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18. Mai 2010

"Sächsische Krankenhausrechnungen sind in Ordnung"


"1,5 Milliarden Euro Schaden bei Klinik-Abrechnungen", "Jede dritte Krankenhausrechnung zu hoch", "Jede zweite Krankenhausrechnung ist falsch" - so titelten in den vergangenen Wochen die Tageszeitungen deutschlandweit.

„Diese Schlussfolgerungen sind irreführend und unzutreffend“ kommentiert der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen, Dr. Stephan Helm, die Veröffentlichungen der Krankenkassen. Lediglich 10 bis 12 % aller Krankenhausrechnungen werden von den Krankenkassen dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Prüfung weitergereicht. Weniger als die Hälfte dieser Überprüfungen, also durchschnittlich 4,4 % aller Krankenhausfälle, werden schließlich durch den MDK geändert. Dabei ist in der Regel nicht die Abrechnung der tatsächlich erbrachten Leistungen falsch, sondern vielmehr wird die durchgeführte Behandlung als zu aufwändig beanstandet. Dabei werden individuell-notwendige Behandlungsumfänge bestritten und standardisierte Behandlungsprozeduren zu Grunde gelegt, also gegen den individuellen Patientenbedarf entschieden. Insofern wird der tatsächlich erbrachte Behandlungs- und Kostenumfang zu Lasten der Krankenhäuser durch die Kassen gekürzt. Von großer Bedeutung für die Differenzen in der Abrechnung ist eine regide Durchsetzung theoretisch möglicher ambulanter Behandlungen anstelle des tatsächlichen individuellen stationären Behandlungsbedarfs.

Die Krankenhausärzte können und wollen es aber in vielen Fällen nicht verantworten, anstelle des stationären Krankenhausaufenthaltes die Operation ambulant durchzuführen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ambulante Operationen auch von den niedergelassenen Fachärzten durchgeführt werden und deshalb in der Regel nur bei stationärem Bedarf in das Krankenhaus überwiesen wird.

So werden jährlich in Sachsen ca. 40.000 Behandlungsfälle durch die Krankenkassen nicht aufwandsgerecht vergütet, die in den Veröffentlichungen als „Falschrechnungen“ bezeichnet werden.

Was bleibt also übrig von dem Vorwurf der Krankenkassen? Nach den der Krankenhausgesell-chaft vorliegenden Daten sind insgesamt nur ca. 1 % tatsächlich unbeabsichtigt fehlerhaft. Bei dem hochkomplexen Abrechnungssystem, in dem eine Vielzahl von Diagnosen und Prozeduren in die Abrechnung eingehen und insgesamt keine eindeutigen Zuordnungsregeln vorliegen, ist eine solche Fehlerquote nicht außergewöhnlich. Leider haben es die Krankenkassen bisher versäumt, Rückzahlungen in den Fällen vorzunehmen, bei denen die Rechnungslegung der Krankenhäuser zu niedrig ausgefallen ist.

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) vertritt als Verband der Krankenhausträger die Interessen von 79 öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern mit insgesamt 25.700 Krankenhausbetten. Satzungsgemäß hat sie die Aufgabe, auf „eine der Würde des Menschen verpflichtete, humane, bedarfsgerechte, leistungsfähige, wirtschaftliche und finanziell abgesicherte Versorgung durch eigenverantwortlich tätige Krankenhäuser mit pluraler Trägerstruktur hinzuwirken“.

Ansprechpartner:

Dr. Stephan Helm (Geschäftsführer)/Yvonne Rost (Referentin)
Krankenhausgesellschaft Sachsen, Humboldtstr. 2a, 04105 Leipzig
Telefon: 0341 98410-18,
Telefax: 0341 98410-25
Email: mail@kgs-online.de,
Internet: www.kgs-online.de