34
Telefax: 0341 98410-25
Email: presse@kgs-online.de
Internet: www.kgs-online.de



Dateien