Pressemitteilungen

 

Weiterempfehlen














10. Juni 2015

Sächsische Krankenhäuser von bisheriger Krankenhausreform enttäuscht


Die Erwartungen der sächsischen Krankenhäuser an die für das Jahr 2015 angekündigte Krankenhausreform waren hoch.

Leipzig, 10. Juni 2015 - Die Erwartungen der sächsischen Krankenhäuser an die für das Jahr 2015 angekündigte Krankenhausreform waren hoch. Noch vor anderthalb Jahren hatte die Politik zugesagt, Ungerechtigkeiten im Vergütungssystem zu beseitigen und die Krankenhausversorgung sicher und zukunftsfest zu gestalten. Nach der heutigen Beschlusslage im Bundeskabinett zum Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG) ist allerdings Ernüchterung eingetreten.

Trotz bekannter Personalbelastungen, überlasteter und unterfinanzierter Notfallambulanzen und einer jährlichen Investitionslücke (in Sachsen ca. 234 Mio. €), weigert sich die Politik nicht nur diese Punkte offen anzugehen, sondern verschärft die Situation der Krankenhäuser nochmals deutlich.

„Allein durch die Streichung des sog. Versorgungszuschlages werden den Krankenhäusern in Sachsen dringend benötigte Mittel in Höhe von 28 Mio. € entzogen.“, verdeutlicht der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Dr. Stephan Helm. „Krankenhäuser, die insbesondere aufgrund der älter werdenden Bevölkerung und der Weiterentwicklung der Medizin mehr Patienten versorgen, werden dafür mit Vergütungsabschlägen auf Jahre hinaus bestraft.“

Der Gesetzgeber erkennt überhaupt nicht an, was bereits heute im Bereich der Qualitätssicherung von Krankenhäusern und anderen Beteiligten im Gesundheitswesen geleistet wird. Steigende Qualitätsanforderungen mit aufwändigen Dokumentationsprozessen sollen mit Vergütungsabschlägen durchgesetzt werden. „Die Patienten sollen wissen, warum Ärzte und Pflegekräfte zukünftig nur noch am Schreibtisch zu finden sind“, so Helm.

Auch das „Pflegeförderprogramm“ wird die finanziellen und personellen Engpässe der Krankenhäuser nicht lösen. Förderprogramme entlasten nur temporär, von Reformen sind solche Maßnahmen weit entfernt.

„Eine Enttäuschung auf ganzer Linie“, betont Helm. Die Krankenhäuser in Sachsen werden sich verständigen, wie gemeinsam gegen die geplanten Vorhaben vorzugehen ist, um auch weiterhin flächendeckend für alle Patienten da zu sein.

Das Gesetzgebungsverfahren zum KHSG soll im Herbst 2015 abgeschlossen werden und zum 01.01.2016 in Kraft treten.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) repräsentiert als Landesverband im Freistaat Sachsen derzeit 78 Kran-kenhäuser mit ca. 26.500 Krankenhausbetten. Die KGS gewährleistet eine leistungsfähige, bürgernahe und flächende-ckende Versorgung im Freistaat Sachsen. Mit etwa 49.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von ca. 4 Mrd. Euro erfüllen die Krankenhäuser eine bedeutende Arbeitgeberfunktion und leisten darüber hinaus einen entscheidenden gesundheitswirtschaftlichen Beitrag im Freistaat Sachsen. Jährlich werden ca. 1 Million Patienten stationär behandelt. Zahlreiche nichtstationäre Behandlungsmöglichkeiten ergänzen das Leistungsangebot der Krankenhäuser.

Ansprechpartner: Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer
Krankenhausgesellschaft Sachsen, Humboldtstr. 2 a, 04105 Leipzig
Telefon: 0341 98410-99, Telefax: 0341 98410-25
E- Mail: mail@kgs-online.de, Internet: www.kgs-online.de